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BMW in Le Mans auf Rang drei in der GTE-Klasse

Ein Treppchen und ein Ausfall: BMW Motorsport zieht nach den 24 Stunden von Le Mans 2011 ein überwiegend positives Rennfazit

(Motorsport-Total.com) - Zwölf Jahre nach dem triumphalen Gesamtsieg mit dem BMW V12 LMR steht BMW Motorsport beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans wieder auf dem Podium: In der GTE-Klasse erreichten Andy Priaulx, Dirk Müller und Joey Hand im BMW M3 GT mit der Startnummer 56 den dritten Platz. Schlussfahrer Hand sah nach 313 packenden Runden und einer Distanz von über 4.200 Kilometern die Zielflagge auf dem Circuit de la Sarthe.

Marco Werner, Dirk Werner, Augusto Farfus

Augusto Farfus, Jörg Müller und Dirk Werner kamen in Le Mans nicht ins Ziel Zoom

Die Fahrer des zweiten BMW M3 GT mit der Nummer 55 - Augusto Farfus, Jörg Müller und Dirk Werner - verließen den Langstreckenklassiker hingegen mit leeren Händen. 276 Runden hatte das Trio gekämpft und sich nach Zwischenfällen im Klassement immer wieder nach vorn gearbeitet. Knapp zweieinhalb Stunden vor Rennende rollte der BMW M3 GT jedoch auf der fünften Position fahrend ohne Vortrieb in der Mulsanne-Kurve aus. Zuvor hatte Jörg Müller der Box Vibrationen im Cockpit gemeldet. Der Sieg in der GTE-Kategorie ging an die Corvette-Piloten Olivier Beretta, Tommy Milner und Antonio Garcia.

Ein Treppchen und ein Ausfall in Frankreich

In der phasenweise dramatischen 79. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans, die von mehreren spektakulären und besorgniserregenden Unfällen überschattet wurde, erlebte das Team BMW Motorsport ein ständiges Auf und Ab. Beide Fahrzeuge mussten mehrere ungeplante Boxenstopps für Reparaturen und Reifenwechsel absolvieren, im letzten Rennabschnitt sorgten Regenschauer für eine zusätzliche Variable.


Fotos: 24 Stunden von Le Mans


Die beiden BMW M3 GT, die von der Pole-Position und Rang drei in Marathon gegangen waren, konnten ihre Leistungsfähigkeit über die gesamte Renndistanz mit konkurrenzfähigen Zeiten unter Beweis stellen. In 3:58.876 Minuten gelang Dirk Müller die schnellste Rennrunde in der der GTE-Kategorie. Vor dem Hintergrund der diversen Zwischenfälle war der dritte Platz für Priaulx, Dirk Müller und Hand jedoch letztlich das wohl bestmögliche Ergebnis.

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans geht in dieser Saison auch in die Wertung des Intercontinental Le Mans Cups (ILMC) ein. In diesem Wettbewerb stand BMW nach Platz drei in Frankreich bisher nach allen Rennen auf dem GTE-Podium. In Sebring feierte BMW den Doppelsieg in der GT-Klasse, während die BMW Piloten beim 1.000-Kilometer-Rennen von Spa-Francorchamps ebenfalls der Sprung auf Platz drei geglückt war.

BMW Motorsport gratuliert Audi und Corvette zu ihren Siegen in den hart umkämpften LMP1- und GTE-Pro-Klassen.

Das Fazit fällt überwiegend positiv aus

"Das war für uns ein positiver Abschluss eines turbulenten 24-Stunden-Rennens", sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Platz drei hier in Le Mans bei diesem Klassiker mit unserem BMW M3 GT in der GTE-Klasse zwölf Jahre nach unserem Sieg in der Topkategorie - das ist ein großer Erfolg für BMW Motorsport. Glückwunsch und Dankeschön an alle in diesem Projekt Beteiligten, die vor dem Rennen in der Entwicklung und hier vor Ort am Rennwochenende mit vollem Einsatz dabei waren."

"Wir haben in diesem Rennen gezeigt, dass wir in Le Mans eine gute Rolle spielen können." Charly Lamm

Teammanager Charly Lamm zeigt sich ebenfalls zufrieden: "Wir haben in diesem Rennen gezeigt, dass wir in Le Mans eine gute Rolle spielen können. Das ist uns von Anfang an gelungen. Dann ereignete sich eine ganze Reihe von unglücklichen Zwischenfällen, von Reifenschäden bis hin zum durch einen Stein beschädigten Kühler. Dadurch haben wir den Kontakt zur Spitze verloren. Dann ging es darum, das Beste aus diesem Rennen zu machen."

