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  • 14.01.2007 14:55

Quester: 67 Jahre und kein bisschen langsam

Oldie, but Goldie: Dieter Quester wies beim 24-Stunden-Rennen in Dubai die Jungen in ihre Schranken - Lob von Hans-Joachim Stuck

(Motorsport-Total.com/sid) - 67 Jahre und kein bisschen langsam: Als ältester Rennfahrer der Welt hat sich der unverwüstliche Österreicher Dieter Quester in die Siegerliste der 24 Stunden von Dubai eingetragen. Gemeinsam mit seinem Landsmann Philipp Peter sowie Dirk Werner und dem Briten Jamie Campbell-Walter wiederholte Quester im BMW Z4 M-Coupe seinen Vorjahreserfolg und ließ dabei gleich zehn Porsche hinter sich.

Dieter Quester

Dieter Quester bei seinem einzigen Grand-Prix-Start in Österreich 1974 Zoom

"Jeder 24-Stunden-Sieg ist eine schöne Sache, aber in meinem Alter ist dieser Erfolg etwas ganz Besonderes", sagte Quester, der bei der Premiere des Rennens 2006 im Duller BMW M3 triumphierte. "Daran habe ich nicht im Traum gedacht, denn wir mussten uns mit unserem BMW gegen die starken Porsche-Teams durchsetzen."#w1#

Stuck von Questers Leistung beeindruckt

'Motorsport-Total.com'-Experte Hans-Joachim Stuck, mit dem Quester vor einem Jahr triumphiert hatte, lobte seinen alten Kumpel: "Dieter ist schier unverwüstlich, er ist einfach ein Unikat. Der sitzt wahrscheinlich noch mit 80 im Rennauto und zeigt den jungen Burschen, wo es langgeht."

Für den früheren Tourenwagen-Europameister Quester war es der insgesamt siebente Erfolg bei einem 24-Stunden-Rennen. Seine drei Teamkollegen feierten unterdessen den zweiten Sieg bei einem Langstreckenrennen zweimal rund um die Uhr.

Das siegreiche BMW Quartett hatte nach insgesamt 567 Runden (3056,13 Kilometer) einen Vorsprung von nur drei Runden auf den werksunterstützten Porsche 996 RSR von Wolfgang Kaufmann, Franz Konrad, Michael Schrey, Stefan Rosina und Luciano da Silva.

Der ehemalige DTM-Pilot Uwe Alzen, der auf der Pole Position stand, belegte gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen sowie drei Litauern den vierten Platz (18 Runden zurück) in einem Porsche 996 RSR.

Der am 30. Mai 1939 in Wien geborene Quester begann seine Karriere 1956 mit Motorbootrennen und gewann 1958 und 1962 zwei EM-Titel. Von 1963 bis 1965 versuchte sich der Österreicher auch im Motorradsport, aber ohne überragende Erfolge. Ab 1965 wechselte er in den Automobilsport. Quester wurde als BMW Werksfahrer insgesamt viermal (1968, 1969, 1977, 1983) Tourenwagen-Europameister.

Nur ein Start bei einem Formel-1-Rennen

Nebenbei bestritt das Allroundtalent auch Rennen zur damaligen Formel-2-Europameisterschaft, in der Quester einige Siege feierte und 1971 EM-Dritter wurde.

Bei Questers einziger Teilnahme an einem Formel-1-Rennen, dem Grand Prix von Österreich am 18. August 1974, fuhr er im Team Surtees von Startposition 25 bis auf Rang neun noch in die Wertung und wurde anschließend von seinen Landsleuten wie ein Sieger gefeiert.

In Deutschland wurde Quester vor allem durch eine spektakuläre Einlage auf der Berliner Avus bekannt. Am 6. Mai 1990 überquerte er in einem Lauf zur DTM die Ziellinie nach einem Überschlag mit seinem BMW M3 funkensprühend und auf dem Dach liegend - und wurde als Dritter hinter Hans-Joachim Stuck und Altfried Heger gewertet.

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