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Haug: "Müssen zu unserem Partner stehen"

14. September 2007 - 20:56 Uhr

Mercedes-Sportchef Norbert Haug über die Rückzugsgerüchte um seinen Arbeitgeber, das umstrittene FIA-Urteil und den ersten Trainingstag in Belgien

Norbert Haug
Norbert Haug im Fahrerlager im Interview mit deutschen Journalisten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/Premiere) - Frage: "Herr Haug, Sie haben immer gesagt, nichts Unrechtes getan zu haben. Was sagt Ihnen jetzt diese Urteilsbegründung?"
Norbert Haug: "Das Gleiche! Wir kriegen die Bestätigung, dass nichts an unserem Auto zu finden ist, was dem Reglement nicht entspräche. Darauf wird klar hingewiesen (Anm. d. Red.: Stimmt nicht! Zwar kann McLaren-Mercedes nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass fremdes geistiges Eigentum tatsächlich verwendet wurde, aber eine Bestätigung dafür, dass kein fremdes geistiges Eigentum verwendet wurde, wird im FIA-Urteil mit keinem Wort erwähnt. Haugs Aussage ist also unwahr...)."

"Wir müssen es noch einmal in Ruhe durchlesen, denn man braucht nicht nur Techniker, sondern auch viele Anwälte mittlerweile in der Formel 1, aber es wird ausdrücklich bestätigt, dass hier kein Gebrauch gemacht worden ist von fremdem Material (Falschaussage - siehe oben; Anm. d. Red.). Ich kann noch einmal sagen, dass das nicht in unser Team gewandert ist. Es sind Annahmen, die von der FIA gemacht werden, aber es gibt keine Beweisführung, dass es 1:1 zum Nutzen verwendet wurde. Damit möchte ich es erst einmal bewenden lassen. Wir konzentrieren uns auf das, was wir eigentlich vorhaben, nämlich den Sport. Ich denke, das interessiert die meisten Zuschauer."

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Entschuldigung für die Spionageaffäre

"Es war nicht so, dass wir uns an irgendetwas bereichern wollten, was uns nicht gehört."
Norbert Haug

"Ich muss mich noch mal entschuldigen, dass es dieses lange politische Thema gab. Das wurde nicht von uns initiiert. Es hat ein Mitarbeiter, der sofort suspendiert worden ist, einen Fehler gemacht. Es sind keine Kenntnisse ins Team geflossen. Dieser Mitarbeiter hat eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, dass nichts ins Team geflossen ist. Ich denke, eine eidesstattliche Erklärung gibt man nicht so einfach ab, denn wenn man dabei erwischt wird, dass es nicht stimmen sollte, dann glaube ich ist Gefängnis angesagt - und das tut auch keiner gerne, der vielleicht mal das Konkurrenzmaterial inspiziert oder annimmt. Was immer der Hintergrund war: Es war nicht so, dass wir uns an irgendetwas bereichern wollten, was uns nicht gehört."

Frage: "Das hört sich an, als würden sie sich unschuldig fühlen. Was ist nun der nächste Schritt für McLaren-Mercedes?"
Haug: "Der nächste Schritt ist der Grand Prix von Spa. Dann schauen wir uns das Papier an und gucken, was wir weiter unternehmen werden. Aber ich möchte mich jetzt wirklich ganz klar auf den Sport konzentrieren - das wollen wir im ganzen Team. Wir haben heute die schnellsten Autos gestellt, wir sind die konstantesten Rundenzeiten gefahren. Ich hoffe, dass wir das fortsetzen können - das ist der Plan. Wir werden jetzt nicht immer und überall Monza-Ergebnisse aus dem Hut zaubern, aber unsere Tests waren hier gut und das Team ist so fokussiert wie nie. Ich hoffe, dass wir gut aufgestellt sind."

"Es ist eine hohe Belastung für die Motoren, nach Monza Spa zu fahren - eine höhere Belastung gab es noch nie in der Zeit der V8-Motoren. Wir haben bisher eine tadellos reine Weste, hatten noch nie ein Motorenproblem und hoffen, dass wir das fortsetzen. Aber die wichtigste Message - und das steht auf dem Papier: Wir haben uns nicht durch Spionageaktivitäten irgendwas angeeignet, was uns nicht gehört, und das ist eine gute Bestätigung (Falschaussage - siehe oben; Anm. d. Red.)."

Haug konzentriert sich auf das Rennwochenende

"Jetzt haben erst einmal die Racer das Wort."
Norbert Haug

Frage: "Werden Sie gegen das Urteil in Berufung gehen?"
Haug: "Das werden wir über das Wochenende besprechen. Wir arbeiten das Papier durch, das ist das Thema mit den Anwälten. Aber jetzt haben erst einmal die Racer das Wort."

Frage: "In den Medien wird spekuliert, dass sich Mercedes aus der Formel 1 zurückziehen könnte. Gibt es da Überlegungen?"
Haug: "Gut, die Spekulation wird es immer geben, aber mit dem Kenntnisstand, den wir in dem Papier lesen, wird es auch klar, dass wir unserem Partner nichts vorwerfen können und dass es keine Beweislage und keine Intention gibt, etwas Unrechtes zu tun. Ich denke, wir müssen in solchen Themen zu unserem Partner stehen, der hervorragende Arbeit leistet - über viele Jahre. Hätten wir nur den geringsten Zweifel, dass das nicht so ist, dann würden wir sicherlich Schritte einleiten, aber wir haben bei unserer Überprüfung nichts Derartiges festgestellt und die FIA hat bei ihrer rigiden, profunden Untersuchung auch nichts Derartiges festgestellt, dass Teile oder was auch immer aktiv verwendet worden sind. Das ist für uns entscheidend. Ich glaube nicht, dass wir auch nur den kleinsten Imageschaden hinnehmen. Ich denke, die Leute draußen verstehen ganz genau, was Sache ist."

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