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Umstieg auf Diesel: BMW wartet FIA-Reaktion ab

Schon vor Valencia will die FIA entscheiden, wie es in Sachen Diesel-Richtlinien weitergeht - Davon macht BMW einen möglichen Umstieg abhängig

(Motorsport-Total.com) - Bei den WTCC-Rennen in Puebla wurde deutlich, was viele schon vor der Saison befürchtet hatten: SEAT war mit dem Turbodiesel nicht zu schlagen. BMW hat bisher noch gezögert, auf Diesel-Technologie umzusteigen. Beim Motorsportstammtisch in München hat 'Motorsport-Total.com' deshalb BMW Motorsportdirektor Mario Theissen gefragt: Wann bauen Sie den Diesel ein?

Andy Priaulx

BMW ist noch unentschlossen, ob man auf Diesel umsteigen soll Zoom

"Ich weiß es nicht", antwortete Theissen. "Wir erwarten schon, dass die FIA jetzt nach Puebla reagiert. Sie haben es auch angekündigt." Vor der Saison hieß es noch, die FIA beobachte das Kräfteverhältnis während der ersten vier Rennwochenenden und nehme dann mögliche Änderungen an den Richtlinien vor. Dann hieß es, die FIA reagiere nach dem dritten Rennwochenende. Jetzt geht es offenbar noch schneller. "Ich habe jetzt die Information bekommen, dass man vor Valencia eingreifen will", so Theissen. "Von diesem Eingriff hängt es ab, was wir tun."#w1#

Umstieg würde problemlos gehen

Auf Dieseltechnologie umzusteigen, sei kein Problem, erklärte der Motorsportdirektor weiter: "Wir haben im Winter einmal auf die Schnelle einen Diesel getestet, den wir im Prinzip haben. Das Auto war verdammt schnell, auf jeden Fall schneller als das, was heute rumfährt - unter den heutigen Reglementbedingungen. Wir können das Auto bringen."

"Es wäre für die Serie nicht gut, weil sie dann zu einer Diesel-Meisterschaft wird." Mario Theissen

BMW halte allerdings nicht viel davon, auf Diesel umzusteigen. "Es wäre für die Serie nicht gut, weil sie dann zu einer Diesel-Meisterschaft wird", so Theissen. Er fürchtet, dass die anderen Teams und Hersteller dann aussteigen würden. "Zum anderen wäre es auch nicht gut für unsere breite Kundenbasis", fuhr er fort. "Wir haben weltweit etwa 150 3er in privater Hand laufen und die müssten alle ein sehr viel Geld ausgeben, um auf Diesel umzusteigen. Das kann nicht sinnvoll sein." Theissen erwarte sich eine Reaktion auf die Kräfteverhältnisse, "weil die FIA immer beteuert hat", dass sie keine Diesel-Übermacht wolle.

Der Knackpunkt ist der Turbo

Das grundlegende Problem sei jedoch gar nicht die Dieseltechnologie, so Theissen: "Das Problem ist der Turbo. Auch wenn Sie einen Turbo-Benziner einsetzen, haben Sie dasselbe Problem." So sei bei einem Turbo-Motor unter anderem der Entwicklungsspielraum viel größer, weil das Konzept neu sei. "Die Sauger sind bis auf drei, vier PS ausgereizt. Bei dem Turbo geht eine ganze Menge."

Die Richtlinien so zu gestalten, dass zwischen Heck- und Fronttrieblern und zwischen Turbodiesel-Fahrzeugen und Benzinern faire Verhältnisse herrschen, ist laut Theissen "eine schwierige Geburt". "Es wird dazu führen, dass das WTCC-Büro von Rennen zu Rennen eingreift, vielleicht sogar noch am Samstagabend. Das ist unerträglich. Das ist die Steuerung des Rennens über den grünen Tisch." Die einzige Lösung: Irgendwann braucht die WTCC ein neues Reglement.

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