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"Über Optik kann man streiten": Was die DTM-Piloten von HYLO halten

2020 wird die überdimensionale Heckflügelstütze HYLO in der DTM eingeführt: Wie die Piloten zur Audi-Entwicklung stehen und wie diese die Optik beeinflusst

(Motorsport-Total.com) - Die Einführung des HYLO-Systems in der DTM steht fest: Audi und BMW haben sich darauf geeinigt, dass die von den Ingolstädtern entwickelte überdimensionale Heckflügelstütze 2020 verpflichtend in einer reduzierten Version bei allen Boliden eingesetzt wird. Auf dem Nürburgring wurde das High-Yaw-Lift-Off-System bereits beim M4 im Design von Timo Glock und beim RS-5-Testauto in den Farben von Mike Rockenfeller getestet.

Timo Glock, HYLO

Blickfang: Die neue HYLO-Heckflügelstütze wird 2020 in der DTM eingeführt Zoom

Aber wie stehen die DTM-Piloten zur Einführung des Einheitsbauteils, das ein Abheben der Boliden nach einem Dreher verhindern soll? Mit dieser Frage hat 'Motorsport-Total.com' die Fahrer konfrontiert.

"Ich bin es gefahren und muss ehrlich sagen, dass ich beim Fahrverhalten eigentlich keinen Unterschied gespürt habe", sagt der zweimalige DTM-Meister Marco Wittmann, der an den ersten zwei Testtagen in Glocks BMW saß.

"Nimmt ein bisschen die Eleganz"

"Ich sehe es sehr positiv, wenn so eine neue Maßnahme kommt, die durch ein Einheitsbauteil mehr Sicherheit bringt. Über die Optik kann man vielleicht ein bisschen streiten, aber das ist ja oft so im Leben: Am Anfang findet man neue Dinge sehr hässlich und irgendwann gefallen sie einem sogar besser als die alten."

Das habe auch die Einführung des Cockpitschutzes HALO in der Formel 1 gezeigt: "Man gewöhnt sich dran. Nach ein paar Mal angucken ist das eigentlich auch kein Thema mehr." Auch Wittmanns BMW-Kollege Glock unterstützt die HYLO-Einführung: "Wenn es um das Thema Sicherheit geht, dann macht das auf jeden Fall Sinn."


DTM 2020: HYLO-Sicherheitsbauteil

Das sogenannte HYLO-Device (High Yaw Lift off) ist ein neues Anbauteil für die Heckflügelstützen der DTM-Autos. Es zielt darauf ab, bei Unfällen in der DTM die Sicherheit zu erhöhen. Weitere DTM-Videos

Die Optik ist aber auch für ihn vorerst gewöhnungsbedürftig. "Witzigerweise ist es mir zunächst gar nicht aufgefallen", gibt der BMW-Pilot im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' zu. "Aber klar, wenn du es dann bewusst wahrnimmst, dann ist es natürlich schon relativ groß und nimmt so ein bisschen die Eleganz des Autos weg. Hätte es mir aber niemand gesagt, dann würde ich es wahrscheinlich erst jetzt bemerken, dass es drauf ist."

Kaum Unterschiede beim Fahrverhalten

Ähnlich wie Glock erging es DTM-Champion Rene Rast. "Ich bin damit bereits gefahren, aber mir ist es am Anfang gar nicht aufgefallen", sagt auch der Audi-Pilot, der in Rockenfellers Design unterwegs war. "Ich habe erst auf Bildern gesehen, dass ich es dran hatte. Optisch finde ich nicht, dass es schlecht aussieht - mir hat es gefallen."

Wie er das Verhalten des Autos mit HYLO einschätzt? "Beim Fahren ist mir kein Unterschied aufgefallen", antwortet Rast. "Wir haben es aber nie Back-to-back getestet. Es hat sich normal angefühlt. Ich glaube nicht, dass es die Performance beeinflusst."

Audi-Vizemeister Nico Müller meint hingegen, dass sich HYLO "in der Theorie" schon auf das Auto auswirke, der Unterschied aber kaum spürbar sei: "Die Änderung ist sicher nicht weltbewegend, das ist klar." DTM-Rückkehrer Lucas Auer, der das System noch nicht ausprobiert hat, sieht die Einführung ebenfalls positiv: "Ich finde es gut, dass es eingeführt wird. Und ich finde es optisch überhaupt nicht schlimm."

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