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DTM 2018: Der Weg der drei Titelkandidaten

Der zweite DTM-Titel für Gary Paffett schien sich über weite Teile der Saison 2018 abzuzeichnen - Doch sicher konnte er sich nie wirklich sein

(Motorsport-Total.com) - Die DTM-Saison 2018 wird von Mercedes dominiert. Timo Glock wird seinen ersten Titelkampf in der Serie ausfechten. Audi wird in diesem Jahr an der Spitze keine Rolle spielen. Über die zehn Rennwochenende des DTM-Jahres wurden viele Thesen aufgestellt. Doch das Deutsche Tourenwagen Masters hat mal wieder bewiesen, wie viel solche vorzeitigen Urteile wert sind.

Wer hätte gedacht, dass die Routiniers das Mercedes-Abschiedsjahr prägen werden, dass BMWs Performance abrutscht und Audi wieder Aufschwung erhält? Und auch die letztendlichen drei Titelkandidaten hätten sich diesem Saisonverlauf, den wir in unserer Fotostrecke nachgezeichnet haben, wohl kaum erträumen lassen ...

Die Tabellenführung wechselte in diesem Jahr siebenmal! Am Anfang mit dabei: BMW-Pilot Timo Glock. Er konnte gleich das zweite Saisonrennen gewinnen und holte weitere vier Podien - drei davon an den ersten drei Wochenenden. Danach folgte aber nicht mehr viel. Dafür war sein Duell gegen Gary Paffett in Hockenheim ein Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte. Zu Beginn gar nicht auf dem Zettel: Paul di Resta und Rene Rast. Der eine drehte erst in Ungarn richtig auf, der andere noch viel später.

Di Restas DTM-Jahr 2018

Di Resta ist hinter Paffett der zweitälteste und mit neun DTM-Saisons auch einer der erfahrensten Mercedes-Piloten. Sein bisher einziger DTM-Titel ist schon acht Jahre her. Er kennt Saisons an der Spitze des Feldes, im Mittelfeld oder ganz hinten. Seine Leistung 2018 kann man schon allein deswegen als konstant bezeichnen, weil er nur dreimal nicht in die Punkte kam! Insgesamt holte er drei Siege und drei zusätzliche Podiumsplatzierungen. In Misano und Spielberg konnte er die Tabellenführung übernehmen. Ausfälle hatte er keine zu verzeichnen.


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Dafür hatte er die eine oder andere unschöne Begegnung auf der Strecke. Seine Kollision mit Philipp Eng am Nürburgring und das Touchieren von Robin Frijns beim Finale in Hockenheim bezeichnet er selbst als schicksalhaft für sein Saisonergebnis. Seine aufsteigende Leistungskurve erhielt den letzten, entscheidenden Knick ausgerechnet beim Finale.

Rasts DTM-Jahr 2018

Rene Rast ist der drittälteste im Audi-Kader. Nach seiner Rookie-Meisterschaft im Vorjahr hatte er als Titelverteidiger zunächst schlechte Karten. Denn die Leistung des Vorjahres-Dominators Audi fiel den Regeländerungen zum Opfer. Mit einem Ingolstädter Fabrikat war in der ersten Saisonhälfte kaum etwas zu holen. Zudem sorgte Rast gleich am zweiten Rennwochenende für eine Schrecksekunde. Nachdem er sich am Lausitzring heftig überschlagen hatte, konnte er dort am zweiten Rennen gar nicht teilnehmen.


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Doch Rasts Saison erlebte einen zweiten Frühling. In den ersten neun Rennen war er nur dreimal in die Punkte gekommen. In Zandvoort konnte er schließlich seinen ersten Sieg holen. Es folgten noch zwei weitere Podien, bis es ab dem Nürburgring so richtig losging. Denn an den letzten drei Rennwochenenden gewann Rast alles. Von den drei Titelkandidaten gelang ihm daher die steilste Leistungskurve. Am Ende fehlten nur vier Punkte auf Paffett und die Antwort auf die Frage: Was wäre, wenn er das verpasste Rennen hätte fahren können...?

Paffetts DTM-Jahr 2018

Paffett ist 2018 der älteste Fahrer im gesamten DTM-Fahrerfeld gewesen. Und seine 15. DTM-Saison sollte erst einmal auch seine letzte sein. Auch er ist mit allen Saisonverlauf-Wassern gewaschen. Sein letzter DTM-Titel war sogar schon 13 Jahre her. Drei Siege, acht Podien und sechs Ankünfte in den Punkten reichten ihm zu Erfolg. Aber auch Paffett musste Rückschläge einstecken. Mit verpatzten Boxenstopps, teaminterne Kollisionen und Wetterpech hatte seine Saison die nötige Dramatik, um ihn am Ende als gebührenden Champion zu Krönen.

Die DTM-Saison 2018 hätte einen Champion haben können, der sich durch Konstanz ausgezeichnet hat. Es hätte jemand sein können, der der Serien-Geschichte eine Rekordfahrt hinzugeführt hat. Aber das Deutsche Tourenwagen Masters lässt selten ein Jahr ohne überraschende Wendung vergehen.

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