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Nur Startreihe drei: Kimi Räikkönen fehlt es an Grip

Nach Sebastian Vettels frühem Defekt ruhten Ferraris Qualifyings-Hoffnungen in Singapur auf Kimi Räikkönen, der aber nicht mit der Spitze mithalten konnte

(Motorsport-Total.com) - Nach den Eindrücken der Trainingseinheiten, in denen Kimi Räikkönen meist sogar schneller unterwegs war als sein Teamkollege Sebastian Vettel, war der Finne am Samstag vor dem Grand Prix von Singapur ein klarer Favorit auf die Pole-Position. Mit fast einer Sekunde Rückstand auf die Bestzeit von Nico Rosberg konnte er sich aber nur als Fünfter qualifizieren - ein ernüchterndes Ergebnis, auch was die WM-Konkurrenz von Red Bull angeht. Noch ernüchternder: Eine schnelle Verbesserung ist nicht in Sicht.

Kimi Räikkönen

Ferraris Podium-Hoffnungen ruhen am Sonntag erst einmal allein auf Räikkönen Zoom

"Im Training sah es noch enger aus", gibt Räikkönen zu. "Aber das Training gibt manchmal ein falsches Bild. Ich hatte erst eine ordentliche Runde und war recht zufrieden damit. Ich wusste aber, dass ich im zweiten Versuch ein bisschen mehr versuchen und mehr Risiko gehen musste. Ich bin dabei in Kurve eins zu weit rausgekommen und hatte im letzten Sektor kaum noch Grip. Das Auto verhält sich gut, aber wir haben allgemein zu wenig Grip um schneller zu fahren. Platz fünf ist enttäuschend, aber ich denke, dass wir heute alles aus dem Auto herausgeholt haben. Morgen ist ein anderer Tag."

Vettels Qualifying war schon in Q1 beendet, als ihm eine gebrochene Aufhängung aufhielt. Zu der Zeit hielt sich Räikkönen noch wacker und fuhr die zeitschnellste Zeit. Mit seiner Q3-Runde von 1:43.540 Minuten fehlten ihm am Ende aber auch zwei Zehntelsekunden auf Max Verstappen auf Rang vier, mit dem er nun am Sonntag beim Start wieder aneinander geraten könnte. Den Abstand zur Spitze kommentiert der "Iceman" gewohnt cool: "Es interessiert mich gar nicht. Das war schon bei einigen Rennen so und bei andere war es anders."


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Singapur, Samstag


Anders als bei anderen Rennen ist der Ausgang auf dem engen Straßenkurs unter Flutlicht und tropischen Klima allerdings stets schwer vorherzusagen und bietet daher auch für Räikkönen die Möglichkeit, noch ein paar Positionen gutzumachen. "Man weiß nie, was im Rennen passieren wird", sagt er. "Man muss auch Glück mit den Safety-Car-Phasen haben, damit man nicht zur falschen Zeit auf der Strecke oder beim Boxenstopp ist. Wir können nur unser Bestes versuchen. Es würde natürlich helfen, wenn wir schon beim Start ein paar Positionen gutmachen könnten."

Da Vettel aus der letzten Startreihe erst einmal versuchen muss, überhaupt in Punktenähe zu kommen, steht Räikkönen vor der gänzlichen schweren Aufgabe, Red Bull in der Konstrukteurswertung nicht allzu weit davonziehen zu lassen. Derzeit trennen die beiden Teams elf WM-Punkte - Red Bull hat die Oberhand. Und die Rivalen haben noch einen Vorteil: Sie starten als einzige aus der Spitzengruppe auf den härteren Supersoft-Reifen.

"Jeder von uns hatte die Möglichkeit, das zu tun", zeigt sich Räikkönen auch davon unbeeindruckt. "Aber wir machen alle das, von dem wir annehmen, dass es das Beste für unser Auto ist. Wie sich das morgen auswirkt, wird sich zeigen. Wir kennen unseren schnellsten Weg vom Start bis zum Ziel. Es gibt nichts, was uns plötzlich schneller machen würde. Es ist ja einfach auszurechnen, was für uns das schnellste Rennen ist."

Neben Vettels Problemen und Räikkönens stumpfen Waffen hat Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene in Singapur außerdem noch andere Sorgen. Wie die spanische 'Marca' berichtet, wurde der ehemalige Philip-Morris-Manager wegen des Wegwerfens eines Zigarettenstummels sechs Stunden lang von der Polizei festgehalten. Die für ihre hohen Strafen bekannte Metropole verdonnerte ihn außerdem noch zu einer Strafe von 1000 Dollar.

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