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Top 10 beste LMP1-Rennen - P10: 1.000 Kilometer Monza 2004 (LMES)

Nach 27 Jahren hat die LMP1-Kategorie ausgedient, Grund genug für einen Rückblick auf ihre besten Rennen - Heute: Ein Überholmanöver im Gras

(Motorsport-Total.com) - Jahrzehntelang war sie die unangefochtene Topklasse im Sportwagensport: Die Le Mans Prototype 1. Zwischen 1994 und 2020 lieferte sie - teils unter anderen Bezeichnungen wie WSC, LMP900 oder einfach nur LMP - eine selten gesehene Antriebsvielfalt mit Benzinern und Dieseln mit und ohne Hybrid. Und sie lieferte spektakulären Sport. Grund genug, auf die besten Rennen zurückzuschauen.

Johnny Herbert

Johnny Herbert sorgte beim ersten Rennen des WEC-Vorläufers gleich für einen Kracher Zoom

Ein unglaubliches Überholmanöver entschied ein fantastisches Rennen zwischen den beiden Veloqx-Audis beim allerersten Rennen der Le Mans Endurance Series im Mai 2004. Was letztlich den Ausschlag im 4-Stunden-Rennen gab, war Johnny Herberts Überholmanöver über das Gras am Ausgang der Ascari-Schikane. (Highlights der 1.000 Kilometer von Monza 2004 auf Youtube)

Der R8 von Herbert und James Davies lieferte sich einen packenden Kampf mit dem Schwesterfahrzeug von Pierre Kaffer und Allan McNish. In der Regel trennten die beiden Audis nicht mehr als 20 Sekunden - Boxenstopps ausgenommen.

Herbert jagte Kaffer in der dritten Stunde des Rennens um den Hochgeschwindigkeitskurs. Der ehemalige Formel-1-Fahrer wusste, dass er schneller konnte, fand aber keinen Weg am identischen Fahrzeug vorbei.


Fotostrecke: Zahlen & Fakten zur LMP1-Kategorie

Kurz nach der zweiten Lesmo sah er dann eine Chance, als rund 200 Meter weiter vorn ein GT1-Ferrari auftauchte. "Mir war klar, dass Pierre am Ausgang der [Ascari-] Schikane auf den Ferrari auflaufen würde", erinnert sich Herbert im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Das war mehr oder weniger geplant. Ich brauchte den Schwung in Richtung Parabolica."

Er musste aber deutlich weiter raus als geplant: "Ich dachte mir schon, dass ich womöglich mit einem Paar Reifen aufs Gras muss, wenn ich den Ferrari überhole. Ich wusste, dass es sehr eben war und es keinen Randstein und damit keine Kante gab. Ich habe früh hochgeschaltet, damit die Reifen [auf dem Gras] nicht durchdrehen. Letztlich musste ich aber mit allen vier Rädern in den Dreck."

Sein Glück: Das Gras erwies sich als genauso eben wie erwartet und so verlor er bei der Aktion kaum Schwung. Es gelang ihm, auf diese Weise sowohl am Ferrari als auch an Kaffers Audi vorbeizugehen. Das Rennen war damit noch nicht beendet. Ein Regenschauer in der letzten Stunde machte es nochmal spannend. Letztlich siegten Herbert/Davies mit 0,6 Sekunden Vorsprung vor Kaffer/McNish.

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