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Porsche-Sieg und heftiger Webber-Crash

Lieb/Jani/Dumas fahren im WEC-Rennen von Sao Paulo den ersten Porsche-Sieg ein - Schwerer Unfall von Mark Webber - Safety-Car verhindert spannendes Finale

(Motorsport-Total.com) - Porsche feiert beim Finale der WEC 2014 in Sao Paulo mit Neel Jani, Marc Lieb und Romain Dumas den ersten Sieg mit dem neuen 919 Hybrid - gleichzeitig ist man im Werksteam aus Weissach erleichtert, dass Mark Webber einen schweren Unfall im Schwesterauto gut überstanden hat. Beim letzten Rennen des Jahres bot sich das Siegertrio ein packendes Duell mit dem Toyota der Weltmeister Sebastien Buemi und Anthony Davidson. Der große Showdown blieb aus, weil das Feld nach dem Webber-Unfall hinter dem Safety-Car ins Ziel geführt wurde.

Neel Jani, Marc Lieb

Sicherten den ersten Porsche-Sieg: Neel Jani, Marc Lieb und Romain Dumas Zoom

Der Ex-Formel-1-Pilot sollte seinen Porsche mit der Startnummer 20 ins Ziel bringen, flog aber auf der schnellen Bergaufpassage in Richtung Start-Ziel-Linie bei hohem Tempo heftig in die Mauer. Der 919 prallte zunächst in einem ungünstigen Winkel auf der rechten Seite in die Barrieren, landete anschließend rückwärts in den gegenüberliegenden Leitplanken. Webber meldete sich bei seinem Team ganz kurz per Funk, ließ sich anschließend aber fachgerecht von den Bergungskräften aus dem Auto befreien. Auf der Trage winkte er den Fans und streckte seinen rechten Daumen: offenbar alles okay. Weitere Untersuchungen folgen sicherheitshalber jedoch noch.

In den Unfall involviert war auch der GTE-Am-Ferrari mit der Startnummer 90. Dessen Fahrer Matteo Cressoni konnte dem Wrack aus einer Kraft entkommen, aber auch der Italiener musste anschließend medizinisch versorgt werden. Ob und wie der Ferrari möglicherweise ein Auslöser des heftigen Unfalls war, ist derzeit noch unbekannt. Die TV-Kameras zeigten nicht die Entstehung des Zwischenfalls, sondern nur die Einschläge der Fahrzeuge.

Jani: Reifenschaden als Schlüssel zum Sieg

Hinter Lieb/Jani/Dumas belegten Davidson/Buemi (Toyota) Rang zwei vor dem Audi mit der Startnummer 1, in dem sich Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen in seinem letzten Rennen mit Loic Duval und Lucas di Grassi abwechselte. "Mister Le Mans" stand somit bei seinem Abschied noch einmal auf dem Siegerpodest der WEC. Sarrazin/Wurz/Conway (Toyota) und Lotterer/Treluyer/Fässler (Audi) kamen in einem extrem engen Rennen auf die Plätze vier und fünf.

"Es ist vielleicht kurios, aber ein Reifenschaden hat uns die Chance auf den Sieg gebracht", sagt Neel Jani. In der Anfangsphase hatte Timo Bernhard im Porsche mit der Startnummer 20 das Rennen dominiert, später jedoch fiel das Fahrzeug wegen eines technischen Problems immer weiter zurück, weil man nicht mehr den kompletten Schub nutzen konnte. Jani lieferte sich einen unterhaltsamen Kampf mit Sebastien Buemi um die Spitze. "Das hat unheimlich viel Spaß gemacht - wie in alten A1GP-Tagen", frohlockt der Schweizer.

Nach 2:30 Stunden schien der Porsche das Duell um den Sieg verloren zu haben. Ein Reifenschaden zwang die Mannschaft zu einem vorzeitigen Stopp. "Aber genau diese zehn Runden, die wir früher hereinkommen mussten, waren der Undercut, den wir brauchten", meint Jani. Großer Jubel auch bei den Kollegen. "Das Projekt hat 2011 angefangen, und jetzt feiern wir in der ersten Saison den Sieg. Perfekt", meint Romain Dumas. "Wir sind stark gefahren, der neue Asphalt kam uns entgegen", bilanziert Marc Lieb.

