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Audi holt WEC-Doppelsieg, BMW düpiert Ferrari und Corvette

Audi feiert beim ersten WM-Lauf seit 20 Jahren einen Doppelsieg: McNish/Kristensen/Capello gewinnen den Sebring-Dauerlauf - BMW überrascht die Konkurrenz

(Motorsport-Total.com) - Audi hat beim Auftakt der neuen Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC die volle Punktzahl abgesahnt. Die Ingolstädter, die den Klassiker in Sebring mit drei modifizierten R18 TDI des Jahrgangs 2011 in Angriff genommen hatten, feierten nach einer zwölfstündigen Schlacht einen Doppelsieg. Tom Kristensen, Allan McNish und Dindo Capello fuhren den Wagen mit der Startnummer 2 als Erste ins Ziel, dahinter folgten Bernhard/Dumas/Duval im Schwesterauto. Gesamtrang drei ging an das Starworks-LMP2-Auto (Sarrazin/Dalziel/Potolicchio).

Allan McNish, Tom Kristensen, Rinaldo Capello

Sieg in Sebring: Kristensen/McNish/Capello triumphierten in Florida Zoom

Gleich zum Start hatten sich die Audis an der Spitze gehalten. Zunächst zog McNish am Pole-Fahrzeug von Marcel Fässler vorbei, doch dann wurden der Schotte und seine später siegreichen Kollegen auf einen anderen Service-Takt gepolt. Das Trio tauchte trotz des frühen Boxenstopps während der ersten Gelbphase schnell wieder an der Spitze auf. Es folgte eine problemlose Fahrt bis ins Ziel. Timo Bernhard, Romain Dumas und Neuzugang Loic Duval blieben nicht von Problemen verschont. Das Trio beschädigte sich den R18 kurz vor Schluss bei einer Berührung und verlor vier Runden.

Den Audi mit der Startnummer 1 musste man für noch längere Zeit zur Box holen. Der R18 rollte kurz vor der Halbzeit des Rennens nur noch langsam über die Strecke, die Gänge ließen sich nicht mehr wechseln. Anfangs vermutete man eine Fehlerhafte Elektronik, später hauchte man dem Wagen mit einem Wechsel der elektrischen Schalteinheit am Getriebe den gewohnten Speed wieder ein. Für die Jagd nach dem Sieg war es zu spät. Lotterer/Fässler/Treluyer hatten 17 Runden eingebüßt.

Als schnellste Verfolger zeigten sich zunächst die beiden HPD von Pickett und Strakka sowie der Rebellion-Toyota von Heidfeld/Prost/Jani. Auch der OAK-Pescarolo, der im Qualifying aufgetrumpft hatte, war anfangs schnell unterwegs. Doch die Franzosen hatten großes Pech. Nach rund neun Stunden rollte der Wagen auf der Strecke aus. Guillaume Moreau hatte gerade eine persönliche schnellste Runde gedreht, als plötzlich das Judd-Triebwerk ausging.

Pescarolo bester LMP1-Benziner

Pech auch für Nick Heidfeld bei seinem Debüt im Rebellion-Team. Anfangs konnte der frühere Formel-1-Star mit dem Lola-Toyota bestens hinter den Audis mitmischen, später fiel man mit technischen Problemen aus dem Kampf der Benziner heraus. Auch das Schwesterauto kam nicht flüssig durch. Belicchi/Primat/Bleekemolen wurden von Getriebeproblemen zurückgeworfen. Kurz vor dem Ende war auch die gute Fahrt von Graf/Luhr/Pagenaud im Pickett-HPD mit Problemen an der Benzinzufuhr beendet.

Stephane Sarrazin, Ryan Dalziel

Bärenstarrk: Starworks fährt mit dem LMP2-Auto auf das Sebring-Podium Zoom

Weil die heißesten Kandidaten auf die LMP1-Privatierwertung allesamt in Problemen steckten, konnte urplötzlich wieder Pescarolo glänzen. Das Team von Henri Pescarolo hatte sich in typischer Manier aus allem Schlamassel herausgehalten und ein vorsichtiges Tempo angeschlagen. Collard/Boullion/Jousse kamen mit dem uralten Pescarolo-Judd auf Gesamtrang sechs ins Ziel und holten somit wichtige WM-Punkte.

