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Renault 5: Vom Turbo bis zur Elektro-Studie

Ein Design-Vergleich zwischen dem Renault 5 Turbo von 1980 und dem neuen elektrischen Renault 5 für 2023. zeigt viele Parallelen

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Zu den Modellen, denen einen Platz in der ersten Reihe der Automobilgeschichte gebührt, zählt zweifellos der Renault 5. Mit rund neun Millionen Exemplaren war er nicht nur ein außerordentlicher Erfolg, er gehört auch zu den Ikonen der Marke.

Ein Modell, das so sehr geliebt wird und im kollektiven Gedächtnis präsent ist, dass sich das französische Unternehmen nun entschlossen hat, es voraussichtlich ab 2023 neu aufzulegen. Der Neo-R5 kommt elektrisch und im Retro-Stil. Einen Vorgeschmack darauf gab es jetzt mit der Studie Renault 5 Prototype.

Doch wie viel hat sie mit dem alten Renault 5 gemein, der in seiner klassischen Form von 1972 bis 1985 produziert wurde und dann von 1984 bis 1996 zum "Supercinq" wurde. Wir vergleichen den Renault 5 Turbo von 1980 mit dem Prototyp von heute. Jede Hälfte der folgenden Vergleichsbilder können Sie nach links oder rechts ziehen, um so Ähnlichkeiten oder Unterschiede zu entdecken.

In der Tat scheint die Wahl des neuen Renault-Chefs Luca de Meo und seines Teams aus Designern und Marketingleuten sehr treffend zu sein, denn potenzielle Kunden zwischen 30 und 100 Jahren werden sich in sie verlieben. Auch andere Hersteller setzten auf Retro-Optik bei Elektroautos, bestes Beispiel ist der neue Fiat 500.

Oldtimer-Freunde mögen sich darüber grämen, doch Anleihen an vergangene Zeiten sorgen bei vielen Kunden für angenehme Erinnerungen und sorgen dafür, dass man mit den neuen Elektroautos weniger fremdelt. Nehmen wir nur einmal den VW ID.3: Fraglos ein korrekt gemachtes Auto, aber ohne Emotionen und formal wie ein Stück Seife. Ein ID.Beetle hingegen könnte insbesondere ältere Kunden von der E-Mobilität überzeugen.

Auch Luca de Meo dürfte mit dem neuen Renault 5 ähnliches im Sinn haben. Nicht ausschließlich Retro-Elektroautos, aber ein nostalgisch angehauchtes Design als "Türöffner" und Versöhnungsversuch zwischen Tradition und Moderne. Und wie erwähnt, wurde der Renault 5 einst millionenfach verkauft. Ein großes potenzielles Kundenreservoir.

Der legendäre R5 wird das auch können, denn sein Ziel ist, wie De Meo selbst bei der Vorstellung des strategischen Plans von Renaulution sagte, man wolle "Technologie demokratisieren, indem wir ein Protagonist beim Übergang zur Elektromobilität werden".

In der Tat scheint der elektrische Prototyp, der gerade enthüllt wurde, mehr vom Renault 5 Turbo von 1980 als vom normalen R5 inspiriert zu sein. Hier ein wenig die Schroffheit des Stils mit vergrößerten Radkästen, dazu die großen Leichtmetallräder Typ Alpine und vor allem die Farbgebung in Gelb und Schwarz des hier gezeigten Renault 5 Turbo "Tour de Corse" von 1980, der die Rallye Korsika mit Jean Ragnotti am Steuer gewann.

Diese Verbindung könnte gewollt sein. Motto: Früher war ein Renault 5 Turbo schwer zu fahren und nur etwas für Könner. Bald muss man nicht mehr Ragnotti heißen, um ähnlich flott unterwegs sein zu können. Im folgenden finden Sie einen dynamischen Stilvergleich zwischen den beiden Autos, in Ermangelung offizieller Informationen auf die gleichen Maße gebracht.

Optische Parallelen gibt es beim großen Renault-Schriftzug auf der Front, die elektrische Ladeklappe auf der vorderen Motorhaube imitiert den Luftauslass des historischen Vorgängers. Die digitale Instrumentierung wiederum erinnert irgendwie an die formale Strenge des alten Armaturenbretts. Apropos alt: Der Renault-Rhombus am 2021er-Prototyp greift den Entwurf des berühmten Künstlers Victor Vasarely von 1972 auf.

Den stilistischen Bezügen, die bis zu den vertikalen Rückleuchten, dem Umriss der rechteckigen Scheinwerfer und der identischen Form der C-Säule reichen, steht in Wirklichkeit keine mechanische Gemeinsamkeit gegenüber, denn darin könnten der Renault 5 Turbo und der neue Renault 5 Prototype nicht unterschiedlicher sein.

So hatte der Renault Turbo nur drei Türen und einen Mittelmotor-Turbobenziner von 160 bis 350 PS mit Heckantrieb, während der neue Prototyp, der fünftürig ist, höchstwahrscheinlich einen Elektromotor an der Vorderachse aufweist oder höchstens einen zusätzlich hinten montieren wird, um Allradantrieb zu haben.

Luca de Meo erzählte auch, dass die Preise für den elektrischen Renault 5 für die Mehrheit der Kunden erschwinglich sein werden und dass er auch dank seines vertrauten und nostalgischen Stils zur Popularität von Elektroautos beitragen wird.

Eine Nostalgie-Operation, die jedoch kein Selbstzweck ist, sondern mit einer Reihe von sorgfältigen industriellen Entscheidungen, Synergien und den Vorteilen der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi darauf abzielt, die Konten des französischen Konzerns wieder in die Gewinnzone zu bringen. Darin ist De Meo klar: "Mehr Autos von Wert und weniger Wettlauf um die Absatzzahlen".

Weitere Elektroautos im Retro-Look:

Hyundai Ioniq 5 (2021): Erste Teaserbilder von dem Elektro-Crossover

Ford Mustang Mach-E (2021): Elektro-SUV im ersten Test

Um diese "Magie" zu erreichen, die eines erfahrenen Managers wie De Meo würdig ist, hat der Renault-Konzern in der Tat erst heute die Existenz der neuen CMF-B EV-Plattform offiziell gemacht. Wir sprechen von der modularen elektrischen Kompaktarchitektur, die die Basis des neuen elektrischen Renault 5 bilden wird, aber auch von seiner Sportvariante, die mit einem weiteren Verweis auf die Vergangenheit "Alpine Turbo" heißen könnte.

Aber das ist noch nicht alles, denn derselbe De Meo erzählte uns, dass in seinem Produktplan auch Platz für einen weiteren elektrischen Renault ist, der von der Vergangenheit inspiriert ist und wie der 5 Protoype in die Zukunft projiziert wird. Alles scheint auf eine Neuauflage des legendären Renault 4 hinzudeuten, ebenfalls batteriebetrieben und auf der Plattform CMF-B EV basierend.

Fotos: Renault und Jack Passey via RM Sotheby's

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