Audi im Rennen extrem schnell unterwegs

"Gratulation an Porsche. Die waren wirklich stark. Wir hatten einen wunderbaren Kampf", sagt Anthony Davidson. "Die Leute, die die Strecke neu asphaltiert haben, möchte ich am liebsten verfluchen", scherzt der Brite, dessen Toyota auf dem griffigen Geläuf nicht mehr die Vorteile der Reifenhaltbarkeit ausspielen konnte. "Wenn ich nicht den Kontakt mit einem GT-Porsche gehabt hätte, dann wäre der Sieg drin gewesen", meint Buemi, der sich nach rund zwei Stunden drehte. Toyota kann sich mit dem souveränen Gewinn des Herstellertitels trösten.

Audi überzeugte im Rennen mit einem überraschend starken Tempo. Ein Beleg der Konkurrenfähigkeit war die schnellste Rennrunde des R18 mit der Startnummer 2. Auf dem Podest standen jedoch die Teamkollegen. Tom Kristensen krönte seine Karriere mit einem weiteren Podestbesuch. "In meinem ersten Audi-Rennen auf dem Podium und beim letzten auch - perfekt", freut sich der Däne. "Die Emotionen wegen meines Abschieds kommen noch nicht so raus. Aber das folgt später."

Hinter den Werksteams ging es in Reihen der LMP1-L-Teams drunter und drüber. Als erstes Auto verabschiedete sich der Lotus von Pierre Kaffer und Lucas Auer. Der Deutsche hatte beim Start den R-One von Fabio Leimer überholt, aber dann bremsten ihn Probleme mit dem Öldruck ein. Später musste das Rennen wegen eines weiteren Getriebeschadens vorzeitig beendet werden. Rebellion konnte ähnliche Probleme am Auto von Heidfel/Prost/Beche beheben. Auch der Wagen von Kraihamer/Leimer/Belicchi erreichte auf der allerletzten Rille das Ziel. "Keine Kupplung mehr, alles mögliche andere völlig am Ende", bilanziert Dominik Kraihamer.

Crash entscheidet LMP2-Titelkampf

In der LMP2 war die Spannung aus dem Titelkampf im Finale schnell verflogen. Nach nur 41 Runden landete Olivier Pla mit seinem Ligier-Nissan am Ende der Start-Ziel-Geraden unsanft in den Barrieren. Der G-Drive-Wagen, den sich Pla mit Roman Russinow und Julien Canal teilt, erlitt offenbar einen Bremsdefekt. Der Franzose blieb bei dem Unfall unverletzt, aber der Ligier konnte nicht wieder flottgemacht werden. Anschließend war der Weg für SMP frei. Die Russen brachten ihr Auto mit der Nummer 27 allerdings auch nur mit Ach und Krach über die Runden. Der Klassensieg ging an KCMG - trotz zweier Ausritte. SMP und Sergei Zlobin feiern die Meisterschaft.


Unfall von Olivier Pla in Interlagos

In der GTE-Pro-Szene gab es ebenfalls einiges Kleinholz. Wichtig, aber letztlich trotzdem nicht vorentscheidend, war ein früher Kontakt zwischen dem Pole-Auto von Darren Turner (Aston Martin) und dem Ferrari von Toni Vilander. Beide Autos fielen weit zurück, aber Turner und Kollege Stefan Mücke wuchteten sich dennoch zur Halbzeit wieder an die Spitze und gaben die Führung anschließend nicht mehr ab. Auf Platz zwei kamen Pilet/Makowiecki (Porsche) vor Calado/Rigon (Ferrari). In der GTE-Am-Klasse siegten Lamy/Dalla Lana/Nygaard (Aston Martin).

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