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  • 02.05.2016 19:53

Felix da Costa: Sieg 2015 brachte eine Menge Selbstvertrauen

Antonio Felix da Costa geht mit einem guten Gefühl in seine dritte DTM-Saison: Der Portugiese möchte sich weiter steigern und peilt Siege und Podestplätze an

(Motorsport-Total.com) - Antonio Felix da Costa startet an diesem Wochenende in seine dritte DTM-Saison für BMW. Nach einem schwierigen ersten Jahr konnte der Portugiese 2015 in Zandvoort sein erstes Rennen in der Tourenwagen-Meisterschaft gewinnen. 2016 darf es gerne etwas mehr sein. Was er sich vom neuen DTM-Jahr verspricht, wie er sein Engagement in der Formel E sieht und was er eigentlich den Winter über gemacht hat, verrät er im Interview.

Antonio Felix da Costa

Antonio Felix da Costa hat sich für seine dritte DTM-Saison viel vorgenommen Zoom

Frage: "Antonio, du stehst vor deinem dritten Jahr in der DTM und gehörst zu den jüngeren Fahrern. Haben erfahrenere Piloten einen Vorteil in der Vorbereitung auf eine neue Saison?"
Antonio Felix da Costa: "In der DTM lernt man immer wieder Neues dazu. Selbst den Jungs, die schon lange dabei sind, geht es da nicht anders. Jedes Jahr ändern sich die Regeln ein bisschen, daran muss sich jeder anpassen. Sicherlich haben die Fahrer, die schon ein paar Jahre in der DTM sind, einen kleinen Vorteil. Aber wenn wir unseren Job gut machen und das Auto dahin bringen, wo wir es haben wollen, dann spielt die Erfahrung keine so große Rolle mehr. Das ist das Ziel. Aber wir wissen auch, dass die Konkurrenz in der DTM unglaublich stark ist."

Frage: "Stärkt es dein Selbstbewusstsein, dass du im vergangenen Jahr deinen ersten DTM-Sieg gefeiert hast?"
Felix da Costa: "Ja, auf jeden Fall. Ich habe es geschafft, nach schlechten Qualifyings nach vorn zu fahren, und ich kann ein Rennen von der Spitze kontrollieren und gewinnen. Ich glaube, dass ich in jeder Situation eine gute Rolle spielen kann. Jetzt müssen wir das alles regelmäßig zusammenbringen. Mein Sieg hat mit mir in jedem Fall eine Menge Selbstvertrauen gegeben."

DRS ändert nicht viel

Frage: "Was hältst du von den Regeländerungen und die ab jetzt limitierte Verwendung des DRS?"
Felix da Costa: "Das ändert meine Herangehensweise nicht wirklich. Immer, wenn sich die Regeln ein bisschen ändern, stellen die Teams und wir Fahrer uns schnell darauf ein. Wer die neuen Regeln als Erster richtig umsetzt, wird als Erster auch erfolgreich sein. Das muss uns gelingen - und ich bin sicher, dass wir dafür die richtigen Leute im Team haben."

Frage: "Hat es keinen Einfluss auf den eigenen Fahrstil, wenn du mit den DRS-Aktivierungen haushalten musst?"
Felix da Costa: "Vielleicht ein bisschen. Ich kenne das aber schon aus anderen Rennserien, deshalb ist es nichts komplett Neues für mich, sondern vielleicht sogar ein kleiner Vorteil."


Fotostrecke: Die BMW-Designs für die DTM 2016

Frage: "Hast du dir für die Saison ein konkretes Ziel gesetzt?"
Felix da Costa: "Eigentlich schaue ich von Rennen zu Rennen und will immer die maximalen Punkte holen, Rennen gewinnen oder auf dem Podium stehen. Vor allem will ich aber konstant sein. Das große Ziel wird sein, unsere Schwierigkeiten und Schwächen aus dem letzten Jahr abzustellen. Wenn wir das schaffen, dann werden wir automatisch in einer guten Position sein. Ich bin ein ehrgeiziger Fahrer, und ich würde lügen, wenn ich nicht Siege und Podiumsplätze anvisieren würde."

Frage: "Mit Martin Tomczyk als deinem Teamkollegen herrscht beim BMW-Team Schnitzer 2016 Konstanz. Ist das für Sie wichtig?"
Felix da Costa: "Ja sehr. Ich mag diese Kontinuität. Es ist gut, im gleichen Team und in der gleichen Umgebung geblieben zu sein und den gleichen Teamkollegen zu haben. Darüber bin ich froh. Hoffentlich können wir uns gemeinsam weiter steigern."

