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  • 26.08.2007 · 17:32

Müller: "Natürlich bin ich nicht happy"

Für Jörg Müller endete das Heimspiel mit Frust: Mit seinem Aus verlor er die Gesamtführung, allerdings sind sechs Punkte Rückstand für ihn "nicht die Welt"

(Motorsport-Total.com/sid) - Der Heimvorteil hat Jörg Müller kein Glück gebracht: Ausgerechnet beim einzigen deutschen Gastspiel der Tourenwagen-WM in Oscherleben hat der BMW-Werkspilot die Führung in der Gesamtwertung verloren. Nach Platz vier im ersten Lauf, in dem Seat-Pilot Yvan Muller (Frankreich) mit dem ersten Diesel-Sieg WM-Geschichte schrieb, wurde Müller im zweiten Rennen von dessen Teamkollegen Jordi Gene (Spanien) schon in der ersten Kurve von der Strecke gerempelt.

Oschersleben Rennen 2

Das war es mit der Gesamtführung: Jörg Müller im Sandwich

"Natürlich bin ich nicht happy", meinte der 37-Jährige, nachdem der erste Ärger verraucht war: "Aber sechs Punkte Rückstand sind nicht die Welt. Beim nächsten Rennen in Brands Hatch greife ich wieder an." Diese sechs Punkte liegt Müller mit 63 Zählern jetzt hinter seinem brasilianischen Teamkollegen Augusto Farfus (69) zurück, der den zweiten Lauf vor Weltmeister Andy Priaulx (Großbritannien) in einem weiteren BMW 320si gewann und den Münchnern den zehnten Sieg in zwölf EM- und WM-Läufen in Oscherleben bescherte.#w1#

Auch Priaulx (68) zog in der Gesamtwertung wieder an Müller vorbei, der den Briten im ersten Lauf bei seiner Fahrt auf Rang vier noch hinter sich gehalten hatte. Pech hatte neben Müller auch der zweite deutsche Pilot Peter Terting. Der 23-Jährige aus Kempten schied bei seinem WM-Comeback als Gaststarter in einem Seat im ersten Rennen schon in der ersten Runde aus und belegte im zweiten
Lauf Rang 22.

"Meine Hinterradaufhängung ist so stark beschädigt worden, dass ich aufgeben musste." Jörg Müller

Müller dagegen, der nach dem Vizetitel des Vorjahres in diesem Jahr Weltmeister werden will, hatte eigentlich einen guten Start ins zweite Rennen erwischt und sich bis zur ersten Kurve vom fünften auf den dritten Platz vorgearbeitet. Dann fuhr ihm jedoch Gene in die Seite und drückte ihn durchs Kiesbett in einen Reifenstapel. "Dabei ist meine Hinterradaufhängung so stark beschädigt worden, dass ich aufgeben musste", sagte Müller, der dann frustriert die Box ansteuern musste.

Im ersten Lauf hatte Müller noch fünf Punkte geholt und seinen Führung vor Farfus (7.) und Priaulx (5.) noch ausgebaut. Den Sprung aufs Treppchen hatte ihm aber der Brite James Thomson verwehrt, der
in der turbulenten Startphase am BMW-Piloten vorbeigeschlüpft und ihn danach hinter sich hielt. "Hier gibt es keine Chance, zu überholen", meinte Müller. Zwei Massencrashs hatten schon nach wenigen Metern bereits 11 von 26 Autos aus dem Rennen geworfen.

Nullnummern für Larini und Menu

Komplett leer gingen in Oschersleben die Chevrolet-Piloten Nicola Larini (Italien/48) und Alain Menu (Schweiz/45) aus, auch der beinamputierte Italiener Alessandro Zanardi, der 2005 in Oscherleben als erster behinderter Rennfahrer ein WM-Rennen gewonnen hatte, holte bei einem Ausfall und einem 15. Platz keine Punkte.

Neue zweite Kraft hinter dem führenden BMW-Trio ist Seat, das durch Muller schon beim zweiten Einsatz des neuen Diesels den ersten Sieg holte. "Es war ein Risiko, den Diesel einzusetzen, aber wir sind es eingegangen", meinte Muller, der den ersten Lauf vor Markenkollege Gabriele Tarquini (Italien) in einem alten benzingetriebenen Seat gewann: "Ich bin stolz auf den ersten Diesel-Sieg, auch wenn mir die historische Tragweite noch gar nicht richtig bewusst ist." Nach den Plätzen fünf und sieben im zweiten Lauf belegen Muller (56) und Tarquini (51) jetzt die Ränge vier und fünf im Gesamtklassement.

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