• 29.06.2023 14:14

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Toyota treibt Wasserstoff-Einsatz im Motorsport voran

Gazoo Racing stellt in Le Mans "GR H2 Racing" Concept-Car mit Wasserstoff-Motor vor - Toyota: "Motorsport als Innovationstreiber für CO2-neutrale Zukunft"

(Motorsport-Total.com) - Es war einer der vielen spannenden Höhepunkte der 100. Jubiläumsausgabe des legendären 24-Stunden-Rennens in Le Mans: Zur offiziellen Presskonferenz einen Tag vor Rennbeginn enthüllte Toyota-Chef Akio Toyoda den Prototypen des Wasserstofffahrzeugs "GR H2 Racing Concept", der im Hinblick auf künftige Wettbewerbe entwickelt wurde.

Titel-Bild zur News: Beim 100-jährigen Jubiläumsrennen in Le Mans stellte Toyota-Chef Akio Toyoda das Concept-Car "GR H2 Racing" mit Wasserstoffmotor vor.

Beim 100-jährigen Jubiläumsrennen in Le Mans stellte Toyota-Chef Akio Toyoda das Concept-Car "GR H2 Racing" mit Wasserstoffmotor vor. Zoom

Die Vorstellung im Rahmen des prestigeträchtigen Events kam zur perfekten Zeit, denn kurz zuvor hat der Le Mans-Veranstalter ACO angeregt, neben Brennstoffzellenfahrzeugen auch Rennautos mit Wasserstoffmotor in der Wasserstoffkategorie des Rennens zuzulassen. Toyota kann in beiden Spielarten der wasserstoffbasierten Fortbewegung auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen.

Das atemberaubend und futuristisch gezeichnete Concept-Car nutzt Wasserstoff als Energieträger in einem Verbrennungsmotor, der wie die aktuell eingesetzten 680 PS starken Toyota-Hypercars von einem Hybridsystem unterstützt wird. Das GR H2 Racing Concept ist 5.100 Millimeter lang und 2.050 Millimeter breit. Weiter Daten sind bislang nicht bekannt.

Auch bei der Hybridtechnologie hält Toyota eine Vorreiterrolle, die mit der Vorstellung des Serienfahrzeugs Toyota Prius ihren Anfang nahm und mittlerweile auch im Motorsport eine große Bedeutung hat. Der Austausch von Erfahrungen und Entwicklungen zwischen Serienfahrzeugen und dem Motorsport ist für Toyota ein wichtiger Baustein zur Verfeinerung und Erprobung neuer Antriebssysteme.

Der GR H2 Racing war auf Anregung des Le Mans-Veranstalters ACO, neben Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb auch Rennwagen mit wasserstoffgetriebenen Verbrennern zuzulassen, entstanden

Der GR H2 Racing war auf Anregung des Le Mans-Veranstalters ACO, neben Fahrzeugen mit Brennstoffzellenantrieb auch Rennwagen mit wasserstoffgetriebenen Verbrennern zuzulassen, entstanden Zoom

Dabei beschränkt sich der japanische Hersteller nicht nur auf die Entwicklung der Fahrzeuge. Unterstützt von Partnerfirmen stehen auch Herstellung, Transport und Nutzung von Wasserstoff im Fokus, um die Entwicklung zu einer CO2-neutralen Gesellschaft voranzutreiben.

Vorreiter bei alternativen Antrieben im Motorsport und bei Serienfahrzeugen

Wie das Ping-Pong-Spiel zwischen Serie und Motorsport die technische Entwicklung befruchtet, lässt sich an ein paar Beispielen zeigen. Die Hybridtechnik des kurz vor der Jahrtausendwende vorgestellten Prius wurde von Toyota mit größtem Einsatz weiterentwickelt und mündete 2012 in den ersten Hybrid-Rennwagen, der in Le Mans debütierte und mit dem sich Toyota nach einer längeren Pause im Motorsport zurückmeldete.

Toyota ist Vorreiter beim Einsatz von Wasserstoff-Verbrennungsmotoren im Motorsport. Seit 2021 erprobt Gazoo Racing die Technologie im harten Renneinsatz. Das Foto zeigt den GR Corolla H2 Concept beim 24-Stunden-Rennen 2023 in Fuji, Japan.