"Das ist uns mit dem BMW M3 GT Nummer 56 gelungen. Für die Mannschaft ist der Podestplatz nach dem harten Kampf eine tolle Belohnung", hält Lamm fest und merkt an: "Mit der Startnummer 55 hat das nach einem Schaden im Antriebswellenbereich, den wir uns noch im Detail ansehen müssen, leider nicht geklappt. Dennoch war das Auto lange in der Spitzengruppe dabei. Ich denke, unsere Leistung kann sich insgesamt sehen lassen."

Freude bei den Podestplatzierten...

Diese Meinung vertritt auch Priaulx: "Ich bin natürlich sehr glücklich, dass ich bei meinem erst zweiten Start hier auf dem Podium stehe. Unser Ziel lautete zunächst, über die gesamte Distanz zu kommen. Beinahe über die gesamte zweite Rennhälfte sind bei uns Zündaussetzer aufgetreten. Deshalb ist es umso schöner, dass wir es trotzdem auf das Treppchen geschafft haben. Das Team hat toll gearbeitet, wir haben das Auto gemeinsam nach Hause gebracht. Mit Joey und Dirk zu fahren, war klasse. Insgesamt hat das Rennen großen Spaß gemacht."

"Ich bin sehr zufrieden, denn ein Podestplatz in Le Mans bedeutet eine ganze Menge." Dirk Müller

Dirk Müller teilt diesen Eindruck. "Diesen dritten Platz zu erringen, war alles andere als einfach", meint der Deutsche. "Ich bin sehr zufrieden, denn ein Podestplatz in Le Mans bedeutet eine ganze Menge. Andy und Joey haben einen großartigen Job gemacht. BMW hat uns ein tolles Auto gegeben. Wir hatten im Rennverlauf mit ein paar Schwierigkeiten zu kämpfen, so dass wir nicht wirklich in den Kampf um den Sieg eingreifen konnten. Aber auch den dritten Rang werden wir feiern."

"Ich bin hierhergekommen, um zu siegen. Das ist mein Ziel", ergänzt Hand. "Und ich war überzeugt, dass wir eine Chance gehabt hätten. Allerdings hat in einigen Situationen das Pech zugeschlagen. Als ich dann auf dem Podium stand, war ich wirklich aufgeregt. Dieses Rennen ist eine große Sache. Ich habe jede Sekunde mit BMW Motorsport und jedem im Schnitzer-Team genossen. An diesem Programm sind viele fantastische Menschen beteiligt. Deshalb bin ich BMW sehr dankbar, dass dabei sein durfte."

...und Enttäuschung bei den Ausgeschiedenen

Etwas geknickt zeigt sich indes Farfus: "Wir haben die ganze Zeit an einem guten Ergebnis geschnuppert, aber es sollte nicht sein. So ist es in Le Mans nun einmal: Entweder erlebt man hier den glücklichsten Moment seiner Karriere oder man fährt tief enttäuscht nach Hause. Für mich gilt heute das Letztere. Trotzdem haben wir über 21 Stunden fantastischen Rennsport gesehen. Das Team hat bis zur Erschöpfung gearbeitet und alles gegeben. Leider wurden wir nicht belohnt."

"Das war ganz sicher eines der härtesten, wenn nicht sogar das härteste Rennen, das ich jemals gefahren bin." Jörg Müller

Jörg Müller spricht im Anschluss an die 2011er-Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans von einer sehr schwierigen Veranstaltung: "Das war ganz sicher eines der härtesten, wenn nicht sogar das härteste Rennen, das ich jemals gefahren bin. In der Nacht waren die Bedingungen nicht einfach, und ich saß fast vier Stunden im Auto. Wenn dich dann das Auto kurz vor Schluss verlässt, dann ist das schon ein harter Schlag."

Werner sieht das nicht anders und sagt: "Das war für uns ein sehr schwieriges Rennen. Unser Auto war schnell und immer in der Lage, Topzeiten zu fahren. Immer wieder gab es jedoch Zwischenfälle und unerwartete Situationen, die uns zurückwarfen. Wir haben gekämpft wie die Löwen. Umso enttäuschender ist es, dass wir es nicht ins Ziel geschafft haben."

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