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Otto Flimm im Alter von 90 Jahren verstorben

Die Motorsport-Gemeinde trauert um Otto Flimm: Der ehemalige Präsident des ADAC verstarb am Montag an den Folgen eines Unfalls

(Motorsport-Total.com) - Otto Flimm ist tot. Der Ehrenpräsident des ADAC starb in der Nacht zum 10. Februar 2020 im Marienhospital Brühl. Flimm war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, Ehrenpräsident des ADAC, Ehrenvorsitzender des ADAC Nordrhein und Erster Ehrenvizepräsident der FIA.

Otto Flimm

Die Motorsportwelt trauert um Otto Flimm Zoom

Er engagierte sich Zeit seines Lebens für den Motorsport und vor allem für den Nürburgring. Gegen alle Widerstände setzte er sich in der zweiten Hälfte der 1970er- und frühen 80er-Jahren für den Bau der Grand-Prix-Strecke ein. Er leistete dabei unermüdliche Arbeit in der Politik. Als die Mittel zum Bau gesperrt werden sollten und die Bundesregierung ihre Anteile loswerden wollte, sammelte er mehr als 100.000 Unterschriften.

Ein Akt, ohne den der "Ring" heute wahrscheinlich nicht mehr existieren würde. Das hätte die gesamte Eifelregion in eine tiefe Krise gestürzt. Die Rettung des Nürburgrings gilt als sein Lebenswerk.

Flimm gründete im Laufe seines Lebens den Brühler Club für Motorsport (1950) und den Verein "Ja zum Nürburgring" (1981), dessen Vorsitzender er bis zuletzt gewesen ist. Er sprang immer wieder ein, wenn es am Nürburgring Schwierigkeiten gab - seien es fehlende Gelder für die neueste Generation Leitplanken oder Zäune oder Unterstützung für Clubs von Sportwarten.

Flimm scheute keinen Kampf, wenn es um die Belange des Nürburgrings ging. Deshalb war er bei seinen Widersachern gefürchtet. Er leistete erbitterten Widerstand, als der Nürburgring 2014 an private Investoren verkauft wurde, für einmal vergebens. "Ja zum Nürburgring" geht bis heute mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gegen den Verkauf vor.

Insgesamt brachte Flimm aber immer Menschen zusammen. Neben seiner Unnachgiebigkeit schaffte er es stets, Menschen durch Zusammenarbeit zu überzeugen und Lösungen zu finden.

Der gelernte Industriekaufmann war begeisterter Motorradfahrer und gewann in den 50er-Jahren zweimal die deutsche Meisterschaft in der 500er-Klasse. Hauptberuflich leitete er bis 1992 einen Spirituosengroßhandel, der unter anderem den Kräuterlikör "Kabänes" produziert.

Noch am 18. Mai 2019 feierte er im Phantasialand seinen 90. Geburtstag mit 250 Gästen, bei dem sich unter anderem FIA-Präsident Jean Todt mit einer Videobotschaft einschaltete.

Zu Fall brachte ihn letztlich ein Schlagloch, in das er am vergangenen Freitag mit seinem Elektromobil geriet. Dabei brach ein Rad am Vehikel ab, was zu einem Unfall führte. Er wurde ins Krankenhaus in Brühl gebracht, wo er in der vergangenen Nacht seinen Verletzungen erlag.

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