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Gelingt Timo Glock durch Gaststart DTM-Rückkehr? "Könnte eine Option sein"

Warum Timo Glock eine Gelegenheit sieht, 2023 gemeinsam mit dem Ceccato-Team in die DTM zurückzukehren und was er sich nach dem Blitztest in Misano ausrechnet

(Motorsport-Total.com) - Ist der Imola-Gaststart von Timo Glock mit Roberto Ravaglias Ceccato-Team eine Gelegenheit für den 40-jährigen Ex-Formel-1-Piloten, nach dem Aus nach neun Jahren noch einmal in die DTM zurückzukehren?

Timo Glock

Gelingt Timo Glock nach dem DTM-Aus im Vorjahr die Rückkehr? Zoom

"Ja, das könnte eine Option sein", spielt Glock auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' tatsächlich mit diesem Gedanken. "Wenn wir dieses Wochenende ein gutes Tempo und eine gute Performance zeigen, dann könnte das natürlich eine Chance für nächstes Jahr sein, obwohl das noch weit weg ist."

Denn Glock weiß, dass Ravaglias Rennstall, für den er diese Saison in der italienischen GT-Meisterschaft fährt, nach einer DTM-Trophy-Saison im Vorjahr eigentlich 2022 die komplette DTM-Saison bestreiten wollte, aber das Budget nicht ganz zusammenbrachte.

Glock und Ceccato-Team legen halben Testtag in Misano ein

"Sie wollten ja bereits dieses Jahr in die DTM einsteigen, aber es hat nicht funktioniert. Und wir werden jetzt natürlich unser Bestes geben und zeigen, wie gut das Team ist", hat Glock gemeinsame Ziele mit dem in der Nähe von Padua ansässigen Team.

Er weiß aber auch, wie schwierig es sein wird, dieses Wochenende ein Topergebnis einzufahren, denn das Team hat weder Erfahrung mit den Michelin-Reifen, da in Italien Pirelli-Reifen genutzt werden, noch mit dem Performance-Boxenstopps in der DTM.

Aus diesem Grund legte das Team am Mittwoch noch einen halben, rund vierstündigen Testtag in Misano ein, um sich trotz der Michelin-Reifenknappheit auf den DTM-Einsatz vorzubereiten. "Wir hatten nur einen Satz des Michelin-S8-Reifen", verweist Glock auf den Reifentyp, der in der DTM eingesetzt wird.

Wieso Glocks Michelin-Erfahrung aus dem Vorjahr nicht zählt

"Und dann hatten wir noch einen Satz S9-Reifen, also die deutlich härtere Mischung, um eine Referenz vom Auto und vom Reifen zu bekommen. Der Reifen ist etwas anders als der Pirelli, den wir normalerweise einsetzen - und die Zeit ist knapp." Bei rund 45 Grad Streckentemperatur absolvierte Glock im BMW M4 GT3, der wie in der italienischen GT-Meisterschaft beklebt war, sogar einen Mini-Longrun.

Er kennt den Michelin-Reifen zwar aus dem Vorjahr, doch für das Team sind die Umstände neu. "Wir müssen den 'sweet Spot' finden, speziell was die Reifendrücke angeht", sagt er. "Das unterscheidet sich, weil wir auf kalten Reifen rausfahren, während wir in der italienischen GT-Meisterschaft die Reifen aufheizen können."

Timo Glock

Startnummer 50 und 50-Jahre-BMW-M-Design: Timo Glock in Ceccatos M4 GT3 Zoom

Daher müsse man in der DTM einen Weg finden, die Reifentemperatur und den Reifendruck in den gewünschten Bereich zu bringen. Dazu kommt, dass sich der Reifen auch durch die unterschiedliche Konstruktion anders verhält. "Auch daran müssen wir uns anpassen", so Glock.

Glocks Prognose: "Werden nicht auf dem Podest stehen"

Und dann wäre da noch der neue BMW M4 GT3, der "komplett anders ist" als der Vorgänger M6 GT3 aus dem Vorjahr. "Am Ende ist es also eine komplett neue Erfahrung, und ich hoffe, dass wir die Chance genutzt haben, um zu verstehen, was wir am Wochenende machen müssen", verweist er auf den Test.

Trotz der schwierigen Aufgabe gibt es aber dieses Jahr eine Regeländerung, die Glock und Ceccato entgegenkommt: Jeder Fahrer erhält am Freitag einen frischen Reifensatz, um sich auf den Kurs einzuschießen.

Was laut dem fünfmaligen DTM-Sieger beim Gaststart möglich sein wird? "Wir werden definitiv nicht nach Imola reisen und auf dem Podest stehen", antwortet Glock. "Das ist viel zu hochgegriffen. Der Wettbewerb in der DTM ist viel zu stark, um einfach aufzutauchen und alle zu schlagen. Es wäre aber großartig, es in die Top 15 zu schaffen. Und wenn wir es in die Top 10 schaffen, dann haben wir wirklich etwas erreicht."

Zumal die Strecke laut Glock dem BMW M4 GT3, der wie sein Vorgänger zu den längsten Autos zählt, "vielleicht nicht so gut liegt wie einem Lamborghini oder einem Auto mit dem kürzeren Radstand. Aber mal schauen, das Auto hat vor ein paar Wochen nicht so schlecht ausgesehen", spielt er auf das GT-World-Challenge-Europe-Wochenende im April an, als der Bolide immer wieder in den Top 10 lag.

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