Flörsch-Aussagen entkräftet? Wittmann feierte DTM-Siege 2021 mit 2015er-BMW

Wieso Marco Wittmanns Walkenhorst-BMW aus der DTM-Saison 2021 ein wahrer Kilometerfresser ist und welchen legendären Sieg das Team mit Chassis 1509 einfuhr

(Motorsport-Total.com) - Ex-Abt-Pilotin Sophia Flörsch hatte sich 2021 mehrmals darüber beschwert, dass sie mit ihrem aus dem Jahr 2017 stammenden Audi R8 LMS kein konkurrenzfähiges Material gehabt habe. Doch wie Walkenhorst-Teamchef Niclas Königbauer offenbart, ist der Walkenhorst-BMW, mit dem Marco Wittmann 2021 in der DTM zwei Saisonsiege einfuhr und bis zum vorletzten Wochenende um den Titel kämpfte, wesentlich älter als Flörschs Audi-Chassis.

Titel-Bild zur News: Tom Blomqvist, Philipp Eng, Christian Krognes

Hätten Sie ihn erkannt? Wittmanns DTM-BMW bei Walkenhorsts Spa-Sieg 2018 Zoom

"Das Chassis 1509 wurde 2015 gebaut und Ende 2015 ausgeliefert", erzählt Teamchef Königbauer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Es ist für uns ein Stück Geschichte, denn wir haben damit 2018 bereits die 24 Stunden von Spa gewonnen. Ich schätze, dass es weit über 70.000 Kilometer absolviert hat."

Damit liegt Königbauer richtig, denn nach dem Vallelunga-Test vergangene Woche, bei dem auch Walkenhorsts brandneuer M4 GT3 erstmals zum Einsatz kam, liegt der Kilometerstand des M6 GT3 bei satten 79.223 Kilometern.

"Holy Cow" umrundete zweimal den Erdball

Zur Einschätzung: Das sind fast zwei Erdumrundungen. Oder nicht ganz 15 Le-Mans-Distanzen (berechnet nach Audis LMP1-Distanzrekord aus dem Jahr 2010). In der gesamten DTM-Saison 2021 inklusive Trainings und Qualifyings kamen die Teams pro Auto hingegen nur auf etwas mehr als 5.000 Kilometer.

"Bei diesem Auto ist für uns sehr viel Herzblut dabei", wird Königbauer emotional. "Wir haben es immer unsere 'holy Cow' (heilige Kuh; Anm. d. Red.) genannt. Es hatte nie einen größeren Unfall und hat schöne Erfolge eingefahren. Und es ist auch das einzige M6-Chassis, das wir noch haben. Alle anderen haben wir verkauft."

Vor allem die Sternstunde beim 24-Stunden-Klassiker von Spa-Francorchamps im Jahr 2018, als ebenfalls das Chassis 1509 eingesetzt wurde, ist für die Truppe von Henry Walkenhorst denkwürdig, denn es handelte sich um den ersten rein mit Profis durchgeführten Start des Teams. Walkenhorst-Fahrer Christian Krognes und die beiden BMW-Werksfahrer Philipp Eng und Tom Blomqvist sorgten damals für den bis dahin größten Triumph der Mannschaft.

"Ganz früher hat man gesagt, dass ein Chassis weich wird"

Insgesamt kam der M6 GT3 neben zahlreichen SRO- und NLS-Rennen auch 2017 und 2020 beim 24-Stunden-Rennen in Spa und 2016, 2018 und 2020 beim Klassiker auf der Nürburgring-Nordschleife zum Einsatz. Dass er danach auch noch zum Siegfahrzeug in der DTM avancieren würde, hatte kaum jemand erwartet.

Marco Wittmann

So kennt man ihn aus der DTM: Wittmann fuhr insgesamt fünf Podestplätze ein Zoom

Doch wie viel ist noch vom Originalfahrzeug übrig? "Nach so vielen Jahren ist es üblich, dass fast alle Bauteile getauscht wurden", sagt Königbauer. "Das Chassis selbst, in dem die Fahrgestellnummer eingeschlagen ist, ist aber auf jeden Fall original."

Heute sei das Alter eines GT3-Boliden kein Problem mehr, meint er. "Ganz früher hat man mal gesagt, dass ein Chassis weich wird", erklärt der Teamchef. "Aber wenn du das Auto jedes Mal so revidierst, wie es vorgesehen ist, dann glaube ich nicht, dass ein paar Kilometer so einen signifikanten Einfluss haben. Bei uns war das jedenfalls nicht der Fall." Er könne diesbezüglich "aber nur vom M6 sprechen", relativiert er.

Legendärer M6 GT3 bleibt vorerst im DTM-Look

Was nun mit dem legendären Boliden passiert, der 2022 vom M4 GT3 abgelöst wird? "Im Rennen wird er nicht mehr eingesetzt, aber aktuell dient er uns noch zu Testzwecken", so Königbauer.

Es könnte also durchaus passieren, dass man den M6 GT3 in Wittmanns DTM-Design noch einmal auf einer Rennstrecke ertappt. "Wir haben ihn nicht defoliert, er ist also noch im Originalzustand wie nach dem DTM-Finale auf dem Norisring", sagt der Walkenhorst-Teamchef. "Und wir haben uns noch keine Gedanken gemacht, ob wir daran was ändern werden. Vorerst bleibt er mal so, denn wir verbinden das Design mit schönen Erinnerungen."

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