powered by Motorsport.com
  • 26.04.2017 20:39

  • von Roman Wittemeier

Renault-Teamchef: Neues Motorenreglement "wird schwierig"

Was kommt nach den aktuellen V6-Turbo-Hybridantrieben ab der Formel-1-Saison 2021? Die Suche nach dem neuen Reglement und die Stolpersteine auf dem Weg

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 soll ab der Saison 2021 mit einem neuen Motorenreglement für mehr Begeisterung bei den Fans sorgen. In intensiven Diskussionen suchen die Vertreter von Herstellern und FIA sowie die Formel-1-Mehrheitseigner von Liberty nach der passenden Formel, die alle Seiten möglichst zufriedenstellt. Die Suche nach dem neuen Reglement gestaltet sich schwierig. Nach ersten Meetings im Januar in Genf und Ende März in Paris stehen nur wenige Eckdaten fest: Es soll einfacher, günstiger und lauter werden.

Titel-Bild zur News: Romain Grosjean

Für Kundenteams wie Haas sollen die Motoren ab 2021 günstiger werden Zoom

Das Ringen um die künftigen Antriebe ist eine komplexe Aufgabe, weil die Interessen der Hersteller andere sind als jene von Fans und Teams. Mercedes, Honda und Co. legen größten Wert auf Serienrelevanz. Mit einem großvolumigen Saugmotor will man nichts mehr zu tun haben in Zeiten, in denen bald jedes Serienmodell mit einem Hybridantrieb oder rein elektrisch nach vorn getrieben wird. "Es ist komplex", sagt Renault-Teamchef Cyril Abiteboul, der für den französischen Hersteller mit am Verhandlungstisch sitzt.

"Man muss die Hersteller bei Laune halten, denn sie finanzieren den Sport heutzutage", so der Franzose gegenüber 'Autosport'. "Vielleicht findet man irgendwann ein Businessmodell, in dem die Werke keine so große Rolle mehr spielen. Aktuell ist das aber nicht der Fall. Man muss gleichzeitig aber auch die Fans glücklich machen. Die Kundenteams genauso. Die Frage nach dem neuen Regelwerk ist also wirklich nicht so leicht zu beantworten."

Die Formel 1 wird sich kaum von der Hybridtechnologie abwenden können. Ob man allerdings künftig ein oder zwei Systeme zur Rekuperation verwenden wird, ist völlig offen. Ebenso ist unklar, welche Bauform der Verbrenner haben soll. Bleibt es beim V6? Geht man zum V4 über oder auf einen Reihen-Vierzylinder? Bleibt es beim Hubraum von 1,6 Litern? All diese Fragen sind noch unbeantwortet. "Die bislang starken Hersteller wollen ihre Vorteile verständlicherweise möglichst absichern. Das ist ein weiterer Faktor", sagt Abiteboul.


Fernando Alonso: Sitzprobe im IndyCar

Der McLaren-pilot sammelt erste Erfahrungen für das Indy 500 2017 Weitere Formel-1-Videos

"Wir brauchen mehr Krach. Die Formel 1 soll die Fans umhauen. Im Moment ist das nicht der Fall", so der Renault-Rennleiter. Gleichzeitig muss über allem ein vernünftiger Preis stehen. Die Entwicklungen dürfen für die Werke nicht zu teuer sein, denn sonst lässt sich für Kunden kein günstiges Aggregat anbieten. "Es ist zu teuer für Hersteller und zu teuer für Kunden", so der Franzose. "Eine Budgetgrenze würde helfen. Aber wie schaffen wir das alles? Wir stecken vor einer gemeinsamen Aufgabe. Mit so vielen klugen Köpfen am Tisch werden sich bestimmt Lösungen finden lassen."