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Vorschau WEC Silverstone 2018: Toyota mit neuem Paket

Toyota mit High-Downforce-Paket, Privat-LMP1-Teams mit neuer EoT, Heimspiel für Jenson Button: Weiteres GTE-Pro-Duell zwischen Porsche und Ford?

(Motorsport-Total.com) - Mit dem 6-Stunden-Rennen in Silverstone meldet sich die WEC nach dem diesjährigen Höhepunkt in Le Mans zurück. Neun Woche Pause liegen hinter den Teams, Herstellern und Piloten. In der vermeintlich ruhigen Zeit nach dem Toyota-Triumph beim 24-Stunden-Rennen ist einiges passiert. Toyota hat sein High-Downforce-Paket finalisiert, ByKolles zahlreiche Updates getestet und die Regelhüter haben neue Einstufungen vorgenommen.

WEC Trophy

Die Trophäe steht in Silverstone bereit: Die WEC-Saison 2018/19 geht endlich weiter Zoom

"Wir haben uns intensiv auf Silverstone vorbereitet, insbesondere weil unsere Fahrzeuge erstmals in dieser Saison mit hohem Abtrieb unterwegs sein werden. Unser Ziel ist wieder der erste Platz auf dem Siegerpodest, aber wir erwarten einen engen Kampf mit unseren Konkurrenten", sagt Toyota-Teampräsident Hisatake Murata. In Le Mans war seine Mannschaft in einer ganz eigenen Liga unterwegs gewesen. Warum sollte sich daran etwas ändern?

Die Verantwortlichen von ACO und FIA haben ihren ursprünglichen Grundsatz, Toyota im Vergleich zu den LMP1-Privatteams einen Vorteil von mindestens 0,5 Prozent bei der Rundenzeit zuzugestehen, endlich über Bord geworfen. An der drückenden Überlegenheit des Werksteams wird dies kaum etwas ändern. Rebellion, SMP, ByKolles und DragonSpeed dürfen darauf hoffen, zumindest etwas näher dran zu sein. Die neue EoT (Equivalence of Technology) sollte den Privaten helfen.

Rebellion bekommt mehr Vorteile als die anderen Privaten

Vor allem Rebellion darf auf mehr Konkurrenzfähigkeit setzen. Die Schweizer haben Gibson-Aggregate im Heck ihrer beiden R13. Im Gegensatz zur Konkurrenz setzt Rebellion auf einen Saugmotor - und wird dafür noch einmal "belohnt". Die Autos von Jani/Lotterer/Senna und Beche/Laurent/Menezes dürfen 15 Kilogramm leichter fahren als die privaten Mitbewerber mit ihren Turbos. Der Toyota TS050 muss satte 60 Kilogramm schwerer fahren als der Rebellion.

Mike Conway, Kamui Kobayashi

Toyota wird wieder mit einem Aeropaket für mehr Abtrieb fahren Zoom

Der Benzindurchfluss für alle Privatteams der LMP1-Klasse wurde ebenso erhöht wie der Treibstoff-Durchfluss beim Tanken. Mehr Tempo auf der Strecke, kürzere Standzeiten bei den Boxenstopps - das sollte der Effekt sein. Inwieweit sich diese neuen Vorgaben auf den Wettbewerb auswirken werden, ist derzeit noch nicht klar. Nahezu alle Beobachter gehen aber davon aus, dass die japanische Werksmannschaft locker zum nächsten Erfolg fahren wird.

Nach den Siegen in Spa-Francorchamps und Le Mans haben Superstar Fernando Alonso und seine Kollegen Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi an der Spitze der Gesamtwertung ein beruhigendes Polster von satten 20 Punkten auf das Schwesterauto (Lopez/Kobayashi/Conway). Der beste Rebellion (#3) liegt vor dem Rennen auf der 5,9 Kilometer langen Strecke bereits 27 Zähler zurück.