Den dritten Podestplatz hinter den beiden Audi-Trios holten die großen LMP2-Sieger des Tages. Die amerikanische Starworks-Mannschaft (Sarrazin/Potolocchio/Dalziel) erwischte einen Traumstart auf der weltweiten Bühne. Vor allem mit dem Speed und der Erfahrung von Stephane Sarrazin gelang es dem Team, sich konstant vorne zu halten und auf Gesamtrang drei einzulaufen. Der Starworks-HPD hatte am Ende nur sechs Runden Rückstand auf die Spitze. Kein Wunder - bei insgesamt elf Gelbphasen in Sebring.

Doch der LMP2-Sieg war letztlich knapp. Level 5 (Tucker/Barbosa/Bouchut) saß Starworks im Nacken. Die Amerikaner hatten am Ende 32 Sekunden Rückstand, können sich nun aber mit dem ALMS-Gesamtsieg trösten. Auf Klassenrang drei lief der Morgan-Judd von OAK mit Jacquet Nicolet, Olivier Pla und Matthieu Lahaye ein. Den dritten WEC-LMP2-Rang holte Pierre Kaffer gemeinsam mit Luis Perez Companc und Soheil Ayari im Pecom-Oreca. Bester ALMS-LMP1 war der Dyson-Lola auf Gesamtrang acht.

GT-Klasse: Hand siegt für BMW

In der GT-Szene bot sich den Zuschauern eine perfekte Schlacht um die Spitze. Über weite Strecken lagen sechs Autos in siegverdächtiger Position. Anfangs konnten Ferrari und Corvette die Spitze halten, doch mit konstant gutem Tempo schob sich BMW immer näher heran und ging schließlich vorbei. In einer herzhaften letzten Runde rangelte sich Joey Hand zum zweiten Sebring-Sieg in Folge. Hand, Dirk Müller und Neuzugang Jonathan Summerton feierten somit einen Auftakt nach Maß.

Jonathan Summerton, Joey Hand

Die Champions sind wieder da: Hand/Müller/Summerton siegten Zoom

Für Porsche waren die Chancen schon beim Start minimiert. Jörg Bergmeister wurde in der allerersten Runde vom GTE-Am-Ferrari von Dominik Farnbacher torpediert und fiel weit zurück. "Vor mir hat plötzlich einer verzögert, ich wurde total überrascht", erklärt Farnbacher den Vorfall. Den besten Porsche platztierten Lieb/Lietz/Pilet auf GT-Rang sechs. Das Felbermayr-Trio war damit aber zweitbestes GTE-Pro-Auto aus der WEC.

In Front waren zunächst der AF-Corse-Ferrari von Fisichella/Bruni/Vilander und der 458 Italia von Luxury (Melo/Vernay/Makowiecki). Doch Gianmaria Bruni musste seinen Wagen bereits nach kurzer Zeit mit Problemen an der Lichtmaschine zur Box bringen. Der Luxury-458 fiel im späteren Verlauf nach einer Kollision aus dem Rennen um die GT-Spitze. Vorne schien dann zunächst Corvette mit zwei Autos das Zepter zu übernehmen, doch weder der zweite AF-Corse-Ferrari (Beretta/Cioci/Bertolini) noch die beiden BMWs ließen sich abschütteln.


Fotos: ALMS- und WEC-Auftakt in Sebring


Der große Showdown kurz vor dem Ende: An allen Ecken und Enden des GT-Feldes schepperte es. An der Spitze kollidierte Hand mit dem Ferrari von Beretta, er konnte sich aber ins Ziel retten. Der bisherige Corvette-Pilot (nun in Diensten von Ferrari) rumpelte durch das Gras und verlor Platz zwei ausgerechnet noch an seine Ex-Kollegen. Magnussen/Garcia/Taylor konnten noch vorbeiziehen. Müller/Auberlen/Alzen fielen im letzten Moment von Platz vier auf Rang fünf zurück.

Der zehnte Sebring-Sieg von Audi war gleichzeitig der allererste Sieg in der neuen WEC. Während eine Ära begann, hörte eine andere auf. Es war gleichzeitig der letzte Renneinsatz des R18 TDI, mit dem die Ingolstädter 2011 die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hatten. Auch Pescarolo schickt seinen Wagen nach LMP1-Rang drei ins Museum. Ab dem nächsten WEC-Lauf in Spa duellieren sich Audi und Toyota mit ihren neuen Hybrid-Prototypen.

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