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Montoya total begeistert: Le Mans hat den 'Whoahaha!'-Effekt

Juan Pablo Montoya ist nach seinen ersten Runden auf dem Circuit de la Sarthe hin und weg: Der Kolumbianer gerät ins Schwärmen, als er von der Strecke spricht

(Motorsport-Total.com) - Kaum zu glauben, aber Juan Pablo Montoya absolvierte erst am Sonntag im Alter von 42 Jahren seine Runden auf dem Circuit des 24 Heures/Circuit de la Sarthe, wo er kommende Woche sein Debüt bei den 24 Stunden von Le Mans feiern wird. Der frühere Formel-1-Pilot und zweimalige Sieger des Indy 500 teilt sich einen Ligier JS P217 von United Autosports mit dem US-Amerikaner Will Owen und dem Schweizer Hugo de Sadeleer.

Juan Pablo Montoya, Will Owen, Hugo de Sadeleer

Juan Pablo Montoya ist nach seinen ersten Le-Mans-Runden hellauf begeistert Zoom

Und der Kolumbianer ist hellauf begeistert von der 13,626 Kilometer langen Highspeed-Strecke: "Ich habe einige Runden im Simulator in Miami abgespult. Es war sehr schön, dort zu fahren. Aber ich war überrascht, wie gut und herausfordernd es hier in der Realität ist. Es macht Spaß und ist wirklich nicht einfach." Zu schaffen machten ihm noch einige Bodenwellen, die es richtig zu überfahren gilt. Le Mans erfordert eben doch ein gewisses Maß an Erfahrung.

Schnelle Kurven mit besonderem Reiz

Dafür macht es umso mehr Spaß. Montoya leuchten die Augen, als er von seinen Eindrücken erzählt: "Die schnellen Kurven machen richtig Spaß hier. Das Schöne ist: Es sind 'echte' schnelle Kurven. Wenn man einen Fehler macht, tut es weh. Das sieht man auf modernen Strecken nicht mehr." Die beste Tilke-Kurve bringt halt nichts, wenn die Begrenzungsmauer einen halben Kilometer entfernt steht. Das subjektive Geschwindigkeitsgefühl und der Nervenkitzel sind in Le Mans ein ganz anderes Kaliber.

"In die Porsche-Kurven geht man im fünften Gang rein, nimmt den ganzen Speed mit und hofft, dass das Auto auf der Strecke kleben bleibt", schwärmt der 42-Jährige. "Auch die schnelle Kurve, die auf die lange Gerade führt (er meint Tertre Rouge; Anm. d. Red.) - das ist verflixt schnell. Das macht es so spaßig. Ich habe schnelle Kurven mein ganzes Leben geliebt. Und das ist so eine Kurve, in der man einfach das Hirn ausschalten und reinhalten muss. Und wenn du die richtig hinbekommst, dann denkst du dir: 'Whoahaha!'"


Fotos: Testtag in Le Mans


Ein weitere Kurve, die es ihm angetan hat: Der Eingang im Streckenabschnitt Indianapolis. Im ultraschnellen Rechtsknick muss das Bremsmanöver für die nachfolgende langsame Linkskurve vorbereitet werden. "Sie lädt einfach dazu ein, immer mehr zu riskieren. Wenn sich das Auto nicht bewegt, denkt man immer, dass da noch mehr geht."

Selbstdisziplin ist das Gebot der Stunde auf dem Circuit de la Sarthe: "Ich bin die vergangenen sechs Monate in allen Rennen volle Pulle gefahren. Daytona ist eine Strecke, auf der man problemlos jede Runde 100 Prozent Qualifying-Modus fahren kann. Hier hingegen muss man sanft mit dem Material umgehen. Die Strecke ermuntert einen zwar dazu, 100 Prozent zu geben, aber die Konsequenzen bei Fehlern sind riesig."

Positiver Wochenendstress auf zwei Rennstrecken

Einfach ist es allerdings nicht, gibt Montoya zu: "Das Schwierige hier ist: Es dauert lange, bis man wieder an derselben Stelle vorbeikommt. Da kann man schnell vergessen, was man sich in der Runde zuvor eigentlich vorgenommen hatte, anders zu machen." Ein Glück, dass das Rennen nicht auf der Nürburgring-Nordschleife stattfindet...

Juan Pablo Montoya hatte ein stressiges Wochenende: Am Samstag stand das IMSA-Rennen in Detroit auf dem Programm, wo er gemeinsam mit Dane Cameron auf einem Penske-Acura ARX-05 Dritter wurde. Von der Siegerehrung aus ging es direkt in den Flieger und sechs Zeitzonen nach vorn. Er kam um 8 Uhr morgens in Le Mans an und stieg in den Ligier. Als Rookie musste er zehn Pflichtrunden abspulen, natürlich wurden es am Ende mehr. Seine größte Umstellung: Der Ligier ist als Rechtslenker konzipiert, während er im Acura-Oreca auf der linken Seite saß.

"Ich habe noch eine bis 1,5 Sekunden Luft", analysiert er. "Ich war auf einer schnellen Runde unterwegs, in der ich alleine von der zweiten Schikane bis zur Ziellinie 1,2 Sekunden gefunden hätte. Aber ich bin in Verkehr geraten. Ich bin trotzdem sehr zufrieden, denn ich wurde immer schneller, je länger der Tag angedauert hat."

Und noch eine Sache hat es ihm angetan: "Die Streckenposten machen hier einen fantastischen Job. Ich hatte ein richtiges 'Wow'-Erlebnis, als ich gesehen habe, wie gut das hier alles organisiert ist. Wie sie mit den Gelben Flaggen und den Slow Zones arbeiten, ist hervorragend. Alles ist komplett klar und deutlich, das ist wirklich toll. So etwas habe ich in sechs Jahren Formel 1 nie gesehen."

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