Lust und Frust in der Formel E

Frage: "Hast du dich schon an die bayerische Lebensart gewöhnt?"
Felix da Costa: "Ich hänge ein bisschen mit dem Deutsch lernen hinterher, aber das ist auch gar nicht so einfach, weil ich mit der DTM und der Formel E viel unterwegs bin. Dennoch versuche ich, so gut wie möglich zu lernen und viel Zeit mit den bayerischen Jungs zu verbringen. Die Schnitzer-Crew ist einfach großartig. Ich liebe ihre Arbeitsweise. Wir haben alle das gleiche Ziel, nämlich Rennen zu gewinnen. Und nur so kann ich auch gut arbeiten, deshalb bin ich sehr glücklich in diesem Team."

Antonio Felix da Costa

In der Formel E erlebt der Portugiese derzeit eine schwierige Saison Zoom

Frage: "In der Formel E hattest du in dieser Saison schon einige gute Rennen, aber auch viel Pech. Was überwiegt: Spaß oder Frust?"
Felix da Costa: "Es ist schon ein bisschen frustrierend. Ich wusste, dass es in diesem Jahr schwierig würde, um den Titel zu kämpfen. Denn wir haben noch ein Auto aus der ersten Saison ohne Upgrades. Wir hatten trotzdem ein paar richtig gute Auftritte, zum Beispiel eine Pole-Position, die uns dann aber leider wegen Problemen mit dem Reifendruck wieder weggenommen wurde. Dann lagen wir zweimal auf Podiumskurs, als das Auto streikte. Wir haben in diesem Jahr ein bisschen Pech, aber unsere Leistungen waren gut."

Frage: "Ein schöner Nebeneffekt der Formel E sind die tollen Austragungsorte. Welcher ist dein Favorit?"
Felix da Costa: "Viele sind sehr schön, und es ist schon ziemlich speziell, was die Veranstalter da machen. Punta del Este ist mein Favorit. Es liegt ziemlich nah am Meer und erinnert mich an meine Heimat. Aber es ist auch toll, mitten in Paris im Herzen der Stadt zu sein. Man sieht auf der einen Seite den Eiffelturm, auf der anderen den Louvre. Das ist beeindruckend. Nur die Formel E kann so etwas bieten, und ich bin wirklich froh, dass ich dabei bin."

Im Winter Stärke tanken

Frage: "BMW stellt als 'Official Car Partner' der Formel E unter anderem das Safety-Car. Wie gefällt dir dieses Fahrzeug?"
Felix da Costa: "Der Safety-Car-Fahrer Bruno Correia ist auch Portugiese, und ich komme gut mit ihm aus. Wir sprechen oft über BMW und ganz besonders den BMW i8, mit dem er fährt. Ich versuche immer wieder, ihm mal die Schlüssel aus der Tasche zu ziehen, um eine Runde zu fahren. Aber er hat mich noch nie fahren lassen. Der BMW i8 ist ein wirklich cooles und toll zu fahrendes Auto. Es ist super für die Formel E, einen BMW i8 an der Spitze des Feldes zu haben."


Fotos: BMW Trainingscamp in Viareggio


Frage: "Der Winter war auch für dich trotz der Formel-E-Rennen sehr lang. Was hast du gemacht?"
Felix da Costa: "Der Winter ist immer die Zeit im Jahr, in der man härter trainieren kann und am häufigsten im Kraftraum ist. Während der Saison lässt die Fitness eigentlich eher etwas nach, man fliegt ständig durch die Welt, muss den Jetlag verkraften. Da geht es nur darum, sein Level zu halten. Aber im Winter kann man sich wirklich verbessern, seine Fitness und auch die mentale Stärke. Das mache ich dann natürlich auch, erhole mich aber gleichzeitig auch ein wenig bei meiner Familie und Freunden. Das ist sehr wichtig. Ich mache, was mir Spaß macht, surfe ein bisschen und bin einfach mal zu Hause."

Frage: "Viele deiner BMW-Kollegen fahren Langstreckenrennen im BMW M6 GT3. Würde dich das in der Zukunft auch interessieren?"
Felix da Costa: "Sicher. Der BMW M6 GT3 sieht toll aus und ist ein wirklich starkes Auto. Im Moment ist mein Terminkalender aber einfach zu voll, um noch etwas anderes zu machen. Aber wo immer ich in einem BMW Rennen fahren kann, werde ich das machen. Ich mag es, alle möglichen Autos zu fahren und zwischen verschiedenen Fahrzeugen hin und her zu wechseln, ist für mich kein Problem."

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