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Vilner Trabant 1.1: Aufgemotzter Ossi-Traumwagen mit Polo-Motor & LED-Licht

Der bulgarische Tuner Vilner hat einen Trabant 601 modernisiert. Die Rennpappe erhielt einen Motor aus dem VW Polo, LED-Licht und ein Retro-Interieur

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Jeder, der vor den 90er-Jahren geboren wurde, erkennt dieses Auto sofort: Der Trabant war so etwas  wie der VW Käfer der DDR. Der hier gezeigte ist einer der letzten, die das Werk verlassen haben. Er wurde nun von Vilner Garage, einem bulgarischen Tuner, modernisiert.

Das Auto mag für Laien auf den ersten Blick wie ein Trabant mit Zweitakt-Motor aussehen. Doch Kenner der Marke wissen natürlich, dass dem "Trabi" noch im Herbst 1989 ein VW-Motor unter die Haube gepflanzt wurde. Um jenes Aggregat mit der internen Bezeichnung EA 111 in Lizenz bauen zu können, hatte die DDR Unsummen ausgegeben.

Hinzu kamen hohe Ausgaben, um Trabi (und Wartburg) technisch an die neue Viertakt-Technik anzupassen. Geld, welches dann für größere optische Änderungen am Trabant fehlte. Übrig blieben leichte Modifikationen an Grill, Stoßfängern und Heckleuchten.

Keine idealen Voraussetzungen für einen Erfolg, zumal die DDR-Bürger im Zuge der politischen Wende nicht mehr bereit waren, 18.900 Ostmark für ein Auto im Stil von 1964 (als der Trabant 601 erschien) auszugeben. Nur knapp 40.000 Exemplare des Trabant 1.1 wurden bis zum endgültigen Ende der Produktion am 30. April 1991 in Zwickau gebaut.

Doch zurück zu Vilner und den dort vorgenommenen Änderungen. Der 1,1-Liter-Motor, ursprünglich in der ersten Generation des VW Polo eingesetzt, bleibt unverändert und zwar mitsamt der Viergang-Schaltung. Die Maschine liefert im Trabant 1.1 etwas weniger als die 45 PS des Polo, nämlich 41 PS und bietet ein Drehmoment von 74 Newtonmeter. Wie lange dieses Aggregat braucht, um den 700-Kilo-Wagen auf 100 km/h zu bringen, teilt Vilner nicht mit. Seinerzeit gab man 22 Sekunden an, 125 km/h Spitze waren möglich.

Außen bekam der vertraute Look einige moderne Akzente. So hat der Wagen nun LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht-Funktion. Jedes Plaste-Panel wurde aufbereitet, genau wie die Türen und die Räder in Textiloptik.

Außerdem wurde das Interieur umgestaltet. Das Karo-Design wirkt nostalgisch, aber die Fertigungsmethoden und die Materialien stammen aus der Jetztzeit. Neben Stoff wurde Double Leather verwendet, das aus zwei Schichten und einem weichen Futter besteht.

Die Sitze sind mit einer Kombination aus elfenbeinfarbenem Leder und kariertem Stoff bezogen, die Kopfstützen blieben im Originalzustand. Das Armaturenbrett ist ebenfalls mit Leder und Stoff bespannt, aber hier ist das Leder schwarz. Dachhimmel und Schalthebelmanschette sind im Karo-Look gehalten.

Das Momo-Lenkrad ist ebenfalls mit Leder bezogen und hat Kontrastnähte. In der Mitte wurde das S-förmige Logo des VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau durch eine "21"-Plakette ersetzt -- die Lieblingszahl des Kunden. Das gleiche Logo findet man an den B-Säulen und außen an den Türen sowie auf dem Dach und den Felgen. Das Radio sieht aus wie von anno dunnemals, arbeitet aber mit moderner Technik.

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