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Saisonausblick 2012: So tippen die WTCC-Experten

'Motorsport-Total.com' hat einige Experten zu ihren Prognosen für die WTCC-Saison 2012 befragt: Erfahren Sie, wer als Favorit gehandelt wird

(Motorsport-Total.com) - Im Sonnenschein von Monza vergehen die letzten Stunden vor dem offiziellen Saisonstart der WTCC wie im Fluge. Die Uhr tickt unaufhaltsam und bald hat das lange Warten ein Ende. Am Samstag ist es schließlich soweit: Im Qualifying werden die Akteure der Tourenwagen-WM wohl erstmals zeigen, was 2012 in ihren Autos steckt. Am Sonntag werden dann in den Sprintrennen die ersten Sieger ermittelt.

Start in Zolder 2011

Die WTCC startet durch: Am Wochenende beginnt in Monza die neue Rennsaison Zoom

Die große Frage ist aber schon jetzt: Wer wird denn am Saisonende als Weltmeister abgewinkt? Eine Antwort darauf gibt es noch nicht, wohl aber einige Anzeichen. Die Testfahrten in Monza hielten für Fans und Experten zum Beispiel erste Anhaltspunkte bereit: Chevrolet ist wieder in Topform, die Konkurrenz tut sich teilweise schwer. Und was all dies bedeutet, wird sich schon sehr bald zeigen.

Bis dahin stehen Prognosen und Vermutungen auf der Pole-Position - und dieser Saisonausblick gibt einen ersten Eindruck davon, wie sich das Rennjahr 2012 entwickeln könnte. 'Motorsport-Total.com' befragte nämlich einige WTCC-Experten zu ihren Erwartungen für die in Kürze beginnende Saison, lässt die vermeintlichen Favoriten zu Wort kommen und gibt auch die Meinung der Fans wieder.


Die Saisonvorschau von Tom Coronel

Letztere rechnen übrigens mit einem Zweikampf um den Fahrertitel: Rob Huff (Chevrolet) und Yvan Muller (Chevrolet) gingen aus einer Umfrage bei 'Motorsport-Total.com' als klare Spitzenreiter hervor. Die beiden bestimmenden Piloten der vergangenen Saison vereinten alleine fast 70 Prozent der rund 200 Stimmen auf sich. Erlebt die WTCC also eine Neuauflage des engen WM-Duells von 2011?

Huff und Muller stehen wieder hoch im Kurs

Zu diesem Schluss gelangten auch die fünf Medienvertreter, die von 'Motorsport-Total.com' um ihre Prognosen für 2012 gebeten wurden. Dabei nominierte jeder Experte seine persönlichen Favoriten für die Top 10 der WM-Gesamtwertung und für die Top 3 der Privatierwertung. Anschließend wurden die jeweiligen Fahrer dem Punkteschema 10-9-8-7-6-5-4-3-2-1 beziehungsweise 3-2-1 zugeordnet.

Uwe Winter

Uwe Winter sitzt bei Eurosport hinter dem TV-Mikro und kommentiert die WTCC Zoom

Das Resultat ist verblüffend: Huff und Muller erreichten im Schnitt nämlich exakt die gleiche Punktzahl. Die beiden bestplatzierten Fahrer der vergangenen Saison kamen jeweils auf 9,2 Zähler und wurden von den teilnehmenden Medienvertretern zweimal auf Platz eins, zweimal auf Platz zwei und einmal auf Platz drei notiert. Der Rest der Top 6 liest sich dann fast wie das WM-Ergebnis von 2011.

Alain Menu (Chevrolet) wird bei durchschnittlich 8,0 Punkten als Dritter gesehen, Gabriele Tarquini (SEAT) steht mit 7,0 Zählern auf Rang vier. Tom Coronel (BMW/6,2), Tiago Monteiro (SEAT/4,6) und Norbert Michelisz (BMW/3,6) nehmen die weiteren Plätze ein. Dann eine Überraschung: Tom Chilton (Ford/2,2), der in diesem Jahr in der WTCC debütiert, kam in der Expertengunst gleich auf Platz acht.

