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Offiziell: Toyota wirft das Handtuch

04. November 2009 - 09:11 Uhr

Toyota wird aus der Formel 1 am Jahresende aussteigen - wirtschaftliche Interessen der Automobilgiganten gehen vor - Konzentration auf Kerngeschäft

Toyota-Teamlogo
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Eine große Überraschung ist es nicht mehr, Gerüchte über einen Formel-1-Ausstieg von Toyota gab es seit langer Zeit. Spätestens, als die Vertragsoptionen auf die Fahrer nicht mehr gezogen wurden, war klar, dass eine Entscheidung in Japan anstehen würde. Der Vorstand des Konzerns in Japan hat nun entschieden: Die Formel 1 ist kein Betätigungsfeld mehr.

Konzernpräsident Akio Toyoda gab in Tokio bekannt, dass man sich vermehrt um das Kerngeschäft bemühen möchte. Den Ausstieg aus der Formel 1 begründete er mit den "momentan schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen".

Damit ist das Formel-1-Abenteuer von Toyota nach acht Jahren beendet. 2002 stieg man nach riesiger Vorbereitung in die Formel 1 ein, doch in all den Jahren reichte es nur zu vereinzelten Achtungserfolgen. Einen Sieg konnte Toyota nie einfahren. In 140 Grands Prix reichte es zu 278,5 Punkten und je drei Pole-Positions und schnellsten Rennrunden.

Das genaue weitere Prozedere ist derzeit unklar. Ein Verkauf des Teams steht durchaus zur Debatte, dennoch bleibt nicht viel Zeit, einen Käufer zu finden. Auch aus der Formel 1 an sich könnte noch Ärger drohen, denn Toyota hat sich im Sommer vertraglich bis 2012 an die Formel 1 gebunden. Diesen Schritt verweigerte beispielsweise BMW vor dem Ausstieg. Konkrete Strafenzahlungen gibt es nicht, bei einem so frühen Ausstieg ohnehin. Allerdings kündigte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bereits an, dass man bei einem Ausstieg auch auf Schadensersatzklagen verzichten wird.

Sollte sich kein Käufer finden, der Team und Nennung für 2010 übernimmt, würde das in der Luft hängende Sauber-Team doch noch einen Slot für die nächste Saison bekommen. Für eine definitive Aussage in dieser Sache ist es aber noch zu früh.

Toyotas Ausstieg sorgt auch dafür, dass 2010 kein einziger japanischer Hersteller mehr in der Formel 1 vertreten ist. Der Ausstieg ist angesichts der Wirtschaftsdaten Toyotas nicht überraschend. Der so erfolgsverwöhnte Automobilkonzern sieht große Verluste auf sich zukommen - dabei schrieb man über 60 Jahre lang nur schwarze Zahlen.

Jarno Trulli und Timo Glock hatten bereits seit einigen Wochen die Freiheit, sich nach neuen Verträgen umzusehen. Im Falle von Trulli bat man den Italiener, mit einer Entscheidung zu warten, bis eine Entscheidung in Japan feststehen würde. Beide müssen sich nun auf jeden Fall neue Cockpits suchen.

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