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Zanardi vor seinem DTM-Gaststart: "Ohne Prothesen bin ich agiler"

Alex Zanardi wird bei seinem DTM-Gaststart ohne Prothesen fahren: "Es ist zehnmal einfacher für mich" - Sein BMW wird mit einem Handbremssystem ausgestattet

(Motorsport-Total.com) - Alex Zanardi wird bei seinem Gaststart in der DTM in Misano (25./26. August) erstmals einen Rennwagen pilotieren ohne dabei seine Beinprothesen zu tragen. Schon bei seinem Test Anfang August in Vallelunga war Zanardi ohne seine Beinprothesen unterwegs. Dabei spulte er fast 300 Runden ab und bekam einen Vorgeschmack darauf, was den Italiener Ende August erwartet.

Alessandro Zanardi

Alex Zanardi freut sich auf seinen Gaststart in der DTM Zoom

Dass er ohne Prothesen fahren wird, sei für ihn kein Problem - eher im Gegenteil. "Das Einsteigen ins Auto ist überhaupt kein Problem - ganz im Gegenteil, da ich beim Ein- und Aussteigen ohne Prothesen wesentlich agiler bin als mit. Es ist zehnmal einfacher für mich", erklärt der 51-Jährige, der mit einem eigens für ihn entwickelten Handbremssystem bremst.

"Meine Beinprothesen dienen nur als eine Art Stütze, sonst für nichts. Ich muss sie über die Kraft meiner Arme ins Auto ziehen, und brauche die Arme, um das Gewicht meines Körpers hochzuziehen. Ohne Prothesen behindert mich also nichts in der Bewegung, und ich muss auch weniger Gewicht heben. Von daher bin ich wesentlich agiler."

"Kann auf Armen schneller laufen als auf künstlichen Beinen"

"Der Plan ist, dass ich mit meinem Rollstuhl zum Auto fahre und dann ins Cockpit einsteige. Dasselbe dann beim Aussteigen. Und für den Fall, dass ich auf der Strecke stehenbleibe und schnell aus dem Auto muss: Das sieht vielleicht für Beobachter nicht so schön aus, aber ich versichere Ihnen, dass ich auf Gras oder Kies auf meinen Armen ohnehin schneller laufen kann als auf meinen künstlichen Beinen", sagt er.


Fotos: Alex Zanardis DTM-Test


"Aber Tatsache ist, dass es für mich ohne Prothesen einfacher wäre, mich vom Auto fortzubewegen, als mit - vor allem im Kies", versichert er und erklärt, dass er diese Erfahrung bereits gemacht hat.

"Es ist mir zwar irgendwie gelungen, mit Prothesen und ohne meine Stöcke durch das Kiesbett zu laufen, aber es war nicht einfach. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ich einen Fuß falsch aufsetze und stürze, ist größer. Zwar wäre so ein Sturz nicht gefährlich für mich - ich habe viel Erfahrung im 'Fallen' - aber natürlich wäre ich in meiner Bewegung vom Auto weg langsamer", sagt Zanardi.


Fotostrecke: Gaststart: So baut BMW für Zanardi um

Das Fahren ohne Beinprothesen hätte mehr Vor- als Nachteile und sei die "bessere Option". Aber der Mann aus Bologna erklärt, dass es nicht bedeutet, dass das Fahren mit Prothesen unsicher sei.

"Es ist klar, dass wir uns über alle Aspekte im Detail Gedanken gemacht haben, denn wir wollten in Sachen Sicherheit kein Risiko eingehen - weder für mich, noch für BMW oder für andere. Wenn man etwas auf einem so hohen Niveau macht, muss man einfach das Thema Sicherheit ganz genau beleuchten. Und wir würden diese neue Abenteuer nicht angehen, wenn wir nicht das Gefühl hätten, dass wir in diesem Bereich alle Aspekte abgedeckt haben."

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