Stefano D'Aste (BMW/1,4), Franz Engstler (BMW/1,4) und Darryl O'Young (SEAT/1,4) beschließen das Klassement der Medienvertreter punktgleich auf der neunten Position. Zwei dieser drei Piloten tauchen dann auch bei den Privatiers weit vorne auf: Michelisz (2,0) erreichte in dieser Kategorie im Schnitt aber die besseren Noten als seine beiden erfahrenen Rivalen Engstler (1,8) und D'Aste (1,0).

Vielleicht kommt aber doch alles anders ...

Wie zutreffend diese Tipps sind, kann letztendlich nur der Saisonverlauf zeigen. Die WTCC-Experten wissen ihre Auswahl aber zu begründen. Dass an der Spitze der Prognosenwertung nur Chevrolet-Piloten auftauchen, liegt laut Eurosport-Kommentator Uwe Winter auf der Hand: "Chevrolet wird auch 2012 das Team sein, das es zu schlagen gilt." Einzig die teaminterne Reihenfolge ist umstritten.

Norman Adelhütte

Norman Adelhütte zeichnet für das WTCC-Magazin bei RTL verantwortlich Zoom

Norman Adelhütte, der das WTCC-Magazin für RTL erstellt, rechnet fest mit Huff. "Er ist an der Reihe, weil er in einem perfekt vorbereiteten Team hungriger sein wird als die Konkurrenz. Zudem wird er als starker Qualifier im neuen System noch mehr Punkte sammeln", meint Norman Adelhütte. Neil Hudson von 'Touring Car Times' warnt jedoch davor, in Muller den aktuellen Weltmeister vorzeitig abzuschreiben.

"Es wäre töricht, den dreimaligen Champion nicht auf der Rechnung zu haben. Er hatte 2011 zwar einen schwierigen Saisonstart und zeigte erstmals seit seinem WTCC-Beitritt eine Schwäche, doch er riss das Ruder rasch wieder herum. Zur Saisonmitte war er wieder zurück in seiner dominanten Form", sagt Neil Hudson. Und genau darin liegt für Redakteur Stefan Ziegler die wahre Stärke von Muller.

"Seine unglaubliche Konstanz beschert seinen Konkurrenten schon seit Jahren viel Kopfzerbrechen. Yvan mag vielleicht auf eine schnelle Runde nicht der Allerbeste sein, doch seine Rennleistungen gleichen dieses kleine Manko, wenn man bei ihm denn eines finden möchte, zweifellos aus", meint Stefan Ziegler (Folge ihm auf Twitter!). 'Motorsport-Total.com'-Kolumnist Pit Lane lässt sich davon aber nicht überzeugen.

Können Menu und Tarquini positiv überraschen?

"Eigentlich sollte ich ja zu den 'British Boys' im Feld halten und Rob Huff als neuen Weltmeister nennen, doch 2012 sehe ich eher Alain Menu vorne. Ich glaube nämlich: Wenn er einmal eine Saison ohne unglückliche Zwischenfälle zustande kriegt, ist er eine richtig große Nummer", sagt Pit Lane. Eine Einschätzung, die nicht von allen Kollegen geteilt wird. Menu gilt nicht als absoluter WM-Favorit.

Neil Hudson

Neil Hudson berichtet für 'Touring Car Times' über die Tourenwagen-WM Zoom

Norman Adelhütte und Uwe Winter sehen Menu auch 2012 mehr als dritte Kraft im Chevrolet-Team denn als absoluten Frontrunner, doch Hudson bricht eine Lanze für den Schweizer: "Man darf nicht vergessen, dass er 2011 seine bisher beste WTCC-Saison hatte." Ziehe man die Zwischenfälle in Monza und Budapest sowie den Totalausfall in Macao ab, wäre Menu ein Titelkandidat gewesen.

