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Gerhard Berger hinterfragt Kampf um die DTM: "Rede ich mir was schön?"

DTM-Boss Gerhard Berger spricht über Selbstzweifel und erklärt, warum er den Kampf um die Fortführung der Serie dennoch nie aufgegeben hat

(Motorsport-Total.com) - Seit Gerhard Berger im Jahr 2017 den Vorsitz des DTM-Dachgesellschaft ITR übernommen hat, befindet sich der Österreicher quasi permanent in einer Art Überlebenskampf der Meisterschaft: Zunächst der Mercedes-Ausstieg Ende 2018, dann das kurze und wenig erfolgreiche Gastspiel von Aston Martin und schließlich der Rückzug von Audi, welcher in diesem Jahr das bisherige Class-1-Konzept zusammenbrechen ließ.

Gerhard Berger

Gerhard Berger präsentiert seine nachdenkliche Seite Zoom

Das fortwährende Ringen um die Zukunft der Rennserie geht auch an Berger nicht spurlos vorbei. In einem Interview mit der 'Süddeutschen Zeitung' spricht der DTM-Boss offen über Zweifel, welche ihn in den herausfordernden Monaten und Jahren mitunter geplagt haben.

Auf die Frage, ob die DTM und der Motorsport allgemein bei den deutschen Autoherstellern noch einen Platz hat, sagt Berger: "Die Frage stelle ich mir auch immer wieder, meist kurz bevor ich schlafen gehe."

Warum Berger so entschlossen um die DTM kämpft

"Ich frage mich schon jeden Tag: Rede ich mir was schön?", so Berger. "Denn das will ich nicht. Aber ich sehe, dass die DTM eine Chance hat, sich neu aufzustellen." Allerdings ist das nicht einfach, wie Berger in diesem Jahr erfahren musste.

"Manchmal muss ich ja über mich selbst schmunzeln, weil ich mir denke: Am Vortag habe ich mir noch gedacht, jetzt sind alle Baustellen zu, und Ruhe kehrt ein. Aber am nächsten Tag gibt es nicht nur eine Baustelle mehr, sondern drei", erzählt Berger.


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Seine Erfahrungen aus seiner Karriere als Sportler, in der er mitunter aussichtslose Situationen überwinden musste, hätten ihm bei diesem Kampf geholfen. Und der Gedanke daran, welche Konsequenzen ein Ende der DTM gehabt hätte: "An der DTM hängen nun mal tausende Mitarbeiter dran - und tausende Fans. Auch deshalb gab es die Verantwortung, an einer Fortsetzung zu arbeiten."

Motorsport muss wieder technologischer Wegbereiter werden

Mit dem Konzept einer DTM auf GT3-Basis ist zumindest kurzfristig die Grundlage für die Fortsetzung der Meisterschaft geschaffen. Mit der im Rahmen des Saisonfinales in Hockenheim vorgestellten DTM Electric wagt die Serie einen Blick in die Zukunft.

Langfristig sieht Berger für den Motorsport generell vor allem dann eine Relevanz, wenn er sich wieder auf seine Rolle als technologischer Wegbereiter für die Automobilindustrie besinnt: "Früher wurden technische Entwicklungen von den Herstellern zuerst im Motorsport ausprobiert und geprüft", sagt Berger.

Dieser Aspekt sei in letzter Zeit zu Gunsten einer guten Show ein wenig verloren gegangen, was nach Ansicht von Berger ein Fehler war: "Der Motorsport muss wieder die Rolle einnehmen: Gebt uns die Technologien, wir testen im harten Wettbewerb, wo die Entwicklung viel schneller vorangeht", sagt er. Konkret nennt der Österreicher hier die Frage nach dem Antriebskonzept der Zukunft: "Den Wasserstoff gegen den vollelektrischen Antrieb zum Beispiel."

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