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  • 01.04.2012 14:59

  • von Stefan Ziegler

Muller spaziert zum Sieg

Chevrolet-Fahrer Yvan Muller dominierte das erste Rennen von Spanien nach Belieben und feierte im dritten Saisonrennen seinen dritten WTCC-Saisonsieg

(Motorsport-Total.com) - Spazierfahrt in Spanien: Yvan Muller (Chevrolet) lässt weiterhin keine Zweifel daran aufkommen, wer 2012 der Favorit auf den WM-Titelgewinn ist. Der französische Rennfahrer fuhr in Valencia zu einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg und baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus. Für Muller war es bereits der 24. WTCC-Erfolg - und nach dem "Doppelschlag" von Monza bereits der dritte Saisonsieg.

Titel-Bild zur News: Yvan Muller

Yvan Muller und dann lange nichts: Der Weltmeister dominierte in Valencia

Die Entscheidung am Circuit Ricardo Tormo fiel bereits am Start: Muller setzte sich dabei erfolgreich gegen Gabriele Tarquini (Lukoil) zur Wehr und in den folgenden zwölf Runden sukzessive von seinem früheren Teamkollegen ab. Im Ziel lag Chevrolet-Fahrer Muller fast genau sieben Sekunden vor SEAT-Pilot Tarquini, der vor dem sehr aggressiv fahrenden Tom Coronel (ROAL) knapp Zweiter wurde.

Überraschenderweise kamen Rob Huff (Chevrolet) und Alain Menu (Chevrolet) nur bedingt gut voran. Das Duo wurde nach einem mäßig spannenden Rennen nur auf den Plätzen vier und fünf abgewinkt. Einen schönen Erfolg feierte indes Pepe Oriola (Tuenti) auf Rang sechs: Der spanische Lokalmatador siegte in der Privatierkategorie vor Norbert Michelisz (Zengö) und dem Deutschen Franz Engstler (Engstler).

Cerqui und D'Aste sorgen für Spannung

Doch der Reihe nach: Beim fliegenden Start schien es zunächst, als könnte Tarquini seinem alten Widersacher ein Schnippchen schlagen, doch Muller setzte sich geschickt zur Wehr und behielt die Spitzenposition. Dahinter kam es zu einigen Scharmützeln, aber überraschend flog in den beiden ersten Kurven niemand ab. Stattdessen verstrickte sich das Mittelfeld sofort in enge Zweikämpfe.


Die WTCC-Rennen in Valencia

Während Muller an der Spitze das Tempo vorgab und Tarquini, Coronel, Huff und Oriola hinter sich versammelt hatte, fanden sich zwei Italiener: Alberto Cerqui (ROAL) und Stefano D'Aste (Wiechers) trugen fast über die komplette Renndistanz ein packendes Duell aus, das letztendlich der Routinier für sich entschied. Ebenfalls in dieser Gruppe mit dabei: Der stark fahrende Ford-Pilot James Nash (Aon).


Fotos: WTCC in Valencia


Nash schnupperte mit seinem Ford Focus S2000 TC lange Zeit an den ersten WM-Punkten, wurde letztendlich aber noch hinter D'Aste auf Rang zwölf abgewinkt. Mit der Entscheidung hatte er also genauso wenig zu tun wie alle weiteren Piloten hinter Muller. Der aktuelle Weltmeister und souveräne WM-Tabellenführer spulte Runde um Runde ab wie ein Uhrwerk und cruiste locker zum Rennsieg.

Coronel und Tarquini kämpfen bis zum Schluss

Dahinter musste sich Coronel erst einmal gegen Huff und Menu verteidigen, die anfangs kräftig Druck auf den "fliegenden Holländer" ausübten. Je länger das Rennen andauerte, desto mehr kam jedoch Coronel in Fahrt - dem geringeren Reifenverschleiß sei Dank. Ab der Hälfte der Distanz ging der BMW-Pilot seinerseits in Angriff über und attackierte den zweitplatzierten Tarquini recht heftig.

Coronel klopfte gleich mehrfach vorsichtig an, was ihm die Rennleitung aber übel nahm: Umgehend bekam Coronel die schwarz-weiße Flagge gezeigt und wurde damit offiziell verwarnt. Deshalb ging der Niederländer etwas zurückhaltender ans Werk, ließ allerdings nicht locker. Bis zur letzten Kurve der letzten Runde kämpfte er mit Tarquini, um letztlich um 0,244 Sekunden den Kürzeren zu ziehen.

Huff und Menu rollten 1,7 Sekunden dahinter unspektakulär auf den Positionen vier und fünf über die Linie, während Oriola, Michelisz, Engstler sowie Tiago Monteiro (Tuenti) und Darryl O'Young (Special Tuning) die Top 10 komplettierten. D'Aste und Nash liefen nach einem kampfbetonten Rennen auf den weiteren Plätzen ein. Tom Chilton (Aon) kam im zweiten Ford Focus nur als 19. ins Ziel.