"Das weiß niemand besser als er selbst", meint Neil Hudson (Folge ihm auf Twitter!). "Ich denke, man darf erwarten, dass er etwas beweisen möchte. Er ist mehr als dazu in der Lage, es in diesem Jahr zu schaffen." Vielleicht steht den WTCC-Fans 2011 also bis zum Schluss ein spannender Dreikampf bevor. Oder kommt alles doch ganz anders und die Konkurrenz kann Chevrolet 2012 richtig die Stirn bieten?

Im Falle von Tarquini, der als Speerspitze der SEAT-Verteter angesehen wird, hängt dies laut Uwe Winter vom Umfang der Werksunterstützung ab, die der Lukoil-Rennstall in diesem Jahr erfährt. Ist das Material wettbewerbsfähig, wird auch Tarquini wieder vorne mitmischen. Davon ist auch Stefan Ziegler überzeugt: "Für mich zählt Gabriele auf jeden Fall zu den Anwärtern auf WTCC- Laufsiege."

Viele Kandidaten für die Rolle der BMW-Speerspitze

"Auch deshalb, wer er als alter Haudegen meist noch mehr aus seinem Auto herausholt als seine Markenkollegen. Vielleicht reicht dies 2012 ja aus, um Chevrolet ein bisschen zu ärgern", sagt Stefan Ziegler (Werde sein Freund auf Facebook!) und Pit Lane ergänzt: "Mal ehrlich: Wenn nicht Gabriele Tarquini die Chevrolet-Fahrer ganz vorne aufmischt, wer sollte es denn sonst tun? BMW sehe ich jedenfalls nicht in Schlagdistanz."

Stefan Ziegler

Bei 'Motorsport-Total.com' ist Stefan Ziegler für die WTCC-Berichte zuständig Zoom

Damit trifft der 'Motorsport-Total.com'-Kolumnist einen wunden Punkt bei den vielen BMW-Teams im Starterfeld, denn der BMW 320 TC wurde zuletzt kaum verbessert. Coronel, Engstler, Michelisz und ihre Markenkollegen werden daher 2012 mangels Weiterentwicklung von BMW mit stumpfen Waffen kämpfen, erklärt Uwe Winter. Wer bester BMW-Pilot sein wird, ist derzeit noch kaum absehbar.

"Norbert konnte sich ein Jahr lang an den BMW gewöhnen und hat alles, was er braucht, um die BMW-Speerspitze zu werden", meint Neil Hudson. "Er wird weiter lernen und seiner Fehlerquote verringern. Dann dürfte er im BMW durchaus eine Chance auf Siege haben." Ob er damit aber gegen die Routine von Coronel ankommen kann? Der Niederländer war 2011 sehr ordentlich unterwegs.

Und er hat noch große Pläne, wie Norman Adelhütte mit einem Augenzwinkern hinzufügt: "Bevor 'Major Tom' Astronaut wird und endgültig abhebt, fährt er eine sehr bodenständige Saison. Tom gewinnt zwei Rennen und fliegt danach zum Mond." Für einen Höhenflug ganz anderer Art hat Norman Adelhütte Ford-Pilot Chilton im Visier: "Er wird die Überraschung des Jahres", meint er.

Mischt der neue Ford Focus das Starterfeld auf?

"Tom wird die Umstellung von der BTCC auf die WTCC relativ rasch schaffen. Der neue Ford Focus scheint nach den Testfahrten jedenfalls bereit zu sein", sagt Norman Adelhütte. Pit Lane hält ebenfalls große Stücke auf das Rennprojekt des Aon-Rennstalls: "Sie gehen alles sehr, sehr gewissenhaft an. Das Team weiß, wo es hin will. Und ganz nebenbei bemerkt: Der Sound des Focus' ist einfach geil."

