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DTM-Fahrer fordern zweite Ampelanlage: "Auf P10 fahren wir komplett blind"

Wieso es dieses Jahr zum Problem wird, dass die DTM-Piloten die Ampel nicht sehen können und wie DTM-Rennleiter Scot Elkins auf die Forderungen der Fahrer reagiert

(Motorsport-Total.com) - Nach dem DTM-Saisonauftakt in Portimao beschwerten sich einige Fahrer darüber, dass die fliegenden Starts dieses Jahr ab dem Mittelfeld besonders schwierig sind, weil man die Ampel nicht mehr sieht. Der Tenor: Eine zweite Ampelanlage muss her!

Nico Müller

Die Ampel ist in der DTM nur von den vorderen Startpositionen sichtbar Zoom

"Auf P9 und P10 können wir die Ampel nicht mehr sehen, wir fahren also komplett blind und müssen irgendwie versuchen, den Start zu timen oder so gut wie möglich einzuschätzen", so Abt-Audi-Pilot Kelvin van der Linde, der von den Startplätzen 17 und acht ins Rennen ging. "Auf P17 hast du überhaupt keine Chance."

Er fordert schon bei den bevorstehenden Rennen eine Lösung. "Es wäre wichtig, dass wir diese Repeater-Lichter bekommen, damit man auch hinten im Feld sehen kann, wann die Ampel auf Grün geschaltet wird", so der Südafrikaner.

Warum Fahrer erst dieses Jahr das Ampelsignal vermissen

Abt-Teamchef Thomas Biermaier stärkt seinem Piloten den Rücken: "Ab Lausitzring benötigen wir das. Wenn du einen Delay hast, wenn die anderen Gas geben und du siehst es nicht - oder ab Reihe 14 sieht man vielleicht gar nichts mehr -, dann muss etwas getan werden." Das sei nicht nur für die Chancengleichheit wichtig, sondern "auch ein Sicherheitsaspekt".

Aber warum ist die Angelegenheit dieses Jahr plötzlich ein Thema, während sich im Vorjahr kaum jemand beschwert hat? Das hat damit zu tun, dass 2021 der Pole-Setter entschieden hat, wann er innerhalb des Startkorridors das Rennen eröffnet, wodurch man auf die Bewegung des Vordermannes achtete. Seit 2022 gibt hingegen Rennleiter Scot Elkins über die Ampel das Startsignal.

Startsignal per Countdown am Boxenfunk?

SSR-Porsche-Pilot Laurens Vanthoor, der am Sonntag in Portimao als Elfter startete, stimmt van der Linde zu: "Ich hatte zwar einen guten Start, es ist aber tatsächlich nicht einfach, die Ampel zu sehen." Was auch auf die GT3-Boliden zurückzuführen ist, die mit ihren großen Heckflügeln die Sicht auf die Ampel verdecken. Vor allem, wenn man - wie im Lamborghini, Audi oder Ferrari - besonders tief sitzt.

Und in Portimao kam dann auch noch die Topographie der Strecke dazu. "Du fährst über eine Kuppe, wenn du zu Start-Ziel hinfährst. Das macht es natürlich auch schwieriger", sagt Kelvin van der Linde.

Aber wie kann das Problem gelöst werden? Sogenannte Repeater-Lights, also eine gleichgeschaltete Ampelanlage, die das Startsignal der Hauptampel wiederholt, sind nicht auf allen Strecken vorhanden. Sie zusätzlich zu installieren, kostet Geld. Einige Teams haben die Situation in Portimao so gelöst, dass sie dem Fahrer per Countdown über Funk mitteilten, wann sie Gas geben müssen.

So reagiert Rennleiter Scot Elkins

Auch bei Rennleiter Elkins ist das Thema bereits auf der Agenda. "Wir haben uns das sofort nach Portimao angeschaut, aber es gibt keine Möglichkeit, eine schnelle Lösung für den Lausitzring zu finden", sagt der US-Amerikaner, der die Strecke am Mittwoch bei der FIA-Abnahme begutachten wird, im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Repeater Lights

In der Formel 1 zählen Repeater-Lights, also eine zweite Ampel, zum Standard Zoom

Elkins glaubt allerdings nicht, dass der Kurs in Klettwitz, auf dem kommendes Wochenende gefahren wird, diesbezüglich ähnlich herausfordernd ist. "Die Gerade ist dort viel länger. Ich glaube also, dass das Problem dort nicht auftreten wird." Wenn es aber einen Weg gibt, etwas zu verbessern, dann werde man es tun.

Auch allgemein wolle man eine Lösung finden. "Vielleicht würde sich eine zweite Ampel etwas näher bei der Kurve anbieten", sagt Elkins. "Bei den stehenden Starts - in der Formel 1 oder in der Formel E - ist es ja ziemlich üblich, dass wir Repeater-Lights haben, damit sie jeder sehen kann."

Er werde sich nun schlau machen - und gibt zu, dass man darauf nicht vorbereitet war: "Das ist eines der Dinge, die man erst begreift, wenn man vor Ort ist, denn das hat man nicht am Schirm. Und es hat auch damit zu tun, dass wir ein Feld mit 29 Autos haben. Und das ist ein Luxusproblem."

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