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Zahlen zur DTM-Saison 2018: Warum das Qualifying wieder eine Rolle spielte

Die DTM-Saison 2018 lässt Zahlen sprechen: Mercedes-Dominanz, Qualifying-Erkenntnisse, Tabellen-Geschichten und Ausfall-Quoten

(Motorsport-Total.com) - Mercedes feierte Abschied, Rene Rast feierte Rekorde, die Zuschauer feierten spannende Duelle: Die DTM-Saison 2018 konnte wieder eine Menge Emotionen freisetzen. Aber was sagen die nüchternen Zahlen? Sie zeigen nicht ganz so viel Abwechselung wie im Vorjahr, geschuldet durch die belegbare Mercedes-Dominanz vor allem zu Beginn der Saison. Sie zeigen aber auch einmal mehr, dass die DTM zu den am meisten umkämpften Motorsportserien gehört, in der knappe Ergebnisse an der Tagesordnung sind. Und sie decken auf, wo die Titelentscheidung wirklich gefallen ist.

Die Pokale wurden in diesem Jahr im vergleich zu 2017 ungleicher verteilt. Hat es im Vorjahr bei 18 Rennen noch zwölf verschiedene Sieger gegeben, so wechselten sich 2018 bei 20 Rennen nur acht Fahrer auf dem obersten Treppchen ab. Die Hälfte davon kam aus dem Mercedes-Lager, drei von BMW uns Rene Rast ist der einzige Audi-Pilot, der Siege feiern konnte - dafür ja aber auch gleich sieben.

Champion Gary Paffett und Titelherausforderer Paul di Resta haben "nur" drei vorzuweisen. Der beste BMW-Pilot Marco Wittmann zwei. Edoardo Mortara, Daniel Juncadella (beide Mercedes), Timo Glock und sein Rookie-Kollege Joel Eriksson (beide BMW) schafften einen Sieg. Loic Duval, Philipp Eng und Robin Frijns haben gar noch nie ein DTM-Rennen gewonnen.

Viel Abwechslung auf dem Podium

Die Podiums-Statistik gleicht hingegen der des Vorjahres: 16 von 18 Fahrern kamen in den Champagner-Genuss - nur Duval und Jamie Green nicht. Paffett kam bei der Hälfte der Rennen in die Top 3, Rast schaffte ein neunmal und di Resta, sowie Wittmann je sechsmal.

Knapp daneben ist auch vorbei: In neun der 20 Rennen kam der Zweitplatzierte unter einer Sekunde hinter dem Sieger über die Ziellinie. Am knappsten war es am Samstag beim Finale, als Frijns' Abstand zu Rast nur 0,354 Sekunden betrug. Noch knapper ging es im Qualifying zu. Zehnmal entschieden Tausendstelsekunden über die Pole, dreimal Hundertstel und nur dreimal betrug der Abstand mehr als zwei Zehntel.


Fotos: DTM-Finale in Hockenheim


Die schnellsten im Qualifying waren aber nicht immer die Favoriten im Rennen. Die meisten Führungswechsel hat es am Samstag in Budapest gegeben. Sowohl Müller, Mortara, Rast, Duval, Frijns al auch Rockenfeller hatten das Feld angeführt. Gewonnen hat schlussendlich aber di Resta. Die meisten Führungsrunden strich aber Rast mit 158 ein.

Weil's schon im Qualifying zählt

Punkte wurden wie im vergangenen Jahr aber nicht nur für die besten Zielankünfte vergeben. Ansonsten wäre das Titelrennen anders ausgegangen. Es waren mal wieder die Qualifying-Ergebnisse, die entscheidend in die Wertung einflossen. Mit den drei Punkten für die Pole-Position, zwei für Startplatz zwei und einen für den dritten Rang im Qualifying machte Paffett am Ende den Unterschied. Denn der Brite sammelte allein dabei 25 seiner 255 Punkte. Er stand fünfmal und damit öfter als jeder andre im Feld auf der Pole-Position.

