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"Habe Reifen nicht sehr belastet": Rast hat nach Fiasko Verdacht

Hat Rene Rast in Assen zu viel Tempo gemacht und so den Einbruch der Reifen herausgefordert? Wie sich der Audi-Pilot verteidigt und wo er die Ursache sieht

(Motorsport-Total.com) - Was lief bei Rene Rasts 50. DTM-Rennen in Assen wirklich schief? Der Pole-Setter schien am Sonntag bis zur 26. Runde alles unter Kontrolle zu haben, ehe seine Rundenzeiten plötzlich um über zwei Sekunden einbrachen und er einen zweiten Stopp einlegen musste. "Ich hatte bei den Reifen einen extremen Leistungseinbruch", erklärt der Audi-Pilot. "Man fährt im Vergleich zum Qualifying plötzlich um fast zehn Sekunden langsamer."

Rene Rast

Als die Reifen bei Rene Rast einbrachen, war er gegen Mike Rockenfeller wehrlos Zoom

Nach der ersten Analyse scheint man bei Rosberg-Audi auch eine Spur zu haben, woran es lag. "Ich denke wir wissen, warum es passiert ist. Wir müssen daraus lernen und dann weitermachen", meint Rast, der keine Details verraten will. "Intern wissen wir, was wir beim Set-up von gestern auf heute verändert haben. Ich denke also, dass wir die Antwort kennen. Wir müssen aber noch einmal überprüfen, ob das auch stimmt."

Ein Blick auf die Rundenzeiten zeigt, dass Rast im ersten Stint, der 15 Runden dauerte, vorsichtiger zu Werke ging. Nachdem er zunächst 1:29er-Zeiten fuhr, verlangsamte er ab Runde 6 das Tempo und bis zum ersten Stopp in der 16. Runde nur noch Zeiten im Bereich von 1:30 und 1:31. "Ich fuhr auf der sicheren Seite und habe die Reifen nicht beansprucht", bestätigt er.

Rasts Rundenzeiten im Check

Nach dem Stopp steigerte Rast das Tempo: 1:28.5, 1:28.4, 1:29.0, 1:29.1, 1:28.6, 1:29.0, 1:29.4. Danach fuhr er zwei 1:30er-Zeiten, und der Vorsprung auf Marco Wittmann betrug bereits rund sieben Sekunden, ehe plötzlich alles schiefging und der Leader nur noch 1:32.0 und 1:33.1 fuhr.

"Ich dachte, ich hätte alles unter Kontrolle, aber plötzlich gingen die Reifen komplett in den Keller", sagt Rast, der den bereits an Wittmann vorbeigegangen Rockenfeller kampflos ziehen lassen musste und nach seinem Stopp auf Platz 13 zurückfiel.

Ist er es nach dem Stopp zu schnell angegangen? "Nach dem Boxenstopp habe ich versucht, Rene zu folgen - und er hat gepusht", fällt Wittmann auf. "Das war glaube ich nicht das perfekte Szenario für ihn und für mich. Mikes Herangehensweise, es langsamer anzugehen, war am Ende besser."

Auch Rockenfeller schonte Reifen nach Stopp nicht extrem

Auch Audi-Sportchef Dieter Gass wirft ein: "Wir müssen uns anschauen, ob Rene nach seinem Stopp zu hart gepusht hat." Es mache "einen Unterschied, wie man einen Stint beginnt, und wenn man nicht weiß, was passieren wird, kann das schnell danebengehen", spielt er darauf an, dass nach dem verregneten Samstag niemand wusste, wie sich die Reifen über eine Renndistanz verhalten würden.

Rene Rast

Sein 50. DTM-Rennen hätte sich Leader Rast mit Sicherheit anders vorgestellt Zoom

Interessant ist, dass auch Rockenfeller die Reifen nach dem Stopp nicht extrem schonte, wie die Statistik zeigt: 1:28.8, 1:29.2, 1:29.2, 1:29.6, 1:30.5, 1:28.7, 1:30.5, 1:29.9, 1:30.2. Danach fuhr auch er nur noch langsamer als 1:31, der große Einbruch kam aber nicht.

Rast will währenddessen nichts davon wissen, dass ihn Wittmann in das Drama gehetzt habe. "Meiner Meinung nach haben ich die Reifen nicht sehr belastet", sagt er. Und dass sich seine Set-up-Änderung nach dem Samstag negativ auf die Reifen auswirken würde, konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht wissen.

Rast spricht nach Platz fünf von "Schadensbegrenzung"

Immerhin gelang es ihm am Ende mit frischen Reifen noch, von Platz 13 auf Platz fünf nach vorne zu fahren. "Das war Schadensbegrenzung, aber trotzdem war es frustrierend", meint er. "Das wären schöne Punkte für die Meisterschaft gewesen. Wir hätten 15 Punkte mehr holen können, aber immerhin haben wir noch 10 Punkte gerettet."

In der Meisterschaft für der Champion des Jahres 2017 nun 22 Zähler vor seinem Markenkollegen Nico Müller, der als Dritter auf dem Podest stand. 40 Punkte hinter ihm lauert mit Wittmann der beste BMW-Pilot, der in Assen 16 Punkte auf Rast gutmachte und sich nicht abschütteln lässt. Auch Philipp Eng ist mit 47 Zählern Rückstand noch nicht aus dem Rennen.

Wen er am stärksten einschätzt? "All die Jungs hinter mir", will er sich nicht festlegen. "Es gibt nicht einen, sondern derzeit fünf oder sechs. Die Saison ist noch lange, und wir müssen solide Arbeit machen und weiter Punkte mitnehmen."

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