Toyota ist Vorreiter beim Einsatz von Wasserstoff-Verbrennungsmotoren im Motorsport. Seit 2021 erprobt Gazoo Racing die Technologie im harten Renneinsatz. Das Foto zeigt den GR Corolla H2 Concept beim 24-Stunden-Rennen 2023 in Fuji, Japan. Zoom

Mit den stetig verfeinerten Nachfolgern errang Toyota Gazoo Racing zwischen 2018 und 2022 fünf Siege in Folge beim 24-Stundenrennen in Le Mans. Auch im Rallyesport setzen sich Hybride durch: Mit dem Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid kämpft das Team sehr erfolgreich in diesem Jahr um die Verteidigung des letztjährigen WM-Titels in der WRC.

Auch beim Wasserstoff fließen die Erfahrungen aus der Serie in den Motorsport - und umgekehrt. Mit dem Mirai, der bereits in zweiter Generation als Serienfahrzeug unterwegs ist, brachte Toyota das erste alltagstaugliche Brennstoffzellenfahrzeug auf den Markt und sammelt im Motorsport Erfahrungen mit dem Einsatz von Wasserstoffmotoren.

Auch im Rallyesport sieht Toyota eine Zukunft für wasserstoffgetriebene Verbrenner. Auf der Rallye Ypern 2022 fuhr der GR Yaris H2 jeden Tag eine Etappe der Rallye und führte mit Rallye-Legende Juha Kankkunen am Steuer das Fahrerfeld als Testfahrzeug an.

Auch im Rallyesport sieht Toyota eine Zukunft für wasserstoffgetriebene Verbrenner. Auf der Rallye Ypern 2022 fuhr der GR Yaris H2 jeden Tag eine Etappe der Rallye und führte mit Rallye-Legende Juha Kankkunen am Steuer das Fahrerfeld als Testfahrzeug an. Zoom

2021 setzte Toyota erstmals ein wasserstoffgetriebenes Rennauto auf Basis des Corolla beim 24-Stunden-Rennen in Fuji ein und trat dort in diesem Jahr mit dem weiterentwickelten ORC ROOKIE GR Corolla H2 Concept bei dem japanischen Langstreckenklassiker an.

Mit dem GR Yaris H2 wird das alternative Antriebskonzept auch im Rallyesport getestet: Bei der Ypern-Rallye im vergangenen Jahr absolvierte der Wasserstoff-Yaris bei ersten Demofahrten alle Etappen und stellte mit Toyota Rallye-Legende Juha Kankkunen am Steuer das Führungs-Testfahrzeug.

2. Platz beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans 2023

Nach fünf Le Mans-Siegen in Folge in den letzten Jahren errang eines der beiden eingesetzten Hypercars 2023 den zweiten Platz, nachdem der zweite Toyota GR010 Hybrid nach einem spannenden Rad-an-Rad-Kampf in den ersten Stunden eines spektakulären Rennens unverschuldet während einer Langsamphase von zwei überrundeten Fahrzeugen am Heck getroffen wurde und mit beschädigter Antriebswelle, Reifen und Karosserie ausscheiden musste.

Nach 342 Runden überfährt der Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 8 als Gesamtzweiter die Ziellinie in Le Mans.

Nach 342 Runden überfährt der Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 8 als Gesamtzweiter die Ziellinie in Le Mans. Zoom

Den zweiten GR010 Hybrid trennten nach 20 Stunden nur drei Sekunden vom führenden Ferrari, doch ein Kontakt mit der Streckenbegrenzung vereitelte schließlich die Aufholjagd. Nach 24 Stunden und 342 Runden überfuhr das von Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa pilotierte Hypercar mit der Startnummer 8 als Gesamtzweiter die Ziellinie, eine Minute und 21,793 Sekunden hinter dem Sieger Ferrari.

Zweite nach einem außergewöhnlich engen Rennen: Teamchef und Fahrer des zweiten, ausgefallenen Toyota GR010 Hybrid, Kamui Kobayashi, und Ryo Hirakawa, Brendon Hartley und Sébastien Buemi (von links) erreichten Platz 2 mit der Startnummer 8.

Zweite nach einem außergewöhnlich engen Rennen: Teamchef und Fahrer des zweiten, ausgefallenen Toyota GR010 Hybrid, Kamui Kobayashi, und Ryo Hirakawa, Brendon Hartley und Sébastien Buemi (von links) erreichten Platz 2 mit der Startnummer 8. Zoom

In der Herstellerwertung liegt Toyota Gazoo Racing bei drei noch ausstehenden Rennen in der FIA Langstreckenmeisterschaft (WEC) mit 18 Punkten deutlich vor dem zweitplatzierten Ferrari-Team und hat noch drei ausstehende Rennen Zeit, den Weltmeistertitel zu verteidigen.

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