Rast holte hingegen nur 13 Punkte (darunter zwei Poles) im Qualifying. 2017 hatte er noch vier Punkte mehr holen können und wäre in diesem Jahr damit wieder Meister geworden. Die Qualifying-Statistik ist aber auch ein Spiegelbild der Mercedes-Dominanz. Denn 14 der 20 Pole-Positions gingen nach Stuttgart. BMW und Audi gelang das Kunststück je nur dreimal.


DTM-Finale 2018: So ging der Titelkampf aus

Gary Paffett reicht ein dritter Platz aus, um Meister zu werden - Rene Rast holt seinen sechsten Sieg in Folge Weitere DTM-Videos

Auch Lucas Auer holte 13 seiner insgesamt 121 Punkte im Qualifying. Er stand dreimal ganz vorne, holte aber keinen Sieg. Sein Mercedes-Kollege Daniel Juncadella münzte wenigstens einen seiner drei Poles in einen Sieg um. Die anderen Qualifying-Siege gingen an di Resta (zweimal Pole), Timo Glock, Philipp Eng, Mortara, Loic Duval und Marco Wittmann (je eine Pole). Nur Robin Frijns, Augusto Farfus und Jamie Green blieben in allen 20 Qualifyings ohne Punkte.

Rast ist Sonntags-Meister!

Es lohnt sich erneut auch ein Blick auf die Einzeltag-Statistiken. Würden nur die Sonntage gewertet, so wäre Rast mit 145 Zähler vor Paffett (131) Meister geworden. Das beeindruckt insofern noch mehr, als dass es ein Sonntag ist, der Rast wegen seines Unfalls am Samstag am Lausitzring fehlt. Ließe man nur die Samstage gelten, hätte Rast mit nur 106 Punkten deutlich das Nachsehen gegen Paffett (124) gehabt. Di Resta teilte seine Punkte an den Samstagen (117) und Sonntagen (116) hingegen recht gleichmäßig auf.

Große Unterschiede sind aber zum Beispiel bei Wittmann zu erkennen, der in den je ersten Rennen nur 50, im zweiten Anlauf aber 114 Punkte holte. Eriksson holte samstags nur vier Punkte, sonntags 68. Bei Auer ist es umgekehrt: 20 Punkt gab es an den Sonntagen, 101 samstags.


Fotostrecke: Die DTM-Karriere von Rene Rast

Schwankende Einzelleistungen führten auch zur Abwechslung an der Tabellenspitze: Achtmal gaben sich drei verschiedene Fahrer in der Gesamtwertung die klinke in die Hand. Zu Saisonbeginn war Glock noch im Rennen. Bei vier Gelegenheit konnte er sich als bester in den Punkten hervortun. Die meiste zeit verbrachte aber Paffett an der Spitze. Di Resta konnte ihn nur bei drei Gelegenheiten vom Thron stoßen.

Erst einmal ankommen

Von Start bis Ziel ohne Zwischenfälle? Das hat es (zum Glück) auch 2018 selten gegeben. Aber: In immerhin acht Rennen kamen alle Fahrer, die gestartete sind, auch ins Ziel. Die wenigstens schaffte es am Samstag in Misano, als es sechs Ausfälle gab. In zehn Rennen musste das Safety-Car ausrücken. Wegen widriger Bedingungen wurde dabei zweimal auf den IndyCar-Neustart verzichtet. Und das Feld blieb dicht zusammen: Zu Überrundungen kam es in dieser Saison nur sechsmal.

Zum Ausfallkönig ist vor allem in der zweiten Saisonhälfte Auer geworden. Fünfmal verpasste er die Zielflagge, zweimal wurde er zudem disqualifiziert. Farfus und Duval fielen jeweils dreimal aus. Di Resta, Glock, Rockenfeller, Eng und Eriksson wurden hingegen in jedem der 20 Rennen gewertet.

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