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WRC Belgien: Tänak feiert bei Ypern-Rallye zweiten Sieg in Folge

Ott Tänak hat sich den Sieg bei der Ypern-Rallye gesichert und den WM-Rückstand auf Kalle Rovanperä weiter verkürzt - WM-Leader mit Trostpflaster Powerstage

(Motorsport-Total.com) - Hyundai-Pilot Ott Tänak hat die Nerven bewahrt und sich den dritten Saisonsieg der Rally-Weltmeisterschaft 2022 gesichert. Der Este hielt seinen Konkurrenten Elfyn Evans am Schlusstag auf Distanz und gewann die Ypern-Rallye in Belgien mit fünf Sekunden Vorsprung auf den Toyota-Fahrer.

Ott Tänak (Hyundai) bei der Ypern-Rallye in Belgien 2022

Ott Tänak gewinnt in Ypern die zweite Rallye in Folge Zoom

Der Weltmeister von 2019 geriet am Sonntagmorgen noch einmal unter Druck von Evans, konnte seinen Vorsprung aber ins Ziel retten. Für Tänak ist es nach der Rallye Finnland vor zwei Wochen bereits der zweite Sieg in Folge.

Tänak und sein Co-Pilot Martin Järveoja zeigten von Start bis Ziel eine fehlerlose Leistung. Der Este gehörte von Beginn an zu den Siegkandidaten und beendete den Freitag nur 2,5 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Thierry Neuville, der sein Heimspiel angeführt hatte.

Am Samstag holte sich Tänak kurzzeitig die Führung von Neuville, bevor dieser einige Etappenbestzeiten in Folge fuhr und sich absetzen konnte. Ein Getriebeproblem schien die Siegchancen des WM-Zweiten noch zu verringern, sodass er zwischenzeitlich 18,3 Sekunden Rückstand hatte - bis Neuville nach einem Fahrfehler in einen Graben fuhr und ausschied.

Einmal wieder in Führung liegend, konnte Tänak Evans hinter sich halten, der während des größten Teils der Rallye Schwierigkeiten hatte, den Sweet Spot in seinem GR Yaris zu finden. Der Waliser verlor Zeit durch einen Reifenschaden und erhielt nach einem Zeitenfehler seines Co-Piloten eine Zehn-Sekunden-Strafe, beendete die Veranstaltung aber mit fünf Etappensiegen.

Platz drei ging an Toyotas Esapekka Lappi, der sich in einer Rallye mit hoher Ausfallquote aus allen Schwierigkeiten heraushalten konnte. Für den Finnen war es der zweite Podestplatz in Folge, nachdem er bereits bei seinem Heimspiel in Finnland Platz drei belegt hatte.

Frühes Aus für WM-Leader Rovanperä

Für WM-Leader Kalle Rovanperä war die Rallye nach dem ersten wirklich großen Fehler in dieser Saison schon am Freitag gelaufen. Der Finne überschlug sich in Führung liegend bereits auf der zweiten Etappe, nachdem er eine Kurve falsch eingeschätzt hatte.

Rovanperä stieg nach einer Reparatur seines stark zerstörten GR Yaris wieder in die Rallye ein und konnte sich zumindest die fünf Bonuspunkte für den Gewinn der Powerstage am Ende sichern, dennoch reduzierte sich sein Vorsprung in der WM auf 74 Punkte.

Hyundai-Pilot Oliver Solberg schlug nach seinem Unfall-Aus in Finnland zurück und fuhr mit Rang vier sein bestes Karriereergebnis in der WRC ein. Der 20-Jährige zeigte auf den kniffligen 20 Prüfungen, die den meisten Rally1-Teilnehmern Probleme bereiteten, eine besonnene Fahrt.

Lange kämpfte er gegen M-Sports Adrien Fourmaux um die Position, bis der Franzose auf der vorletzten Etappe verunfallte und ausschied. Fourmaux lag am Freitag auf Rang vier, bis ihn ein plötzlicher Regenschauer eineinhalb Minuten kostete.

Durch die Probleme der Konkurrenz kam er zwar wieder nach vorne, allerdings fing er sich dann eine Zeitstrafe ein, weil er zwei Minuten zu spät zum Start der 15. Etappe kam. All das war aber obsolet, als er am Sonntag ein einen Graben fuhr und sich mit seinem Ford Puma fast überschlug. Damit warf er den fast sicheren fünften Platz weg.

Den holte sich dann Toyotas Takamoto Katsuta, der weiterhin in jeder Rallye in dieser Saison gepunktet hat. Der Japaner fiel am Freitag aus der Spitzengruppe, als ein Getriebeproblem ihn mehrere Minuten kostete.

Jos Verstappen mit Unfall am Samstag

Der nächstbeste Rally1-Pilot war M-Sports Gus Greensmith auf Platz 19, der auf Etappe 10 mehr als sechs Minuten verloren hatte, als er auf Platz sechs liegend von der Strecke abkam.

Für M-Sport war das der Tiefpunkt der Rallye, denn auch Craig Breen wurde in einen Vorfall verwickelt. Er kam von der Strecke ab und überschlug sich in einem Graben, bevor er auf dem Dach liegend zum Stehen kam. Für Breen war es der dritte Unfall in Folge und hatte einen Abbruch der Etappe zur Folge.

Die WRC2-Wertung gewann Stephane Lefebvre vor dem amtierenden Meister Andreas Mikkelsen und Yohan Rossel.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Jos Verstappen hatte bei seinem WRC-Debüt zwischenzeitlich die Masters-Cup-Klasse angeführt und lag sogar in den Top 20 der Gesamtwertung, bis er auf der 13. Etappe am Samstag einen Unfall hatte. Im Ziel wurde er als 51. gewertet.

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