Manta-Schicksal für Wasserstoff-Toyota: Corolla fängt Feuer

Neue Technologie bringt neue Probleme - Toyota Corolla muss auf Flüssigwasserstoff-Premiere noch warten - Brand im Motorraum bei Testfahrten

(Motorsport-Total.com) - Die für dieses Wochenende geplante Premiere des mit flüssigem Wasserstoff betriebenen Toyota Corolla fällt aus! Wie die Japaner offiziell mitteilen, wurde das Fahrzeug bei Testfahrten in Fuji durch einen Brand im Motorraum beschädigt.

Titel-Bild zur News: Toyota, Corolla, Wasserstoff, H2, Super-Taikyu

Toyota muss den Wasserstoff-Corolla vorerst aus dem Verkehr ziehen Zoom

"Bei einer privaten Testfahrt auf dem Fuji International Speedway am 8. März kam es zu einem Fahrzeugbrand, weil Wasserstoff aus einer Wasserstoff-Leitung im Motorraum austrat. Das Fahrzeug konnte nicht rechtzeitig geborgen werden und die Teilnahme am Rennen musste abgesagt werden", teilt Toyota in einer Presseaussendung mit.

Und weiter: "Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die dies für die vielen Menschen bedeutet, die sich darauf gefreut haben, den wasserstoffbetriebenen Corolla auf der Rennstrecke zu sehen." Doch wie konnte es überhaupt zu einem solchen Wasserstoff-Leck im Fahrzeug kommen?

Toyota sieht die Ursache für das Leck darin, dass sich durch starke Vibrationen eine Rohrverbindung gelöst hatte. Erst dadurch konnte H2 austreten und sich im Motorraum entzünden. Ein größerer Schaden wurde durch einen Lecksensor im Fahrzeug verhindert. Dieser schlug an und unterbrach die Wasserstoff-Zufuhr.

Toyota Corolla: Was die Umrüstung auf Flüssig-H2 bringt

Bei Toyota arbeitet man nun fieberhaft an einer Lösung. "Wir werden die Konstruktion der Leitungen, die diesmal das Wasserstoff-Leck verursacht haben, überprüfen, um weiterhin sichere Fahrzeuge zu entwickeln", versichern die Japaner.

Toyota hat im vergangenen Herbst seinen Wasserstoff-Corolla umgerüstet: Statt mit gasförmigem H2 wird das Fahrzeug seit Oktober mit flüssigem Wasserstoff betrieben. Das hat mehrere Vorteile: Zum einen benötigt Flüssig-H2 weniger Platz bei der Lagerung, zum anderen erhöht sich die Reichweite des Fahrzeugs.

Der große Nachteil der Umrüstung ist, dass Wasserstoff erst bei einer Temperatur von -253 Grad Celsius den flüssigen Aggregatszustand erreicht. Für die Speicherung sind laut TÜV Süd entsprechende Kryotanks mit sehr hohen Isolationseigenschaften notwendig. Sie halten die Verluste durch Erwärmung, also Abdampfverluste, gering.

Toyota wollte den Corolla mit Flüssigwasserstoff erstmals an diesem Wochenende in Suzuka einsetzen, wo die Saison 2023 der japanischen Super-Taikyu-Serie eröffnet wird. Nun soll der erste Einsatz nach der Umrüstung beim zweiten Super-Taikyu-Rennen des Jahres, den 24h von Fuji, erfolgen.

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