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Test-Crash: Auer lässt Wehrlein in die Röhre schauen

Die DTM hat ihre erste Testkilometer 2018 abgespult - Im italienischen Vallelunga sorgten die widrigen Wetterumstände aber für Verstimmungen

(Motorsport-Total.com) - Das allererste Mal ein neu-konzipiertes Auto auf die Strecke zu bringen ist jedes Motorsportjahr aufs Neue eine spannende Angelegenheit. Mercedes, Audi und BMW war dies schon in den vergangenen Tagen im italienischen Vallelunga möglich. Doch nördlich von Rom wurde neben der neuen Aerodynamik der Autos auch das Wetter zur Herausforderung - so sehr, dass es Lucas Auer schon nach wenigen Runden von der Strecke fegte.

Lucas Auer

Mercedes konnte die Testfahrten nicht so ausgiebig nutzen wie gewünscht Zoom

"Es war super und cool, wieder in einem DTM-Auto zu sitzen", schwärmt Auer zwar - das Hochgefühl hielt aber nur 14 Runden. Die Konsequenzen musste auch Pascal Wehrlein tragen, der danach eigentlich zum ersten Mal seit seinem Ausstieg 2015 wieder ein DTM-Auto lenken sollte.

Auer räumt einen Fahrfehler ein, der Mercedes-AMG Motorsport DTM war danach nicht mehr einsatzbereit. "Das tut mir sehr leid für das Team und ganz besonders natürlich auch für Pascal. Aber jetzt blicke ich nach vorne und freue mich auf den nächsten Test."


Fotos: DTM-Test in Vallelunga


"Bis zum Abflug von Lucas hatten wir trotz der herausfordernden Wetterbedingungen einen guten Test und konnten bis dorthin auch unser Programm wie erwartet bewältigen", sagte Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz. "Leider fehlt uns nun natürlich ein halber Testtag. Pascals Rückkehr verschiebt sich damit auch nochmal bis zum Test in Hockenheim. Aber so ist es nun einmal: wo gehobelt wird, da fallen Späne."

"Das Gesicht, wenn du bei deinem ersten DTM-Test nicht eine Runde gefahren bist", postet Wehrlein wenig erfreut auf Instagram. Er war aber nicht der einzige, der bei diesen ersten Testfahrten des Jahres Geduld beweisen musste. Schon der geplante Roll-out am Donnerstag musste bei Temperaturen knapp über null Grad Celsius und schneebedeckten Auslaufzonen absolviert werden. Das Wetter erwärmte sich zwar in den folgenden Tagen, brachte aber auch einige Regenschauer mit sich. Die trockenen Abschnitte wurden daher umso intensiver genutzt.

So gelangen Audi insgesamt circa 200 Runden, was etwa 900 Kilometern entspricht. Die Ingolstädter ließen am Freitag Jaime Green fahren und am Samstag den amtierenden Meister Rene Rast ans Steuer. Auch Ekström-Ersatz Robin Frijns konnte ein paar Runden drehen.

Audi: "Konten Datengrundlage schaffen"

"Trotz der schwierigen Wetterverhältnisse, vor allem am Samstag, bin ich insgesamt zufrieden mit dem Testverlauf", sagt DTM-Projektleiter Andreas Roos. "Wir haben uns eine gute Datengrundlage geschaffen, um unser Auto nun Schritt für Schritt auf die neue Aerodynamik abstimmen zu können."

BMW setze in Vallelunga ganz auf den zweimaligen DTM-Meister Marco Wittmann. "Es ist immer etwas Besonderes und natürlich auch spannend, ein neues Paket zum ersten Mal auf der Rennstrecke zu erleben und zu sehen, wie es sich verhält", berichtet der Fürther.

"Der Test in Vallelunga war eine wichtige erste Standortbestimmung für uns, auch wenn die Bedingungen nicht optimal waren. Die in Italien gesammelten Erkenntnisse sind eine gute Basis für die Arbeit der Ingenieure und Teams in der weiteren Vorbereitung und während der Saison. Gleichzeitig war es für unser Team eine gute Gelegenheit, nach der Arbeit im Winter gemeinsam wieder die Abläufe an der Rennstrecke zu trainieren."

Auch bei BMW soll es allerdings einen kleinen Unfall gegeben haben, wie Rene Rast verrät. Der Audi-Pilot sieht das Positive im Wetterchaos: "Es war nie richtig trocken, wir sind die ganze Zeit mit Regenreifen gefahren - aber so konnten wir etwas vom Regen-Set-up ausprobieren. Für mich war das gut, weil ich zuvor selten im Regen gefahren bin. Das Auto ist zumindest heile, wir hatten kein Crash", stichelt er.

Wittmann: "Herausforderung ist größer"

Die DTM-Autos für die Saison 2018 haben sich vor allem aerodynamisch verändert. Bis zu einem Drittel sollen sie an Abtrieb verloren haben. "Mein erster Eindruck ist, dass das Auto trotzdem weiterhin eine gute Balance hat", so Wittmann. "Dennoch ist die Herausforderung, vor allem unter nassen Bedingungen, wie wir sie beim Test hatten, größer geworden. Weitere Erkenntnisse über das Fahrverhalten des neuen Pakets werden wir nun in Hockenheim bei anderen Strecken- und Wetterbedingungen sammeln"

Auch Gary Paffett, der für Mercedes am Freitag immerhin 119 Runden einfahren konnte und dabei eine Bestzeit von 1:26.751 Minuten hinlegte, ist angesichts der Neuerungen zuversichtlich: "Es sollte hoffentlich dabei helfen, dass das Feld noch ausgeglichener ist. Obwohl man sich das manchmal gar nicht vorstellen kann, so eng wie es in der DTM zugeht. Das Auto fühlte sich dadurch aber nicht wahnsinnig anders an. Es hat etwas weniger Abtrieb, aber es ist immer noch ein DTM-Auto."

Mercedes hatte an den kühlen Testtagen moralische Unterstützung aus dem Formel-1-Lager. Bei den Testfahrten in Barcelona war bei ähnlich eisigen Temperaturen die Kunstfigur "Karl der Schneemann" entstanden, der sogar über einen eigenen Twitter-Account verfügt. "Ich habe gehört, dass Probleme mit dem Wetter gibt und habe dabei meine Expertise angeboten", lautete der Kommentar des coolen Spaßmachers.

Die DTM findet sich vom 9. bis 12. April in Hockenheim zu weiteren offiziellen Testfahrten ein, bevor die Saison am Wochenende des 5./6. Mais an gleicher Stelle startet.

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