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Rallye Dakar 2024: Ricky Brabec gewinnt Etappe 10 und baut Vorsprung aus

Honda in Etappe 10 auf den ersten drei Plätzen - Ricky Brabec baut mit Tagessieg seinen Vorsprung aus - Spannender Dreikampf um die restlichen Podestplätze

(Motorsport-Total.com) - Honda setzte die starke mannschaftliche Leistung auch in der zehnten Etappe der Rallye Dakar 2024 in Saudi-Arabien fort. Ricky Brabec vergrößerte mit seinem ersten Tagessieg in diesem Jahr seinen Vorsprung in der Gesamtwertung. Hinter dem US-Amerikaner tobt zwischen Ross Branch (Hero) sowie den weiteren Honda-Fahrern Adrien van Beveren und Jose Ignacio Cornejo ein Dreikampf um den zweiten Platz.

Titel-Bild zur News: Ricky Brabec

Ricky Brabec machte einen weiteren Schritt Richtung zweitem Gesamtsieg Zoom

Die zehnte Etappe war eine Schleife rund am Al'-Ula. Das Terrain in dieser Gegend ist geprägt von großen Felsformationen. Schon im Vorfeld ist in diesem Gebiet vor möglichen Reifenschäden gewarnt worden. Bei den Motorrädern war das aber kein Thema. Die gewertete Speziale betrug 371 Kilometer.

Van Beveren eröffnete die heutige Strecke, gefolgt von seinem Teamkollegen Brabec. Als Fünfter brauste Branch mit seiner Hero los. Bis Kilometer 91 büßte Brabec in der virtuellen Zwischenwertung etwas mehr als eine Minute auf Branch ein. Doch dann änderte sich das Bild.

Mit Fortdauer der Etappe schloss Brabec auf van Beveren auf und sie navigierten gemeinsam. Beide sammelten somit Zeitboni. Nach 180 Kilometern gab es den ersten Tankstopp. Danach wurde die Navigation kniffliger.

Denn man kreuzte die Route des Prologs und der ersten Etappe. Die Fahrer durften sich von den alten Spuren im Sand nicht verwirren lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Brabec seine Führung in der Gesamtwertung auf Branch schon auf fast neun Minuten ausgebaut.

Obwohl der Hero-Fahrer versuchte, das Tempo hochzuhalten, verlor er Zeit auf Brabec und van Beveren. Denn obwohl sie vorne navigieren mussten, halfen ihnen die Zeitgutschriften. Vor allem van Beveren rückte Branch im Klassement immer näher.

Schließlich sicherte sich Brabec seinen ersten Tagessieg in diesem Jahr. Für Honda war es bereits der siebte Erfolg. Die japanische Marke belegte im Tagesklassement mit Brabec, Jose Ignacio Cornejo und van Beveren die ersten drei Plätze.

Branch büßte schlussendlich 3:45 Minuten ein und belegte Rang sieben. Das bedeutete für die Gesamtwertung, dass Brabecs Vorsprung auf den Mann aus Botswana auf knapp elf Minuten angewachsen ist.

Ricky Brabec, Adrien van Beveren

Ricky Brabec (9) und Adrien van Beveren (42) navigierten gemeinsam Zoom

"Beim Tanken hat Ross eine Show für uns abgezogen. Wir wissen nicht, was passiert ist. Beim Tanken ist er ein bisschen zu früh weggefahren", schildert Brabec. "Ich weiß nicht, was er vorhatte. Adrien und ich haben einen guten Job gemacht."

"Noch zwei Tage! Das Team ist wirklich stark und ich bin im Moment bei 100 Prozent. Morgen bei der großen Etappe werde ich versuchen, mir etwas mehr Vorsprung zu sichern, damit die 12. Etappe etwas entspannter für mich wird und ich es ins Ziel fahren kann."

Komplett offen ist der Dreikampf um den zweiten Platz. Branch, van Beveren und Cornejo befinden sich innerhalb von rund drei Minuten. "Ich habe alles gegeben", sagt Branch über seinen einsamen Kampf gegen das starke Honda-Team. "Ich habe ein paar dumme, kleine Fehler gemacht."

"Wir haben ein bisschen Zeit verloren, aber wir hatten einen guten Tag. Es hat Spaß gemacht. Ich habe es genossen. Ricky hat die Messlatte erhöht. Er macht sich gut. Es wird schwer sein, ihn einzuholen, aber wir haben noch einen langen Tag vor uns."

Branch stand in seiner Dakar-Karriere noch nie auf dem Podium. Das gilt auch für van Beveren. "Wir werden sehen, wie es weitergeht. Es sind noch zwei Tage und wir müssen konzentriert bleiben", sagt der Franzose.

Ross Branch

Ross Branch muss alleine gegen die starke Honda-Mannschaft kämpfen Zoom

"Auf jeden Fall ist der erste Platz mit Ricky, nachdem er so lange in Führung liegt, eine weitere solide Leistung. Die körperliche Belastung wird immer größer, und das könnte den Ausschlag geben." Denn die nächste Etappe wird im Biwak als sehr schwierig eingeschätzt.

Am Donnerstag geht es von Al-'Ula weiter in südlicher Richtung zur Hafenstadt Yanbu am Roten Meer. Mit 480 gewerteten Kilometern steht der letzte ganz große Härtetest auf dem Programm. Die letzte Etappe am Freitag umfasst in einer Schleife um Yanbu nur noch 175 gewertete Kilometer.

In der "Malle Moto"-Klasse (Original by Motul) baute Tobas Ebster (KTM) seinen Vorsprung auf knappe 1:50 Stunden aus. Im Gesamtklassement der Motorräder ist der Österreicher 19.

Ergebnis der 10. Etappe (Top 10):
01. Ricky Brabec (Honda) - 3:51:39 Stunden
02. Jose Ignacio Cornejo (Honda) +0:02 Minuten
03. Adrien van Beveren (Honda) +0:20
04. Daniel Sanders (GasGas) +0:47
05. Harith Noah (Sherco) +1:55
06. Luciano Benavides (Husqvarna) +2:33
07. Ross Branch (Hero) +3:45
08. Kevin Benavides (KTM) +4:31
09. Mathiue Doveze (KTM) +6:12
10. Toby Price (KTM) +6:48

Gesamtwertung nach 10 von 12 Etappen (Top 10):
01. Ricky Brabec (Honda) - 44:45:28 Stunden
02. Ross Branch (Hero) +10:54 Minuten
03. Adrien van Beveren (Honda) +11:46
04. Jose Ignacio Cornejo (Honda) +13:48
05. Kevin Benavides (KTM) +32:43
06. Toby Price (KTM) +42:00
07. Luciano Benavides (Husqvarna) +51:42
08. Daniel Sanders (GasGas) +1:00:34 Stunden
09. Stefan Svitko (KTM) +1:39:03
10. Martin Michek (KTM) +2:29:45

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