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Tempodiskussion auf der Nordschleife: VLN vom "Wirbel überrascht"

VLN-Renndirektor Michael Bork bestätigt, dass das Tempo der GT3 auf der Nordschleife unter Beobachtung steht: DMSB zu unrecht in der Kritik

(Motorsport-Total.com) - Michael Bork, Leiter Sport und Renndirektor der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, hat einen Bericht von 'Motorsport-Total.com' bestätigt, nachdem es aktuell keine Pläne gibt, die Leistung der GT3-Fahrzeuge bei Einsätzen auf der Nürburgring-Nordschleife zu verringern. Allerdings müssten die VLN und der ADAC Nordrhein als Veranstalter des 24-Stunden-Rennen zusammen mit Herstellern und Deutschem Motorsport-Bund (DMSB) daran arbeiten, dass die Rundenzeiten auf der Nordschleife nicht weiter sinken.

Nick Catsburg

VLN, ADAC Nordrhein und DMSB diskutieren über die GT3-Klasse Zoom

"Es ist nicht damit getan, nur die GT3-Boliden von der Leistung her einzubremsen", sagt Bork. "Die Fahrzeuge in der Spitzengruppe - hierzu zählen auch die Klassen SP7, SP8, SP8T, SP10, Cup2, und TCR - würden noch näher zusammenrücken", gibt er zu bedenken. "Wir müssen Pläne entwickeln, um die Rundenzeiten über alle Fahrzeuggruppen und -klassen hinweg nicht noch schneller werden zu lassen."

Ausgelöst hatte die aktuelle Diskussion eine E-Mail von DMSB-Sportdirektor Michael Günther an VLN und ADAC Nordrhein, in der er geschrieben hatte: "Mit Besorgnis haben wir die Rundenzeiten und Kurvengeschwindigkeiten der GT-Klassen (insbesondere SP9) in der Saison 2018 zur Kenntnis genommen. Es wird deutlich, dass die jetzige Entwicklung ohne effektive Gegensteuerung für die Nordschleife nicht mehr zu verantworten ist. Wir bitten Sie daher um die Benennung von geeigneten Maßnahmen zur Eingrenzung der Performance für die Saison 2019."

FIA schaut sehr genau auf die Nordschleife

Diese Mail, die auf einer Facebook-Seite veröffentlicht worden war, hatte unter Nordschleifen-Fans zu teils hitzigen Diskussionen und Anfeindungen gegenüber dem DMSB geführt. "Uns hat der Wirbel überrascht, für den die Veröffentlichung diese E-Mail sorgt", sagt Bork. "Gerade in den sozialen Netzwerken wurde dem DMSB wieder mal voreilig der schwarze Peter zugeschoben - vollkommen zu Unrecht. Diese Diskussion sollte sachlich geführt werden. Schuldzuweisungen sind völlig fehl am Platz."


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Bork bestätigt, dass der Hintergrund dieser E-Mail die im März anstehende Streckenabnahme der Nordschleife durch den Automobil-Weltverband FIA ist. "Der Weltmotorsportverband beobachtet seit dem tödlichen Unfall eines Zuschauers bei VLN 1 Anfang 2015 die Rennen auf der Nordschleife sehr genau und hat nun den DMSB, als den zuständigen nationalen Dachverband aufgefordert, einen Aktionsplan zu erarbeiten, um die 'Leistungsentwicklung der Fahrzeuge einzuschränken' und die 'Kurvengeschwindigkeiten zu verringern'", führt Bork aus.

Fakt ist: Die Rundenzeiten auf der Nordschleife sinken seit Jahren kontinuierlich. In der GT3-Klasse SP9 sind in der VLN Rundenzeiten von unter acht Minuten mittlerweile keine Seltenheit mehr, auch in der schwächeren Klasse SP7 wird an der Marke von 8:10 Minuten gekratzt. Das liegt nach Einschätzung der VLN nicht nur an den Verbesserungen der Autos. Grund hierfür seien auch die Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen auf und an der Rennstrecke, durch die zum Beispiel Bodenwellen entfallen und Streckenbegrenzungen und Auslaufzonen optimiert werden.

Auch die Nordschleife selbst wird immer schneller

"Motorsport war und ist schon immer ein Betätigungsfeld für Ingenieure gewesen, mit dem Ziel, innerhalb eines vorgegebenen Reglements das Maximum herauszuholen", so der Renndirektor der VLN. Neben den Rennfahrzeugen selber wird aber auch die ehrwürdige Nordschleife ihrerseits immer schneller.

Dieser Entwicklung müssten laut Bork alle Beteiligten Rechnung tragen, wenn auch in Zukunft GT3-Autos auf der Nordschleife fahren sollen. "Die Fahrzeughersteller sind hier genauso gefordert, wie die Reifenindustrie. An den Tisch gehören natürlich auch die Rennserien sowie der Rennstreckenbetreiber und selbstverständlich auch der DMSB. Alle Parteien müssen hier gemeinsam und lösungsorientiert arbeiten, damit auch in Zukunft weiterhin attraktiver Motorsport mit den faszinierenden GT-Sportwagen auf der schönsten Rennstrecke der Welt stattfinden kann", sagt Bork.

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