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  • 14.11.2019 · 16:07

  • von Kay MacKenneth

NSU Prinz 2/30: Im Wirtschaftswunder wachgeküsst

In den 1950ern traf dieser Wagen den Nerv der Zeit. Noch heute gilt der NSU Prinz als typisches Auto des Wirtschaftwunders

(Motorsport-Total.com/Classic-Car.TV) - "Fahre Prinz und Du bist König", ein Slogan mit dem NSU in den 50er Jahren den Nerv der Zeit traf. Die Nachwehen des Krieges wurden kleiner, die Wirtschaft begann sich zu erholen und man gönnte sich ganz gelegentlich ein kleines bisschen Luxus. Langsam verschwanden die großen Massen an Motorrädern, die gleich nach dem Krieg populär waren, aus dem Straßenbild. Wer etwas auf sich hielt, kaufte ein Auto und zeigte so seinen persönlichen Erfolg.

NSU Prinz 2/30

"Fahre Prinz und Du bist König" - der passende Werbeslogan zum Auto Zoom

Der Neckarsulmer Motorrad-Hersteller NSU erkannte diesen Trend der Zeit schickte 1957 den Prinz 1 und 2 ins Rennen um die Gunst der Käufer. Bereits für 3.800 DM erhielt man den Prinz 1, für 200 DM Aufpreis gab es den Prinz 2. Beide Fahrzeuge hatten einen 20 PS starken Viertakt-Zweizylindermotor mit 583 ccm und brachten es immerhin auf eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h.

Ab Ende 1959 baute NSU auch den hier gezeigten Prinz 2, offiziell Prinz 30 genannt, mit erhöhter Leistung. Der Motor hatte 583 ccm, schluckte Super-Benzin und schaffte mit seinen 30 PS bei 5.500 U/min eine Höchstgeschwindigkeit von 118 km/h. Der Motor befindet sich im Heck. Im Katalog wird gepriesen, dass dadurch im Falle einer Panne alle Bauteile leicht zugängig sind. Der Antrieb erfolgt über ein 4-Gang Getriebe, das beim Prinz 2 bereits voll synchronisiert ist.

Die Verkaufszahlen bewiesen, dass NSU mit dieser kleinen Limousine den richtigen Weg eingeschlagen hatte: Bereits von den ersten Serien wurden rund 90.000 Fahrzeuge verkauft. Die Konkurrenz war groß, denn es gab ebenbürtige Alternativen wie den Fiat 600 oder den Lloyd 600. Viele Kunden allerdings folgten dem Werbeslogan: " Wohl dem, der einen Prinz besitzt..."

Mit seiner selbsttragenden Ganzstahlkarosserie bot der Prinz viel Sicherheit und durch sein geringes Gewicht war er auch bemerkenswert sparsam. Der Aufpreis für den Prinz 2 war für die Sonderausstattung wie. Kurbelfenster, verchromte Radkappen und eine sportliche Zweifarblackierung.

Auto Journalisten bestätigten dem Prinz ein außerordentlich gutes Fahrverhalten. Für die gute Straßenlage sorgen die Einzelradaufhängung vorne und hinten. An der Vorderachse hängen die Räder einzeln an Trapez-Dreieck-Lenkern und Schraubenfedern und hinten an einer Pendelachse mit weitwinkeligen Dreieck-Quer-Lenkern mit Schraubenfedern. Der Radstand von 2m und die Spurbreite von 1,20m lassen den Prinz breitbeinig erscheinen. Zusammen mit den 12 Zoll großen Reifen garantiert dieses Fahrwerk eine sichere Straßenlage. Für den Stillstand sorgen große Trommelbremsen an allen vier Rädern.

Der Innenraum ist sparsam ausgestattet. Für den sportlichen Eindruck sorgen für Fahrer und Beifahrer zwei harte Sitze, hinten bietet die schmale Rückbank wenig Beinfreiheit und ist eher geeignet für den Transport von Kindern oder Einkaufstaschen.

Parallel entwickelte NSU den von der Motorleistung ebenbürtigen Sport-Prinz, der jedoch überraschenderweise trotz seiner schicken italienischen Sport-Karosserie keinen guten Absatz fand.

1961 löste der neue "Kompaktwagen" Prinz 4 die kleinen Prinz-Modelle ab.

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