Pit Lane

Und wer wird 2012 Weltmeister? Auch Pit Lane kommt bei dieser Frage ins Grübeln Zoom

Reichlich Musik dürfte 2012 auch in der Privatierwertung drin sein, denn gleich mehrere Fahrer werden als Titelkandidaten gehandelt. "Alte Liebe rostet nicht. Somit wird Stefano D'Aste mit Wiechers wieder für Furore sorgen", meint Norman Adelhütte. Uwe Winter sieht dagegen Franz Engstler vorne. Speziell nach dem Laufsieg in Oschersleben 2011 sei der Gesamtsieg für Engstler sogar "überfällig".

Oder macht doch Michelisz das Rennen? "Wenn er seine Fehlerquote senkt und die bisher gelernten Lektionen umsetzen kann, führt kein Weg an ihm vorbei", sagt Stefan Ziegler. "Jetzt kennt Norbert die Eigenarten der WTCC aus dem Effeff und ist auch mit dem BMW 320 TC bestens vertraut." Vielleicht mischt aber auch O'Young an der Spitze mit, auch wenn Uwe Winter da ein paar Zweifel hat.

"Mit gutem Material und seiner Routine sollte er für Platz drei gut sein, aber mehr würde mich überraschen. Als Chinese ist er jedenfalls nicht unwichtig für den VW-Konzern. Und jetzt ist er in der WTCC endlich für das Unternehmen aktiv", erklärt Uwe Winter und Pit Lane (Werde sein Freund auf Facebook!) merkt an: "Unterschätzt mir die Neulinge nicht! In der Privatfahrer-Wertung gibt es genug Raum für starke Einzelleistungen."

Am Ende kann es nur einen geben ...

Solche braucht es 2012 von allen Beteiligten, soll am Jahresende die "1" vor dem eigenen Namen auftauchen. Der Fahrer mit dieser Startnummer, Muller, stapelt aber betont tief und zeigt sich sehr zurückhaltend. Er sehe keinen Grund darin, das neue Rennjahr anders anzugehen als alle vorherigen Saisons. "Wir fangen schließlich wieder einmal bei Null an. Es gibt keine Garantien", meint Muller.


Fotos: WTCC-Testfahrten in Monza


Er gebe sich für das neue Jahr "keine besonderen Ziele" vor, wolle aber sein Bestes tun und sich vor allem nicht selbst zu sehr unter Druck setzen. Denn Druck von außen wird sicherlich kommen. Allen voran von Huff. Der britische Rennfahrer möchte sich in dieser Saison für seine knappe Niederlage revanchieren und seinerseits endlich Platz eins erobern. Seine Zielsetzung liegt also auf der Hand.

"Es braucht das gewisse Extra, um einen Tourenwagen-Star wie Yvan zu schlagen. Genau das habe ich in diesem Jahr vor", sagt Huff. Er sei "so motiviert und so entschlossen wie eh und je", 2012 den WM-Titel zu erobern. Das würden aber wahrscheinlich noch 24 weitere WTCC-Piloten vor dem Start in die Saison von sich behaupten. Fans und Experten dürfen also zurecht richtig gespannt sein.

Die Experten-Prognose für die WM-Fahrerwertung (Top 10):

01. Rob Huff (Chevrolet) - 9,2
01. Yvan Muller (Chevrolet) - 9,2
03. Alain Menu (Chevrolet) - 8,0
04. Gabriele Tarquini (Lukoil/SEAT) - 7,0
05. Tom Coronel (ROAL/BMW) - 6,2
06. Tiago Monteiro (Tuenti/SEAT) - 4,6
07. Norbert Michelisz (Zengö/BMW) - 3,6
08. Tom Chilton (Aon/Ford) - 2,2
09. Stefano D'Aste (Wiechers/BMW) - 1,4
09. Franz Engstler (Engstler/BMW) - 1,4
09. Darryl O'Young (Special Tuning/SEAT) - 1,4

Die Experten-Prognose für die Privatierwertung (Top 3):

01. Norbert Michelisz (Zengö/BMW) - 2,0
02. Franz Engstler (Engstler/BMW) - 1,8
03. Stefano D'Aste (Wiechers/BMW) - 1,0

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