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Mansell: "Wir mussten uns das alles erst verdienen"

05. Mai 2007 - 11:55 Uhr

Der Brite wundert sich, dass Hamilton wie einst Button über den grünen Klee gelobt wird, obwohl er noch kein Rennen und keine WM gewonnen hat

Nigel Mansell
Mansell musste zu seiner Formel-1-Zeit härter für den Erfolg arbeiten
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nigel Mansell ist auch mehr als elf Jahre nach seinem Formel-1-Rücktritt alles andere als entspannt. Er kümmert sich um die Motorsport-Karriere seiner beiden Söhne Leo und Greg und ist diesem Wochenende in der FIA-GT-Serie in Silverstone in einem Ferrari am Start. Der nach Siegen erfolgreichste britische Rennfahrer aller Zeiten gibt also weiterhin Gas - sowohl abseits als auch auf der Piste.

Wie dieser Tage mit seinen "Nachfolgern" in der Formel 1 von den Medien umgegangen wird, darüber kann sich der 31-malige Grand-Prix-Sieger nur wundern: "Jenson war finanziell extrem erfolgreich. Die Presse hat für ihn großartige Arbeit geleistet und er hat dennoch bisher lediglich ein Rennen gewonnen", so Mansell gegenüber dem 'Telegraph'.

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Von solch einem Luxus konnte der heute 53-Jährige während seiner Formel-1-Karriere nur träumen: "Wir mussten Rennen gewinnen und um die Meisterschaft mitfahren, bevor wir die Lorbeeren ernten konnten. Heute scheinst du sie zu bekommen, bevor du etwas erreicht hast."

Das, was einst Jenson Button erlebte, macht nun laut Mansell sein "Nachfolger" Lewis Hamilton durch. Auch er wird als neues Supertalent gefeiert und in den Himmel gelobt, obwohl er kein Rennen, geschweige denn eine Weltmeisterschaft gewonnen hat.

Nigel Mansell war jedoch auch einer von jenen, die Lewis Hamilton lobten - sogar noch bevor dieser ein Formel-1-Rennen bestritten hatte: "Ich hatte vorhergesagt, dass er in seinem ersten Rennen auf das Podium fährt." Dabei habe er aber auch Glück, dass er von Anfang an in einem konkurrenzfähigen Auto sitze: "Das macht einen Unterschied aus, bei allem Respekt."

Sein Weg sei jedoch von vorneherein "bestimmt" gewesen: "Lewis wurde bereits im jungen Alter gestriegelt, er wurde im Alter von 11 Jahren schon komplett gesponsored, kam in die besten Teams, machte alle Formel-Klassen durch. Da wurde meiner Meinung nach eine Menge cleveres Marketing angewandt. Meine Geschichte war da etwas härter..."

Die Familie Mansell musste eins das eigene Haus verkaufen, um in der Formel 3 an den Start gehen zu können. Dort war das Geld innerhalb von sechs Wochen verbrannt und Mansell wurde entlassen. Den Sprung schaffte Mansell von der Formel Ford in die Formel 1 - mit einem Budget von rund 44.000 Euro: "Heute sind das hunderttausende Euro", weiß Mansell.

In der heutigen Zeit würden die Teams die Leistung ihrer Fahrer mehr respektieren und sie aus diesem Grund auch vor den Medien abschotten: "Wenn du mit Alonso oder Hamilton sprechen möchtest, dann kannst du jetzt schon Mal anfangen, dich anzustellen..."

Der Druck sei auf die Piloten dieser Tage größer, dafür müssten sie sich weniger Sorgen machen: "In den 70er- und 80er-Jahren war die Todesrate ziemlich schrecklich", so der Weltmeister von 1992.

Nach den tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna im Jahr 1994 sind die Fahrer bei Unfällen glimpflich davongekommen: "Das nimmt den Fahrern sicherlich etwas den Druck. Wir hatten den Gedanken an die Gefahr die ganze Zeit in unseren Köpfen. Wir mussten damit umgehen."

Mansell vermisst in der Formel 1 dieser Tage ein erstklassiges Fahrerfeld. Er selbst fuhr in einer Saison gegen Fahrer wie Andretti, Lauda, Prost, Scheckter, Rosberg und Senna - alles Weltmeister und Ausnahmefahrer: "Heute gibt es nur Fernando Alonso..."

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