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Konzernboss, 61, sucht: "Eine Frau wäre grandios"

Daimler-Chef Zetsche erklärt, wieso bei Mercedes keine zwei deutsche Piloten engagiert sein müssen und warum eine Fahrerin ein soziales Statement ist

(Motorsport-Total.com) - Bis vor zwei Jahren war Mercedes das inoffizielle Nationalteam der Formel 1: ein deutscher Konzern, deutsche Verantwortliche und zwei deutsche Fahrer. Mittlerweile haben zwei Österreicher und ein Brite das Sagen, die Entwicklung spielt sich in Brackley und Brixworth ab, dazu mausert sich mit Lewis Hamilton ein weiterer Mann von der Insel immer mehr zum Aushängeschild der Truppe. Er ist dem WM-Titel vor dem Monaco-Grand-Prix am Sonntag einen Schritt näher als sein Teamkollege Nico Rosberg.

Lewis Hamilton, Dieter Zetsche

Lewis Hamilton hat von Dieter Zetsche die volle Rückendeckung Zoom

Ihren Boss stört das trotz der Wurzeln der Silberpfeile nicht: "Genauso richtig ist, dass wir zwanzig Prozent unserer Autos in Deutschland verkaufen und 80 Prozent weltweit", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche im Gespräch mit der 'Welt am Sonntag'. Entsprechend könne es nicht die Zielsetzung sein, die Aufmerksamkeit durch das Marketing-Instrument Motorsport nur auf den deutschen Markt zu lenken - obwohl Zetsche von einem Piloten mit Lokalkolorit durchaus angetan ist. "Ich plädiere aber auch nicht dafür, dass wir zwei deutsche Fahrer haben müssen", meint der 61-Jährige.

Nach dem fast perfekten Start in die Saison 2014 erklärt Zetsche den WM-Titel zum Ziel: "Alles andere wäre enttäuschend und würde bedeuten, dass wir unser Potenzial nicht genutzt hätten." Auch wenn der Daimler-Chef seinem Pilotenduo die volle Rückendeckung zusichert und sich mit der Arbeit von Hamilton sowie Rosberg extrem zufrieden zeigt, gibt es doch noch einen unerfüllten Personalwunsch: eine Frau im Silberpfeil. "Ich kann es mir nicht nur vorstellen. Ich würde es mir wünschen. Weil es grandios wäre", erklärt Zetsche.

Im Gegensatz zu Williams und Sauber befindet sich im Fahrerkader des Teams noch keine Rennamazone. Zetsche will mit dem Zeitgeist gehen und mehr Vielfalt im Unternehmen aus tiefer innerer Überzeugung heraus umsetzen: "Das bedeutet mehr Frauen in der Verantwortung, das heißt auch mehr Nicht-Deutsche in der Verantwortung. Wenn wir dies auch in einem weltweiten Schaufenster wie in der Formel 1 demonstrieren könnten, wäre das grandios", betont er weiter.

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