Kristensen über die spezielle Le-Mans-Atmosphäre

Die Faszination Le Mans macht nicht nur das Rennen alleine aus - Fans aus der ganzen Welt genießen jährlich die spezielle Atmosphäre

(Motorsport-Total.com) - Die 24-Stunden von Le Mans haben sich seit ihrer ersten Austragung 1923 zu einem der größten Motorsport-Events der Welt entwickelt. Speziell die Atmosphäre ist mit nichts anderem vergleichbar. Mehr als 230.00 Fans pilgern jedes Jahr an den Traditionskurs, um ein großes Spektakel zu erleben. Auch für Rekordsieger Tom Kristensen machen die Tausenden Zuschauer das Spezielle dieses Rennens aus.

Titel-Bild zur News: Allan McNish, Rinaldo Capello, Tom Kristensen, Sebring, Sebring International Raceway

Auch die Fahrer genießen die spezielle Le-Mans-Atmosphäre

"Traditionell viele Fans kommen aus Großbritannien, aus den Benelux-Ländern und natürlich aus Frankreich", findet der 42-Jährige. "Seit einigen Jahren kommen aber auch viele Dänen. Meine Teamkollegen scherzen immer, dass Dänemark Mitte Juni wohl ziemlich leer ist", sagt Kristensen über seine Landsleute. "Dieses Jahr werden über 25.000 erwartet. Im vergangenen Jahr habe ich am Freitag vor dem Rennen meine Teamkollegen Allan McNish und Dindo Capello in eines der dänischen Camps genommen. Da waren über 3.000 Leute in einem einzigen Zelt, ein tolles Erlebnis!"#w1#

Le Mans ist Technik auf höchstem Niveau, aber auch Motorsport zum angreifen. Die meisten Fans sind eine ganze Woche vor Ort und vertreiben sich die Zeit zwischen den Trainings mit Konzerten, Ausstellungen und Partys. Dabei ist Kristensen von der Kompetenz beeindruckt: "Die Zuschauer, die wir vor Ort treffen, wissen sehr viel über uns Fahrer und die Autos. Das sind richtige Fachleute, die sich auch viel Zeit für das Museum und Ausstellungen nehmen."

Der Kontakt zwischen Fans und Akteuren ist in Le Mans die Würze, warum viele Leute an die Strecke pilgern. "So viele Autogramme wie in Le Mans schreibe ich sonst nie. Es ist eine enorme Verantwortung, den richtigen Mittelweg zu finden: freundlich und offen, aber gleichzeitig voll konzentriert auf das Rennen", beschreibt Kristensen den Rummel um seine Person.


Fotos: 24 Stunden von Le Mans, Rennen


"Ich genieße das Interesse der Fans. Und selbst im Rennauto nehme ich die Zuschauer an der Strecke und ihren Rhythmus wahr. Am Abend riecht man vor allem im Bereich der Arnage-Kurve, dass dort gegrillt wird. Sonntagmorgen sieht man auch schlafende Zuschauer", beschreibt Krisensen seine Eindrücke aus dem Cockpit.

Die meisten Fans verfolgen den Marathon aber vor den Fernsehbildschirmen. In den USA, aber auch in Asien hat Le Mans einen sehr hohen Stellenwert. Speziell in Japan schätzen viele Leute die Ausdauer-Belastung, die Technik und Mensch abverlangt wird. Trotzdem findet Kristensen: "Deutschland hat da im internationalen Vergleich noch etwas Nachholbedarf. Wenn Michael Schumacher seine Siege nicht in der Formel 1, sondern in Le Mans gefeiert hätte, wäre das Interesse in Deutschland wahrscheinlich genauso groß."

Am Ende des Rennwochenendes stehen die siegreichen Piloten auf dem Podest und werden gefeiert. Acht Mal konnte Kristensen in seiner Karriere bereits den Siegerchampagner genießen. Die Erlebnisse auf dem Treppchen sind aber auch für ihn jedes Mal etwas Besonderes: "Das Größte ist, nach einem Sieg auf dem Podium zu stehen und auf die riesige Menschenmenge herunterzuschauen. Wenn du da stehst, hast du gemeinsam mit deinem Team etwas ganz Besonderes geschafft. Und die Kombination aus Adrenalin, Müdigkeit und Freude ergibt dabei eine fantastische Atmosphäre, die wir zusammen mit den Zuschauern genießen."