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DTM-Fahrer über neuen St. Petersburg-Kurs: "So etwas noch nie gesehen"

Die DTM bestätigt einen Fünfjahresvertrag mit dem Igora-Drive-Kurs in St. Petersburg: Warum die Fahrer vor allem vom letzten Sektor beeindruckt sind

(Motorsport-Total.com) - Wie 'Motorsport-Total.com' schon am Montag berichtete, wird die DTM ab der kommenden Saison erstmals auf dem Igora-Drive-Kurs 80 Kilometer nördlich von St. Petersburg fahren. Das hat die DTM-Dachorganisation ITR bei der Eröffnung der Rennstrecke mit den Streckenbetreibern und in Anwesenheit der Piloten Rene Rast, Philipp Eng und Daniel Juncadella bei einer Pressekonferenz vor Ort bestätigt.

Igora Drive

Auf dem Igora-Drive-Komplex bei St. Petersburg wird 2020 die DTM gastieren Zoom

Man einigte sich auf einen Fünfjahresvertrag. Das dritte DTM-Wochenende von 29. bis 31. Mai 2020 wird die erste internationale Rennveranstaltung auf dem von Hermann Tilke designten Kurs sein. Und Die Piloten zeigen sich schon jetzt von der Anlage beeindruckt.

"Wir können es gar nicht erwarten, auf die Strecke zu gehen", sagt DTM-Meister Rast. "Wir haben bereits ein paar Mal die Strecke umrundet und darum gebeten, schon heute mit Rennautos fahren zu können. In 25 Jahren als Rennfahrer habe ich so etwas noch nicht gesehen."

Fahrer schwärmen von ungewöhnlichem letzten Sektor

Wie er die 4,086 Kilometer lange Strecke, die über acht Links- und sechs Rechtskurven verfügt, beschreiben würde? "Es sieht ziemlich schnell aus in manchen Bereichen", sagt der Audi-Pilot. "Das ist genau das, was wir Fahrer immer wollen: schnelle Kurven, für die man etwas Mut haben muss."

Philipp Eng, Rene Rast, Daniel Juncadella

Philipp Eng, Rene Rast und Dani Juncadella bei der Streckenbesichtigung Zoom

BMW-Pilot Eng pflichtet ihm bei: "Die Anlage ist toll. Auch ich habe noch nie etwas derartiges gesehen. Und damit meine ich nicht nur die Strecke selbst, sondern die ganze Umgebung hier. Ich kann es gar nicht erwarten, hier nächstes Jahr zu fahren. Vor allem der letzte Sektor sieht für mich als Rennfahrer sehr technisch und interessant aus. Ich bin sicher, dass wir hier spektakuläre Rennen sehen werden."

Auch Aston-Martin-Routinier Juncadella hat es vor allem der letzte Sektor angetan. "So etwas wie diese Bergauf-Kurve im letzten Sektor habe ich noch nie auf einer anderen Rennstrecke gesehen", verweist er auf die Kurven 13 und 14. Der Spanier spricht von einer guten Mischung aus schnellen Kurven. Die größte Steigung beträgt übrigens zwölf Prozent, das maximale Gefälle acht Prozent.

Flutlicht und Mitternachtssonne im Mai

Die brandneue Strecke, die eben erst fertiggstellt wurde und in Kürze homologiert wurde, wurde mit einer umfangreichen Beleuchtungsanlage ausgestattet. Dadurch gibt es die Möglichkeit, auf dem Agora-Drive-Kurs Nachtrennen durchzuführen.

Achim Kostron

ITR-Geschäftsführer Achim Kostron bei der Unterzeichung des Fünfjahresvertrags Zoom

Da das DTM-Wochenende 2020 Ende Mai läuft, wird es wegen der Mitternachtssonne aber ohnehin nie wirklich dunkel. "Den Zeitpunkt haben wir mit Absicht gewählt", offenbart ITR-Geschäftsführer Achim Kostron. "Da es hell bleibt, bietet sich ein Rennen am späten Abend an."

Auch bei Flutlicht beeindruckt der Agora-Drive-Kurs die Piloten. "Ich bin schon gestern Nacht hier angekommen und habe die Strecke beleuchtet gesehen", erzählt Juncadella. "Ein Nachtrennen wäre sehr interessant."

Grade-1-Lizenz, aber Formel 1 nicht geplant

Die Streckenverantwortlichen haben übrigens bekanntgegeben, bei der FIA eine Grade-1-Lizenz beantragt zu haben, während man für die DTM nur eine Grade-2-Lizenz benötigt. Das bedeutet, dass man auf dem Igora-Drive-Kurs, der an ein großes Ferienressort grenzt, theoretisch auch Formel-1-Rennen austragen könnte.

Ob der Igora Drive St. Petersburg den Sotschi-Kurs im Formel-1-Kalender ablösen könnte? "Wir haben noch nicht über die Formel 1 gesprochen, also kann ich nichts über die Gerüchte sagen", sagt mit Wladimir Wassiljew einer der Initiatoren des Projekts. "Wir homologieren die Strecke als Grade-1-Kurs, aber nur, um diesen Status zu haben. Nicht für die Formel 1. Im vergangenen Winter war die FIA hier. Und sie haben uns gebeten, um diese Lizenz anzusuchen."

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