24h-Qualifiers 2024 R2: Falken siegt erneut, wiedererstarkte BMW

Falken Motorsport holt auch am Sonntag bei den 24h-Qualifiers den Sieg, verpasst aber erneut den Doppelsieg - Strategische Vielfalt bis zum letzten Stopp

(Motorsport-Total.com) - Dritter Sieg im vierten Rennen für Falken Motorsport: Mit dem erneuten Sieg des Falken-Porsche #44 (Heinemann/S. Müller/Menzel/Ragginger) im Sonntagsrennen katapultierte sich das Team von Sven Schnabl endgültig in die Favoritenrolle für das große Rennen am 1. und 2. Juni. Es war damit der dritte Sieg für Falken in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) 2024. (Ergebnis)

Titel-Bild zur News: Falken holte einen weiteren Sieg bei der 24h-Vorbereitung

Falken holte einen weiteren Sieg bei der 24h-Vorbereitung Zoom

"Es war sehr gut für uns, ich freue mich für das ganze Team. Jeder hat einen Topjob gemacht. Es freut mich auch, mit Nico zu fahren. Wir hatten leider die letzten Rennen ein bisschen Pech und haben es nicht ins Ziel gebracht. Aber heute hat es geklappt", bilanziert Martin Ragginger.

Nico Menzel, auf das plötzliche Sieges-Abonnement angesprochen, sagt: "Kann gerne so weitergehen. Ich würde es nehmen, wenn wir das Abo so buchen und gerne verlängern."

Falken kontrollierte diesmal das Rennen von der Spitze aus mit einem frühen ersten Stopp. Das Rennen war lange Zeit schwer zu lesen, da die unterschiedlichsten Strategien ausprobiert wurden. Vor allem die Verkürzung des zweiten Stints durch mehrere Fahrzeuge, als viel Code 60 herrschte, brachte eine zusätzliche strategische Dimension ins Rennen.

So musste sich der spätere Sieger zwischenzeitlich mit drei Gegnern auseinandersetzen, die ihren zweiten Stint verkürzt und somit kürzere Stopps eingelegt hatten - dem Rowe-BMW #99 (D. Vanthoor/S. van der Linde/Farfus; 4.) und den beiden Scherer-Audi.

Unglückliche Kollision verhindert Falken-Doppelsieg

Beim letzten Stopp glich sich das wieder aus und Falken stoppte kürzer. Nach den Stopps lag die #44 in Führung, dicht gefolgt vom Rowe-BMW #98 (Marciello/Martin/Wittmann; 2.). Die Rowe-BMW zeigten sich deutlich besser aussortiert als im Samstagsrennen - laut Teamchef Hans-Peter "HP" Naundorf das Ergebnis harter Arbeit über Nacht.

Falken hatte erneut die Chance auf den ersehnten Doppelsieg. Die #33 war von der Pole aus mit härteren Reifen ins Rennen gestartet, für die es aber zu kalt war. Das zeigte sich schon bei einem Verbremser in der ersten Kurve von Andlauer.

Ab dem zweiten Stint machte die #33 Boden gut. Man war auf der längstmöglichen Strategie unterwegs und hatte daher den kürzesten letzten Stopp aller SP9-Fahrzeuge. So erfolgte dann der Sprung auf P3. Alessio Picariello war bereits am BMW #98 dran und schien schneller zu sein, doch es sollte wieder nichts mit dem türkis-blauen Doppelsieg werden.

In der vorletzten Runde kam es beim Überrunden im Streckenabschnitt Klostertal zu einer unglücklichen Situation, als der Belgier mit dem Max-Kruse-Golf #10 (Asari/Wasel/Hochwind) kollidierte. Dieser musste seinerseits einem am Streckenrand parkenden oder langsam fahrenden Fahrzeug ausweichen. Picariello konnte den beschädigten Porsche 911 GT3 R (992) nur noch an die Box schleppen.

So erbte der Manthey-EMA-Porsche #911 (Güven/Preining) "Grello" den dritten Platz und holte damit den vierten Podiumsplatz im vierten Rennen. "Das nenne ich eine gute Vorbereitung", freut sich Ayhancan Güven. "Wir werden von Rennen zu Rennen besser. Das war heute unser bestes Rennen." In 8:14.055 Minuten drehte "Grello" die schnellste Runde.

Knapp am Podium vorbei schrammten der Rowe-BMW #99 und der Scherer-Audi #15 (Vervisch/Haase/Marschall; 5.). Auf dem sechsten Platz schien in diesem Rennen ein kleiner Fluch zu liegen. Zunächst fiel der Scherer-Audi #16 (Stippler/Mies/Feller) aus, als Ricardo Feller im Pflanzgarten die Radaufhängung kollabierte. Mit schnellen Reaktionen verhinderte der Schweizer Schlimmeres.

Frank Stippler macht sich mehr Sorgen um den Speed und stößt damit ins gleiche Horn wie Dennis Marschall am Samstagabend: "Unser Auto ist bekannt und wir haben einen ähnlichen Speed wie im Vorjahr. In Sachen Entwicklung ist nicht viel passiert. Bei der Konkurrenz sind die Entwicklungsschritte größer. Wir müssen uns noch etwas einfallen lassen, sonst sind wir einen Tick zu langsam." Der Wink geht natürlich in Richtung BoP.