Alonso bringt wichtiges Wissen aus der Formel 1 mit

"Im Gegensatz zu Le Mans kenne ich diese Strecke sehr gut und bin bereits auf dem neuen Streckenbelag gefahren. Ich hoffe daher, dass ich dem Team dabei helfen kann, mit den neuen Begebenheiten schnell vertraut zu werden", sagt Alonso vor seiner Rückkehr in den TS050. Im Gegensatz zur Formel 1, aus der er sich Ende dieses Jahres verabschieden wird, hat Alonso in der LMP1-Klasse beste Aussichten: "Bis jetzt war die Saison perfekt, also will ich diese Tendenz dieses Wochenende fortsetzen."

Das Trio aus dem Schwesterauto, das beim Auftakt in Spa einen möglichen Sieg an die Crew im Auto #8 abgeben musste, will endlich einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen. "Wir waren so oft nahe dran. Ich bin sicher, dass wir bald die Früchte unserer Arbeit ernten werden", meint Jose Maria Lopez. "Wir wollen unseren ersten Saisonsieg", stellt Teamkollege Kamui Kobayashi klar. Dass Mike Conway bei seinem Heimspiel das gleiche Ziel hat, steht völlig außer Frage.


Porsche 919 Evo: Onboard beim Nürburgring-Rekord

Timo Bernhard stellte im Porsche 919 Evo am 29. Juni 2019 einen neuen Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife auf - Die Rekordrunde im Video

Abseits von Rebellion haben auch die anderen Privatteams die Hoffnung, dass man Toyota im Falle von Problemen unter Druck setzen kann. Allen voran Jenson Button gibt sich sehr entschlossen. Der Ex-Formel-1-Weltmeister, dessen WEC-Debüt mit SMP in Le Mans alles andere als rund lief, will vor heimischer Kulisse nicht nur schnell fahren, sondern auch die besondere Atmosphäre genießen. "Einfach toll, in diesen LMP1-Autos zu fahren. Dass es Privatteams schaffen, in Le Mans 3:18er-Runden zu fahren, ist unglaublich", so Button voller Vorfreude.

Der Brite teilt sich den BR1-AER mit der Startnummer 11 mit Witali Petrow und Michail Aljoschin. Das Schwesterauto (#17) werden Stephane Sarrazin und Jegor Orudschew allein bewegen. Bei DragonSpeed kommt das Stammpersonal zum Einsatz (Hedman/Hanley/van der Zande), im Lager von ByKolles gibt es Veränderungen im Fahrerkader. Neben Stammpilot Oliver Webb wurde der Österreicher Rene Binder für seinen ersten Einsatz im LMP1-Auto bestätigt. Es soll kein dritter Pilot hinzukommen.

Neue BoP in der GTE-Pro-Klasse. Kommt Ferrari nun heran?

ByKolles hat ebenso wie Toyota an einem neuen Aeropaket für das 6-Stunden-Rennen in Silverstone gearbeitet. Die Updates wurden bei Testfahrten in Spa-Francorchamps ausprobiert und für gut befunden. Zudem hat die Mannschaft aus Greding mechanische Verbesserungen an der Vorderachse des Enso CLM P1/01 Nismo integriert. Man möchte das Rundenzeitenniveau von Rebellion und SMP erreichen.

Fred Makowiecki Sebastien Bourdais

Porsche und Ford lieferten sich in Le Mans 2018 eine spannende Schlacht Zoom

In der LMP2-Klasse gibt es zwei interessante Veränderungen im Fahreraufgebot. Beim Racing Team Nederland übernimmt Nyck de Vries den Platz neben Frits van Eerd und Giedo van der Garde, nachdem Jan Lammers seine aktive Rennfahrerkarriere mit seinem 24. Start bei den 24 Stunden von Le Mans endgültig beendet hat. Bei DragonSpeed wird Toyota-Werkspilot Anthony Davidson erstmals gemeinsam mit Pastor Maldonado und Roberto Gonzalez agieren. In der Meisterschaft führen Negrao/Lapierre/Thiriet (Alpine).

