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Ferrari: Kaum jemand glaubt an Räikkönen-Rückkehr

Ferraris Option auf Felipe Massa ist verstrichen, was diverse Gerüchte anheizt - Kimi Räikkönen offenbar an Lotus gebunden - Marc Surer: "Kann es mir nicht vorstellen"

Kimi Räikkönen
Man kennt sich: Kimi Räikkönen im Gespräch mit Ferrari-Mitarbeitern
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - In Budapest tauchte am Sonntagmorgen das Gerücht auf, dass Kimi Räikkönen zu Ferrari zurückkehren könnte. Das mutet zunächst merkwürdig an, schließlich hatten die Italiener Ende 2009 17 Millionen Euro Abfindung auf den Tisch gelegt, um den Vertrag mit dem in Ungnade gefallenen "Iceman" vorzeitig kündigen und Fernando Alonso als neue Nummer eins engagieren zu können.

Doch Ferrari-Quellen dürften dem Journalisten Tony Dodgins den Hinweis gegeben haben, dass Räikkönen auf der Liste der möglichen Kandidaten für 2013 steht. Für den 32-Jährigen spricht, dass er wohl einer der wenigen Fahrer wäre, die sich Alonso im gleichen Team antun würden, dass er als unpolitisch gilt und bewiesen hat, auch nach zwei Jahren Pause noch schnell zu sein. Allerdings sei unklar, ob sich die persönlichen Risse mit Präsident Luca di Montezemolo kitten lassen. Teamchef Stefano Domenicali war diesbezüglich hingegen noch nie das Problem.

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"Ich bin nicht überrascht von der Arbeit, die Kimi in diesem Jahr abliefert", zeigt er sich von den Leistungen seines Ex-Schützlings beeindruckt. "Ich habe immer gesagt, dass Kimi ein sehr talentierter Fahrer ist. Du wirst nicht Weltmeister, wenn du nicht ein besonderer Fahrer bist. Bei Lotus hat er seit Beginn der Saison ein sehr gutes Auto zur Verfügung und holt dementsprechend gute Punkte." Aber die Fahrerfrage müsse noch unbeantwortet bleiben: "Wir sind diesbezüglich nicht in Eile und ich kann derzeit keine Informationen dazu geben."

Massa-Option wurde nicht gezogen

Mehreren Quellen zufolge ist Ferraris Option auf Massa am Mittwoch vor dem Ungarn-Grand-Prix verstrichen. Das kann zweierlei bedeuten: Erstens, dass der Platz des Brasilianers wackelt, oder zweitens, dass Ferrari zwar weiterhin mit ihm plant, aber lieber einen komplett neuen Vertrag aufsetzen möchte. Man hört, dass Massa - sofern er überhaupt bleiben darf - eine enorme Gehaltskürzung blüht. Derzeit verdient er geschätzte 7,5 Millionen Euro. Laut brasilianischen Medien soll diese Summe um mindestens ein Drittel reduziert werden.

Aber dass ausgerechnet Räikkönen seine Nachfolge antreten könnte, glaubt im Formel-1-Paddock kaum jemand. "Wenn Kimi ein bisschen Ehre hat, wird er sich so ein Angebot nicht einmal anschauen", meint 'Motorsport-Total.com'-Experte Marc Surer. "Wenn man jemandem 17 Millionen bezahlt, um ihn loszuwerden, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er wieder zurückkehren will. So viel Stolz hat Kimi sicher." Andererseits besagt eine alte Paddock-Weisheit in solchen Fällen oft: Es sind schon merkwürdigere Dinge passiert...

Und Räikkönen selbst scheint die Variante Ferrari nicht kategorisch auszuschließen: "Ich habe immer gesagt, dass da keine negativen Gefühle mehr mitschwingen", stellt er klar. "Es war eine schöne Zeit im Team. Ich habe dort meine Weltmeisterschaft gewonnen, aber am Ende hätte man es netter ausgehen können. Das Leben geht weiter und du weißt nie, was in der Zukunft passiert, aber ich bin glücklich, wo ich jetzt bin, und es läuft ganz gut." Außerdem sagt er schnippisch: "Ich mache die Gerüchte nicht. Fragt die, die es geschrieben haben!"

Zu Ferrari geschrieben werden auch Sergio Perez, dessen Förderer Carlos Slim angeblich viel Geld in die Hand nehmen würde, wenn er seinen Schützling bei Ferrari unterbringen könnte, Paul di Resta, den viele aber eher als Schumacher-Nachfolger bei Mercedes sehen, Pastor Maldonado, dessen Williams-Vertrag aber auf fünf Jahre (mit verschiedenen Optionen) angelegt ist, und Romain Grosjean. Letzterer will Gerüchten zufolge mindestens einen Zweijahresvertrag und ist an der Seite von Alonso schon einmal untergegangen.

