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Skoda-Historie: Der Felicia Fun, ein Freizeit-Pick-up mit pfiffigem Innenraum

1995 präsentierte Skoda mit dem Felicia Fun ein ausgesprochenes Fun-Mobil - Der knallgelbe Pick-up trumpfte mit einem Innenraum-Trick auf

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Als Pick-ups noch eine seltene Spezies auf europäischen Straßen waren, erweiterte Skoda 1995 die Felicia-Familie um eine Pritschenwagen-Variante. Nahezu jeder zehnte der insgesamt 1,4 Millionen produzierten Felicia lief als Skoda Pickup vom Band.

Als Freizeitmobil gedacht war eine weitere Variante: der Skoda Felicia Fun. Er trat mit knallgelber Lackierung und einem pfiffigen Innenraumkonzept an, das aus dem Zweisitzer im Handumdrehen einen Viersitzer machte. Die 4.016 Exemplare, die bis August 2000 entstanden, erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit unter Youngtimer-Freunden. 

In der 125-jährigen Skoda-Historie gab es immer mal wieder auch Spaßautos jenseits von reinem Nutzwert. So gab es von 1959 bis 1964 einen Roadster namens Felicia. Die Nachfrage übertraf bei weitem das Angebot, ein Großteil der Produktion ging in den Export. Einen Nachfolger erhielt der Wagen nie, da sich das Roadsterkonzept schlecht mit dem Heckmotor vertrug, der bei Skoda damals en vogue war.

Größeren gestalterischen Freiraum bot die neue Baureihe Favorit, die Skoda 1987 vorstellte. Der Favorit war ein Fließheck-Modell mit quer eingebautem Frontmotor und Frontantrieb. Auf dieser Basis entstand der Prototyp Skoda 781 Tremp. Der Zweisitzer besaß über den Vordersitzen ein festes Dach, dahinter aber nur eine Rohrkonstruktion. Das Einzelstück befindet sich heute im Besitz des Skoda Museums.

In die Serienfertigung schafften es der 1990 präsentierte Kombi namens Forman und ein Jahr später der zweisitzige Pritschenwagen Pickup. Wie viel Spaßpotenzial darin steckte, zeigte Skoda 1993 auf der IAA in Frankfurt anhand von zwei Studien namens Skoda Fun.

Beide basierten auf der Favorit-Baureihe und besaßen ein höher gelegtes Fahrwerk, das Touren durch leichtes Gelände ermöglichte. Dazu kamen ein Frontschutzbügel und ein Überrollschutz, der in Verbindung mit einem Dachgepäckträger auch den Transport von Surfbrettern oder Mountainbikes ermöglichte.

Aber vor allem der Innenraum sorgte für Aufsehen: Die hintere Trennwand mit ihrer elektrisch betätigten Rückscheibe ließ sich umklappen und ein Hebelmechanismus ließ zwei zusätzliche Sitzplätze unter freiem Himmel entstehen. Auf der verbliebenen Ladefläche blieb immer noch Platz für Kühlboxen und anderes Gepäck.

Skoda Felicia Fun

Skoda Felicia Fun Zoom

1995 auf dem Genfer Automobilsalon folgte schon die Serienversion, der Skoda Felicia Fun. Er übernahm viele Ideen von den Studien, kombinierte sie aber mit der neueren Technik des 1994 vorgestellten Felicia. Der Nachfolger des Favorit entstand bereits unter VW-Ägide, die 1991 mit dem Verkauf an die Volkswagen AG begonnen hatte.

Der Felicia Fun besaß eine weiterentwickelte Version der klapp- und verschiebbaren Rückwand, die zwei Notsitze entstehen ließ. Die Mechanik des intern Party-Trick genannten Features zählte tatsächlich zur Grundausstattung der Pick-up-Variante.

Sie verkürzte die Tiefe der mit Fichtenholz ausgelegten Ladefläche von 137 auf 85 Zentimeter, aber das konnte den Fun-Faktor nicht schmälern. Die serienmäßige gelbe Lackierung war Teil des Konzepts, wie aus der Werbebroschüre hervorgeht:

"Die frische gelbe Farbe des Fahrzeugs steht für Abenteuer, bei denen Sie der Felicia Fun gerne begleitet. Nehmen Sie das strahlend gelbe Lenkrad in die Hand, drehen Sie den Zündschlüssel um und reisen Sie der Sonne und dem Spaß entgegen."

Unverändert übernommen wurde der Radstand von 2.45 Meter, die Länge des Fun-Mobils lag bei 4,25 Meter. Drei Vierzylinder standen zur Wahl: ein 1,9-Liter-Diesel mit 64 PS, ein 1,3-Liter-Benziner mit 68 PS sowie ein 1,6-Liter mit 75 PS. Letzterer ermöglichte eine Spitze von 163 km/h, der Verbrauch lag nach derzeitiger Norm bei 7,3 Litern. Die Basisausführung mit 1.3 MPI kostete in der Ausstattungslinie LX 304.900 Tschechische Kronen. 

Der Felicia Fun wurde auch in Deutschland angeboten. Der hier grundsätzlich mit einem 1.6 MPI motorisierte Wagen kostete 1999 knapp 14.000 Euro. Insgesamt 4.016 Skoda Felicia Fun rollten vom Oktober 1995 bis August 2000 im Werk Vrchlabí vom Band. Heute gelten die auffällig gelben Freizeitfahrzeuge als begehrte Sammlerstücke.

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