Neu gemischt werden die Karten im Wettbewerb der Werksteams in der GTE-Pro-Kategorie. Nach den dominanten Vorstellungen von Porsche und Ford in den bisherigen Saisonrennen haben ACO und FIA die Möglichkeit genutzt, vor dem Rennen in Silverstone eine weitere - unplanmäßige - Anpassung in der Balance-of-Performance (BoP) vorzunehmen. Die in Le Mans chancenlosen Autos von Aston Martin und Ferrari bekommen unter anderem etwas mehr Power.

"Unser Ziel ist es, die Tabellenführung zu behalten", sagt Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser. Christensen/Estre (#92) führen die GTE-WM nach dem Triumph in Le Mans an. Die Kollegen im Schwesterauto wollen nun nachziehen. "Unsere Podiumsplatzierung im vergangenen Jahr zeigt, dass dem 911 RSR die Strecke gut liegt. Das wurde bei unserem letzten Test noch einmal bestätigt. Der neue Asphalt ist allerdings sehr aggressiv, deshalb müssen wir auf unsere Reifen achten", sagt Richard Lietz (#91), dessen Teamkollege Gimmi Bruni bereits zweimal in Silverstone gewinnen konnte.

BMW will "die etablierten WEC-Konkurrenten herausfordern"

"Wir sind Zweiter in der Meisterschaft, für uns ist alles drin", sagt Stefan Mücke, der sich den Ford #66 mit Olivier Pla teilt. "Wir wollen die maximale Punktzahl holen. Es wird ein besonderes Rennen, weil es für Ford das Heimspiel sein wird." Das Chip-Ganassi-Ford-WEC-Team hat kürzlich auf dem neuen Asphalt in Silverstone testen können - vermutlich ein enormer Vorteil im Wettbewerb. "Der Asphalt ist sehr aggressiv. Das Reifenmanagement spielt die größte Rolle", sagt Mücke.

BMW hat sich fest vorgenommen, mit dem neuen M8 GTE einen weiteren Schritt zu machen. "Wenn wir dort weitermachen, wo wir in Le Mans aufgehört haben, dann sollten wir einige etablierte WEC-Konkurrrenten herausfordern können", zeigt sich Nick Catsburg zuversichtlich. "Wir kommen mit einem besseren Paket nach Silverstone", verspricht Teamkollege Martin Tomczyk. Im Schwesterauto #82 wird Augusto Farfus sein erstes 6-Stunden-Rennen an der Seite von Antonio Felix da Costa angehen.


Fotos: 24h Le Mans 2018, Rennen


Wie sich die veränderte BoP für Aston Martin (mehr Boost und mehr Treibstoff pro Stint) und Ferrari (erhöhter Boost) auswirken wird, bleibt abzuwarten. Zumindest den Italienern wird zugetraut, mit dem 488 GTE Evo zur Spitze aufschließen zu können. In der GTE-Am-Kategorie kommen die Le-Mans-Sieger Ried/Andlauer/Campbell (Proton) mit ihrem Porsche 911 RSR als Favoriten zum dritten WEC-Saisonlauf des Jahres.

Alle Pläne, Wünsche und Hoffnungen könnten schnell über den Haufen geworfen werden, wenn das typisch britische Wetter für Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit sorgt. Die Aussichten für den Freitag und Samstag zeigen trockene Bedingungen bei Maximalwerten um 20 Grad Celsius. Für den Renntag sind teils heftige Regenschauer vorhergesagt, die den Wettbewerb schnell mal auf den Kopf stellen könnten.

Zeitplan WEC Silverstone 2018 (alle Angaben MESZ)

Freitag, 17.08.2018:
13:15 - 14:45 Uhr - Freies Training
17:25 - 18:55 Uhr - Freies Training

Samstag, 18.08.2018:
10:00 - 11:00 Uhr - Freies Training
13:00 - 13:20 Uhr - Qualifying GTE-Klassen
13:25 - 13:45 Uhr - Qualifying LMP-Klassen

Sonntag, 19.08.2018:
13:00 - 19:00 Uhr - Rennen

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