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Mehr als eine Evolution: "Aggressiver" Mercedes W11 ganz anders als der W10

Mercedes-Technikchef James Allison erklärt, warum man beim neuen W11 einen "aggressiven" Ansatz verfolgte - Einfache Evolution des W10 sei nicht genug gewesen

(Motorsport-Total.com) - Mercedes überraschte in der ersten Testwoche in Barcelona mit seinem innovativen DAS-System. Doch der neue W11 unterscheidet sich nicht nur in diesem Aspekt deutlich von seinem Vorgänger. Zwar gewannen die Silberpfeile mit dem W10 in der Formel-1-Saison 2019 überlegen beide WM-Titel. Auf diesen Lorbeeren wollte man sich laut Technikchef James Allison aber nicht ausruhen.

Lewis Hamilton

Holt sich Mercedes mit dem W11 den siebten WM-Titel in Serie? Zoom

"Obwohl es keine Regeländerungen hab, haben wir uns jedes Teil des Autos angesehen und geprüft, ob wir es noch besser machen können", verrät Allison in einem Video, das Mercedes am Wochenende veröffentlichte. Theoretisch habe es bei der Entwicklung für 2020 auch die Möglichkeit gegeben, den W10 als Grundlage zu nehmen und diesen einfach "schneller zu machen".

"Dieser konservative Ansatz war sehr, sehr verlockend", gesteht Allison. Schließlich gewann der W10 in der Saison 2019 die ersten acht Rennen in Serie. "Aber wir haben letztendlich entschieden, dass das nicht genug wäre", sagt Allison und verweist darauf, dass die Gegner die Lücke in der zweiten Saisonhälfte 2019 geschlossen hätten. Daher habe man befürchtet, dass eine Evolution des W10 nicht genug gewesen wäre.


Der neue Mercedes W11

"Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ein aggressives Auto zu bauen", sagt Allison, der von "hunderten" Änderungen am Boliden spricht. So gibt es am W11 eine neue Vorderradaufhängung, kleinere Seitenkästen und auch eine neue Hinterradaufhängung mit "neuer Geometrie", die letztendlich für mehr Abtrieb sorgen soll. "Wir haben ein Auto, das [dem W10] in Sachen Abtrieb deutlich voraus ist", versichert Allison.

Beim ersten Barcelona-Test lag Mercedes mit dem neuen Auto in der vergangenen Woche deutlich an der Spitze. Allison verrät zudem, dass auch der Motor ein "beeindruckendes" Update bekommen habe. Dabei gehe es nicht nur um die reine Leistung, die Power-Unit sei nun auch widerstandsfähiger bei Hitze, was wiederum einen weiteren Vorteil bei der Aerodynamik nach sich ziehe.

Allison kündigt an, dass der W11 bereits beim Saisonstart in Melbourne "ein großer Schritt vorwärts" sein und gleichzeitig auch eine gute "Plattform" für Weiterentwicklungen im Laufe des Jahres bieten wird. Mit anderen Worten: Mercedes hat das Potenzial der zahlreichen Änderungen aktuell noch nicht ausgeschöpft. Das klingt wie eine Kampfansage an die Konkurrenz.

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