Hülkenberg-Management dementiert Verhandlungen

Auch Nico Hülkenbergs Name wird in Zusammenhang mit Ferrari immer wieder genannt. Sein Management dementiert eisern, dass bereits Gespräche stattgefunden haben, und dem Vernehmen nach wird die Force-India-Option erst im September fällig. Sollte Ferrari rein theoretisch schon davor auf ihn zugreifen wollen, wäre wohl eine Ablöse fällig. Aber: "Was will einer wie Kimi bei Ferrari? Das gilt eigentlich für jeden neben Alonso", findet Surer. Denn dass der Spanier keine ebenbürtige Nummer eins neben sich akzeptieren würde, gilt als offenes Geheimnis.

"Er wird in die Kamera lächeln und sagen: 'Kein Problem!' Und hinter den Kulissen wird er wie ein spanischer Stier dagegen kämpfen", vermutet Surer, dass Alonso einen Teamkollegen vom Kaliber eines Räikkönen oder auch Sebastian Vettel nicht akzeptieren würde. "Wenn du ein Lewis Hamilton bist, immer noch heiß, dann ist es eine andere Geschichte, aber Kimi hat Ferrari schon hinter sich. Ich kann es mir nicht vorstellen." Außerdem beruft sich die 'BBC' auf hochrangige Ferrari-Quellen, die die Räikkönen-Gerüchte als "Unsinn" bezeichnen.

"Es gibt viele Gerüchte", wird Lotus-Teamchef Eric Boullier von 'MTV3' zitiert. "Wir haben einen Zweijahresvertrag mit Kimi, aber wie in jeder Vereinbarung gibt es Optionen." Nämlich, dass der Finne aussteigen kann, wenn er in der Weltmeisterschaft nicht auf einem der ersten acht Ränge liegt. Sollte diese Information stimmen, ist er ohnehin fest an Lotus gebunden, denn der WM-Neunte Perez hat schon 69 Punkte Rückstand auf Räikkönen. Außerdem wäre es unklug, mitten im Titelkampf einen Wechsel zu einem der Konkurrenzteams bekannt zu geben.

"Ich glaube, Kimi ist glücklich bei uns", fährt Boullier fort. "Seine Erfahrung mit Ferrari war auch nicht die beste. Und neben Romain hat er es sicher leichter als neben Alonso. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kimi zweiter Fahrer bei Ferrari werden will, wenn er die Chance hat, hier die Nummer eins zu sein." Aber: "Es wäre nicht dumm, zurück zu Ferrari zu gehen", meint David Coulthard. "Ich glaube nicht, dass das viele überraschen würde. Wenn Ferrari Weltmeister werden will, brauchen sie zwei gleich starke Fahrer. Im Moment haben sie aber nur eine Nummer eins."

Nicht genug Punkte für die Gage

Was die Scuderia sucht, ist eine bequeme Nummer zwei, die sich Alonso unterordnet, aber trotzdem mehr Punkte für die Konstrukteurs-WM sammelt. Setzt man die bisher errungenen Zähler in Relation zum Gehalt (Alonso verdient angeblich 25, Massa 7,5 Millionen Euro), dann müsste Massa mindestens 50 Punkte auf seinem Konto haben. Tatsächlich ist er mit 25 Punkten WM-14. Also denkt das Team an Alternativen, aber: "Es muss mir jemand einen Fahrer zeigen, der ganz sicher besser ist als Massa. Das ist nicht so einfach", so Surer.

Zumal die Formkurve des Brasilianers seit einigen Wochen wieder nach oben zeigt. Die Gerüchte um seine Ablöse nehmen trotzdem weiter Fahrt auf - auch, weil Adrian Sutil kürzlich in Fiorano war, um einen Straßen-Ferrari zu testen. "Das war bei einer privaten Führung durch die Fabrik mit Freunden. Er hat keine Sitzprobe im Simulator oder Rennauto gemacht", relativiert Manager Manfred Zimmermann im Kölner 'Express'. "Ein Ferrari-Angebot würden wir sicherlich nicht ablehnen, aber derzeit gibt es keine Verhandlungen."

Bestätigt ist, dass Ferrari mit Mark Webber gesprochen hat, und auch Jenson Button wurden lange Zeit Kontakte zu Domenicali und Co. nachgesagt. Dass solche Namen von der Bildfläche verschwunden sind, ist insofern interessant, als das Profil dieser Routiniers eigentlich viel besser ins bekannte Schema passen würde als jenes von Hülkenberg, Perez und Co., denn: "Sind die schon so weit? Ferrari nimmt normalerweise immer erfahrene Leute. Man geht gegen Ende der Karriere zu Ferrari und nicht am Anfang", erläutert Surer.

Trotzdem würde er in der Rolle des Managers nicht grundsätzlich davon abraten, neben Alonso zu Ferrari zu wechseln: "Die Hoffnung ist natürlich, dass Alonso irgendwann aufhört. Das geht zwar noch eine Weile, wie man weiß, aber wenn man sieht, wie treu Ferrari zu seinen Piloten ist, wenn man sieht, wie lange Massa schon da fährt, dann ist da schon Hoffnung, dass der andere irgendwann aufhört. Die Chance ist da", sagt er. "Man kann zu Ferrari eigentlich kaum nein sagen." Und vor allem kann man dort in der Regel auch gutes Geld verdienen...

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