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Knaller: Audi steigt Ende 2016 offiziell aus der WEC aus!

Audi wird sein WEC-Programm mit Ablauf der Saison 2016 beenden: Stattdessen konzentriert man sich auf die Entwicklung in der Formel E - DTM-Programm bleibt

(Motorsport-Total.com) - Audi richtet seine Motorsport-Strategie neu aus. Der Hersteller beendet mit Ablauf der Saison 2016 sein Engagement in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC und damit auch bei den 24 Stunden von Le Mans. Stattdessen engagiert sich Audi werkseitig in der rein elektrischen Rennserie Formel E.

Lucas di Grassi, Loic Duval, Oliver Jarvis

Audi wird sein WEC-Programm am Ende der Saison beenden Zoom

Vor rund 300 Mitarbeitern der Motorsport-Abteilung stellte Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler am Mittwochmorgen die strategische Entscheidung in den Zusammenhang der aktuellen Belastungen für die Marke. Es sei jetzt wichtig, auf das zu fokussieren, was Audi in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig halte. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, das Audi-Engagement im Langstrecken-Motorsport zu beenden. Die Kompetenz der Motorsport-Experten aus Neuburg und Neckarsulm wird Audi künftig teilweise im Motorsport, teilweise in der Serien-Entwicklung nutzen.

"Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus", sagt Stadler. "Wenn unsere Serienautos mehr und mehr elektrisch werden, müssen das unsere Motorsportwagen als technologische Speerspitze von Audi erst recht sein." Die erste rein elektrische Rennserie passe perfekt zur Strategie, ab 2018 im Jahrestakt rein batterie-elektrische Modelle anzubieten. Audi befinde sich in der größten Transformationsphase der Unternehmensgeschichte.

DTM-Engagement bleibt

Der Einstieg in die Formel E startet bereits 2017. Sie gilt als Rennserie mit dem größten Potenzial für die Zukunft. Deshalb intensivierte Audi in der laufenden Saison 2016/2017 die bestehende Partnerschaft mit dem Team Abt. Auf dem Weg zu einem vollen Werkeinsatz steigt der Hersteller nun aktiv in die technische Entwicklung ein.


Fotostrecke: 1999-2016: Audi bei den 24h Le Mans

Unangetastet bleibt das Engagement in der DTM, wo Audi 2017 mit dem Nachfolger des Audi RS 5 DTM antritt. Erst Mitte Oktober gewann man die Hersteller- und Teamwertung. 2013 hatte Mike Rockenfeller zuletzt den Titel des DTM-Champions für die Vier Ringe nach Hause geholt.

Noch nicht final entschieden ist das zukünftige Engagement in der Rallycross-Weltmeisterschaft. DTM-Werkpilot Mattias Ekström holte dort mit seinem Audi S1 EKS RX quattro in der laufenden Saison 2016 gegen zahlreiche Werkteams vorzeitig den Weltmeistertitel. Bisher hat sich Audi auf eine Unterstützung des privaten Teams EKS beschränkt. Die Marke bewertet aktuell eine mögliche Ausweitung des Engagements, denn auch im Rallycross-Sport steht das spannende Thema Elektrifizierung auf der Agenda.

Erfolgsära endet

Mit dem Ausstieg aus der WEC endet eine erfolgreiche Ära. 18 Jahre lang engagierte sich die Marke bei den Le-Mans-Prototypen. Dabei gelangen 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans und zahlreiche technische Meilensteine: Audi holte in Le Mans den ersten Sieg eines TFSI-Motors (2001), den ersten Erfolg eines Rennwagens mit TDI-Motor (2006) sowie den ersten Triumph eines Sportwagens mit Hybridantrieb (2012).

Bei bisher 185 Renneinsätzen erzielten die Le-Mans-Prototypen von Audi 106 Siege, 80 Pole-Positions und 94 schnellste Rennrunden. Zweimal gewann Audi mit dem Hybrid-Rennwagen Audi R18 e-tron quattro die Langstrecken-WM. Von 2000 bis 2008 sicherte sich Audi zudem neunmal in Folge den Titel in der American Le-Mans-Series (ALMS), der in dieser Zeit weltweit bedeutendsten Rennserie für Le-Mans-Prototypen.

"Nach 18 für Audi außergewöhnlich erfolgreichen Jahren im Prototypen-Rennsport fällt uns der Abschied extrem schwer", sagt Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. "Das Team Joest hat die WEC in dieser Zeit geprägt wie kein anderes Team. Ich möchte mich bei unserer Mannschaft, bei Reinhold Joest und seinem Team, den Fahrern, Partnern und Sponsoren für diese extrem erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken. Das war eine tolle Zeit!" Durch das LMP-Engagement habe Audi Vorsprung durch Technik demonstriert und viel für den Serieneinsatz gelernt.

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