Ferrari, Lamborghini und AMG unauffällig

Als nächstes lag der Frikadelli-Ferrari #1 (Fernandez Laser/Keilwitz/Ludwig/Varrone; DNF) auf dem sechsten Platz. Dieser war beim Start in eine Kollision mit dem Schnitzelalm-Mercedes #11 (Marchewicz/Härtling/Heyer; DNF) verwickelt. Jener schied durch den Kontakt mit defektem Kühler aus.

Der Ferrari, der aus Kurve 2 nicht richtig herausbeschleunigen wollte, lief danach problemlos, wurde aber eine Runde vor Schluss an die Box beordert. Der Rapport von Felipe Fernandez Laser: "Wir hatten noch ein paar Probleme. Vielleicht hing das mit der Kollision am Anfang zusammen. Wir haben gemeinsam entschieden, dass wir das Auto lieber abstellen."

Damit erbte der RMG-BMW #72 (Harper/Hesse/Weerts) den sechsten Platz, gefolgt vom HRT-Mercedes #4 (Stolz/Juncadella/Maini/Götz; 7.). Die drei Mercedes-AMG GT3 von GetSpeed kamen geschlossen auf den Plätzen neun bis elf ins Ziel.


Fotos: 24h Nürburgring Qualifiers 2024, Sonntag


Die werksunterstützten Boliden von Mercedes-AMG sahen sich bereits nach dem Qualifying mit dem Vorwurf des Sandbaggings konfrontiert, als der privat eingesetzte Schnitzelalm-AMG sowohl im Zeittraining als auch im Top-Qualifying deutlich schneller war.

Dessen ungeachtet sagt Maro Engel: "Es war wichtig, dass wir viele Runden drehen konnten und die Autos problemlos gelaufen sind. Alle Fahrer konnten ihre Runden absolvieren. Wir sind noch nicht ganz aussortiert. Der neue Reifen spielt im Moment eher der Konkurrenz in die Karten. Wir müssen die Daten analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen."

Auch der Abt-Lamborghini #27 (K. van der Linde/Mapelli/Pepper; 8.) war nach dem starken Auftritt inklusive Beinahe-Sieg bei NLS2 in beiden Rennen unauffällig unterwegs. "Wir hatten Pech bei einigen Code-60-Phasen. Wir hätten die Pace gehabt, um in den Top 6 mitzufahren. Ich denke, wir sind gut vorbereitet. Wir müssen noch an ein paar Kleinigkeiten arbeiten", kommentiert Kelvin van der Linde.

Fünfer-Unfall auf Ölspur

Temposorgen dürfte es bei Aston Martin und Glickenhaus geben. Der hochkarätig besetzte Walkenhorst-Aston-Martin #34 (Krognes/Giermaziak/Pittard/Thiim) kam nicht über Platz 14 hinaus, die schnellste Runde war fast vier Sekunden langsamer als die von "Grello".

Auch diesmal gab es bei Walkenhorst Leitplankenkontakt. Nach der #34 am Samstag war am Sonntag der Walkenhorst-Aston-Martin #35 (Hull/Mazatis/Assenheimer/Ortmann; DNF) mit einer Kaltverformung dran. Auch der ProSport-Aston-Martin #17 (Bastian/Böckmann/Buurman) schied aus Sicherheitsgründen wegen eines defekten ABS aus.

Der Glickenhaus-SCG #706 (Mutsch/Mailleux/Arnold/Ledogar) sah die Zielflagge auf P17, wird aber mit dem derzeitigen Speed kein Wort um den Gesamtsieg mitreden können. 8:21.452 Minuten als schnellste Runde waren meilenweit von den GT3-Fahrzeugen entfernt.

Eine Schrecksekunde gab es schon in der ersten Stunde, als zwischen Karussell und Hohe Acht fünf Fahrzeuge auf einer Ölspur abflogen, darunter alleine vier Porsche 911 GT3 Cup aus der Cup2-Klasse. Das machte eine lange Code 60 für Leitplankenreparaturen erforderlich.

Auch am Start kam es zu einer strittigen Szene, als der Subaru #88 (Schrick/Kubo) von einem Porsche Cayman torpediert wurde. Nach langer Reparatur kam er auf P105 ins Ziel. Der Dacia Logan kam erstmals ohne Probleme durch und verbesserte seine Rundenbestzeit auf 11:02.259 Minuten.

Der Volkswagen Beetle RSR schied bereits in der ersten Runde mit einer defekten Antriebswelle aus, konnte aber repariert werden und absolvierte anschließend noch 14 Runden.

Die Generalprobe für das 24-Stunden-Rennen ist damit erfolgt. Sie fand diesmal sechs Wochen vor dem eigentlichen Rennen statt, weil dieses von Christi Himmelfahrt auf Fronleichnam verschoben wurde.

Eine theoretische Möglichkeit zur Vorbereitung bestünde beim ersten Lauf der Nürburgring-Endurance-Serie (NES) am 4. Mai, wobei abzuwarten bleibt, ob ein Rennen zustande kommt.

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Zandvoort

7. - 9. Juni

Qualifying 1 Sa. 09:15 Uhr
Rennen 1 Sa. 15:15 Uhr
Qualifying 2 So. 09:15 Uhr
Rennen 2 So. 15:15 Uhr

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