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Mercedes E 50 AMG: Premiere vor 25 Jahren

Vor 25 Jahren debütierte die Mercedes E-Klasse (W 210) mit Vier-Augen-Gesicht - Zum Topmodell avancierte der E 50 AMG mit 347 PS

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Diese Limousine ist ein selbstbewusstes Statement: Der Mercedes E 50 AMG feierte im Herbst 1995 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main Premiere. Das 255 kW (347 PS) starke Hochleistungsautomobil verdeutlichte vor 25 Jahren die Philosophie, AMG (damals noch recht frisch zu Daimler gekommen) zielstrebig als Sportwagen- und Performancemarke zu etablieren.

Das Echo der Fachwelt fällt damals sehr positiv aus: Die "Automobil Revue" aus der Schweiz attestiert in Ausgabe 52/1996 dem E 50 AMG "Exklusivität und ein diskussionslos hochsportliches Temperament".

Das nordamerikanische Magazin "Road & Track" schließlich stellt in der Juli-Ausgabe 1996 den Bezug zum legendären Mercedes 500 E her, der ja ebenfalls von einer 5-Liter-Version des M 119 angetrieben wird: "Tritt man das Gaspedal allerdings tief durch (es ist justiert für würdevolle Starts, nicht herumgeworfene Köpfe), tritt der Geist des 500 E hervor und verwandelt die viertürige Limousine in eine Rakete."

Der E 50 AMG entsteht in Affalterbach auf der Grundlage des ebenfalls leistungsstarken Mercedes E 420. Das neue Fahrzeug ist ein Star in dieser noch jungen Geschichte der gemeinsam von Mercedes und AMG entwickelten Hochleistungsautomobile. Zuvor gibt es ab 1993 den C 36 AMG in der C-Klasse der Baureihe 202 sowie in der Baureihe 124 die Limousine E 60 AMG und den Typ E 36 AMG als Coupé und T-Modell.

Seine Sonderstellung unter den Businesslimousinen der Baureihe 210 macht der E 50 AMG bereits durch sein Design deutlich: Die veränderte Frontschürze verringert nicht nur den Vorderachsauftrieb, sondern greift zusätzlich mit den Nebelscheinwerfern das im Vier-Augen-Gesicht der Baureihe 210 verwirklichte Thema der runden Leuchten auf. Auch die Seitenschwellerverkleidung und die veränderte Heckschürze mit integriertem Doppelrohrauspuff tragen zur optimierten Aerodynamik bei.

Den Motor unterziehen die Ingenieure einer Leistungskur. Zu dieser gehören unter anderem größere Brennräume, erweiterte Einlasskanäle mit entsprechenden Ventilen, neue Federn für Ein- und Auslassventile, überarbeitete Ein- und Auslassnockenwellen sowie die Abstimmung des elektronischen Motormanagements durch AMG und Bosch.

E 50 AMG

E 50 AMG Zoom

So steigt die Motorleistung, während gleichzeitig die ab 1996 in der Europäischen Gemeinschaft geltenden Abgasgrenzwerte um mehr als die Hälfte unterschritten werden. AMG widmet sich auch der zweiflutigen Abgasanlage, die mit Bauteilen aus der S-Klasse optimiert wird und einen Nachschalldämpfer mit Endrohren im AMG-Design erhält.

Die kurze Hinterachsübersetzung von i = 3,06 unterstreicht den sportlichen Charakter des E 50 AMG und sorgt für eine exzellente Beschleunigung des Topmodells der E-Klasse. Von null auf 100 km/h sprintet es in 6,2 Sekunden.

Das Schalten übernimmt ein Fünfgang-Automatikgetriebe mit elektronischer Steuerung. Es ist fast ein Drittel leichter als die Viergangautomatik im E 500 der Baureihe 124 und sorgt für fließende Schaltvorgänge, indem vorm Gangwechsel die Zündung zurückgenommen wird.

Weitere Kennzeichen des E 50 AMG sind die serienmäßige Antriebs-Schlupf-Regelung ASR, das AMG-Sportfahrwerk mit härteren Stoßdämpfern und verstärkten Stabilisatoren sowie die eigens für das Hochleistungsfahrzeug entwickelte Bremsanlage.

E 50 AMG

E 50 AMG Zoom

Diese besteht vorn aus Zweikolben-Faustsattelbremsen mit 334 Millimeter großen, innenbelüfteten Spezialscheiben und hinten aus Festsattelbremsen der Bremsanlage des SL 600 der Baureihe 129 mit 300 Millimeter großen Bremsscheiben.

Dem hohen technischen Niveau entspricht das Interieur mit einer zweifarbigen Lederausstattung (inklusive Lenkrad und Schalthebel) sowie Zierteilen in schwarzem Vogelaugenahorn. Das bis 280 km/h skalierte Zifferblatt des Tachometers mit AMG-Logo macht das Leistungspotenzial des E 50 AMG deutlich, allerdings ist das Fahrzeug tatsächlich bei 250 km/h elektronisch abgeregelt.

Nach anderthalb Jahren Produktionszeit und 2.960 produzierten Fahrzeugen wird der E 50 AMG im Herbst 1997 vom E 55 AMG (260 kW/354 PS) als neuem Topmodell der Baureihe 210 abgelöst.

Mehr zur E-Klasse-Historie:

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