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Immer noch fossiler Kraftstoff - Smudo: Das ist doch scheiße!

Rapper Smudo übt heftige Kritik an der Tatsache, dass sich bei den 24h Nürburgring hinsichtlich Kraftstoffe seit Beginn seines Biosprit-Projekts nichts geändert hat

(Motorsport-Total.com) - "Wir machen das seit 20 Jahren und die einzigen, die Biosprit fahren, sind wir!" - Rapper Smudo platzt der CO2-Kragen. Der Sänger von den "Fantastischen Vier" ist seit 20 Jahren mit einem Biosprit-Projekt beim 24-Stunden-Rennen vom Nürburgring (hier live!) dabei.

Titel-Bild zur News: Smudo kritisiert die Verwendung fossiler Kraftstoffe bei den 24h Nürburgring hart

Smudo kritisiert die Verwendung fossiler Kraftstoffe bei den 24h Nürburgring hart Zoom

Dass bis auf das Projekt von Four Motors und ein E-Fuels-Unterfangen (mehr dazu kommende Woche) alle Autos beim Rennen noch immer mit fossilen Kraftstoffen fahren, geht ihm gegen den Strich. "ADAC Nordrhein, das ist scheiße, das geht so nicht!", flucht er und wirft dem Veranstalter "Vereinsmeierei" beim Thema Nachhaltigkeit vor.

"Es gibt keinen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der mit einem flammenden Herz in der Hand den Leuten in den Arsch tritt und versucht, die Dinge zu ändern. Es gibt viele, die alle etwas ändern wollen. Aber ganz am Ende geht's nicht durch", kritisiert er.

Sorge um Ruf des Motorsports

"Es gab eine tolle Initiative mit Reifensparen. Stattdessen überlegt man sich, Strom zum Reifenwärmen zu sparen, was gefährlich ist. Es fehlt eine Struktur, dass jemand Bock darauf hat und die Leute für sich gewinnt."

Smudo sorgt sich um den Ruf des Motorsports, der sich in seinen Augen deutlich sauberer aufstellen muss: "Man sollte sich hier wirklich mal scharf überlegen, ob man angesichts der Situation [Klimawandel, Letzte Generation, Extinction Rebellion etc.] glauben kann, dass wenn man nicht anfängt, grüne Signale zu senden, man hier in fünf oder sechs Jahren noch fahren kann."

"Ich liebe den Motorsport. Aber er wird immer das Böse sein, eine Energie- und CO2-Rausschleudermaschine [wenn wir so weitermachen]. Ich möchte nicht, dass 250.000 Zuschauer ein schlechtes Gefühl haben, weil sie zu Hause sagen, dass sie zu einer Motorsportveranstaltung gehen. Wir alle können das ändern."


Fotos: 24h Nürburgring 2023, Rennen


Drei nachhaltige Fahrzeuge von Four Motors

Four Motors setzt drei Porsche beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ein, einen 911 GT3 Cup und zwei Cayman-GT4-Fahrzeuge. Sie werden von einem Kraftstoff mit 60 Prozent erneuerbaren Anteilen angetrieben.

Basis bildet dabei ein Kraftstoff, der als "Blue Gasoline" vermarktet wird und bereits zu 40 Prozent aus erneuerbaren Anteilen besteht. Hinzu kommt zehn Prozent aus regenerativem Reststoff-Ethanol. Durch den Zusatz von weiteren 10 Prozent, also insgesamt 20 Prozent Bioethanol erreicht der Kraftstoff eine Gesamteinsparung von etwa 40 Prozent CO2 sowie eine Oktanzahl von über 100.

Das Team verfolgt zudem einen ganzheitlichen Ansatz und bringt in Kooperation mit Porsche auch Karosserieteile aus Flachsfasern zum Einsatz, die mittlerweile sogar in den SRO-Serien vorgeschrieben sind, sowie CO2-reduzierte Felgen, die zu 70 Prozent aus recyceltem Aluminium bestehen.

"Ich frage mich: Warum fahren nicht alle damit? Alle Fahrzeuge verkraften das. Man möge sich vorstellen, nächstes Jahr fahren wir alle mit Biosprit, das wäre doch geil!", so der 55-Jährige.

Smudo, Four Motors Porsche 911 GT3 Cup

Smudo tritt auf einem Porsche 911 GT3 Cup mit nachhaltigen Komponenten an Zoom

Allerdings beschleicht ihn das Gefühl, dass sein Projekt oftmals im Motorsport eher als Bedrohung denn als Chance wahrgenommen wird: "Viele Motorsportfans und viele Hersteller und vor allem auch viele Vereine, die das hier betreiben, haben Angst davor, und sagen, diese Geschichte schadet unserem Motorsport."

Vorschlag nach Bonus-Malus-System

"Aber im Gegenteil, wir müssen das als Chance für den Motorsport begreifen. Der Motorsport kann zeigen, wie der Transport von morgen aussieht. Scheibenbremsen, sequenzielles Getriebe, ABS - alles wurde auf der Rennstrecke erfunden und entwickelt. Und das kann man auch mit grünen Komponenten."

Es gibt für ihn keinen Grund, es nicht zu machen: "In Brasilien fahren sie mit 80 Prozent aus Zuckerrohr. In der IndyCar-Serie wird Ethanol gefahren, die WRC überlegt es sich auch noch, umzustellen. Wir tanken jetzt schon E10. Und wo E10 geht, geht auch E20."

Abschließend macht er einen Vorschlag, wie das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring in Zukunft aussehen könnte: "Man möge sich vorstellen, es gibt eine Balance of Power. Das heißt, wer CO2 spart, bekommt weniger Gewicht ins Auto oder einen größeren Restriktor. Wie schnell werden die Ingenieure anfangen, sich geile Techniken auszudenken, um ihre Autos CO2-ärmer zu machen? Dann steht auf den Autos drauf: Wir sparen 70 Prozent CO2, wir sparen 80 Prozent CO2."

"Ich möchte nicht, dass 250.000 Zuschauer ein schlechtes Gefühl haben, weil sie zu Hause sagen, dass sie zu einer Motorsportveranstaltung gehen." Smudo

"Es ist nicht so, dass das ein Angriff [auf den Motorsport] ist. Man muss keine Angst davor haben, das kann man umdrehen: Das ist eine Chance, diesem Sport einen Sinn zu geben, der auch außerhalb der Strecke funktioniert."

Motorsport-Total.com hat den Veranstalter um ein Statement gebeten. Mehr dazu in den kommenden Tagen.

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