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Kar-A-Sutra: Konzept-Car mit neuen Ideen

Vor 45 Jahren zeigte das MOMA (Museum of Modern Art) eine Ausstellung über Italien. Der Architekt Mario Bellini beteiligte sich daran - mit einer Autostudie

(Motorsport-Total.com/Classic-Car.TV) - Das MOMA (Museum of Modern Art) veranstaltete vor 45 Jahren eine Ausstellung, die Italien zum Thema hatte unter dem Titel: The New Domestic Landscape. Daraus wurde eine der wichtigsten Ausstellungen des Jahrzehnts, denn es wurden avantgardistische italienische Architekten und Designer eingeladen. Der Mailänder Produktdesigner und Architekt Mario Bellini reichte ein Werk ein, das ihm am Herzen lag: Seine Heimatstadt Mailand wurde tagtäglich mehr und mehr von einer Rauchwolke - verursacht durch Automobile - eingehüllt. Sein Werk: Ein neuartiges Automobil.

Kar-A-Sutra-Studie

Kar-A-Sutra-Studie Zoom

Das Auto, das Bellini vorschlug, war ein kastenartiges Etwas mit genau 4880mm Länge und 1980mm Breite: Das Kar-A-Sutra. Es hatte eine wirklich seltsame Form ohne wirklich erkennbare Details. Auch die Proportionen wirkten eigentümlich. Im Inneren waren keine Sitze, sondern viele Kissen, die aus einer Art Memory-Schaum waren. Die Kissen konnten beliebig angeordnet werden. Eine Art dünne Aussenhaut umschloß das Gefährt. In der Haut konnten Gegenstände aufbewahrt werden. Es war fortan ein fröhlicher Aspekt in jeder Automobildesigner-Runde.

Das ungewöhnliche an diesem Kunst-Auto: Es wurde von innen heraus entworfen. Bellini versuchte das Automobil "zu einem mobilen menschlichen Raum zu machen." Auch der Bereich für den Fahrer wurde zugunsten eines offenen Raumes für das Essen oder Schlafen oder andere "angenehme kommunikative Aktivitäten" verwendet.

Kar-A-Sutra Innenraum

Kar-A-Sutra Innenraum Zoom

Das Glashaus konnte von seiner niedrigen Höhe von 1200mm angehoben werden bis auf 2150mm. So entstand ein enormes Gewächshaus mit einem voluminösen Innenraum. Außerdem konnte die Dach- und Fensterverglasungen entfernt werden, um dem Kar-A-Sutra den Charakter eines enormen Cabriolets oder eines fahrenden Pavillons zu verleihen.

Das Kar-A-Sutra-Projekt war nicht nur ein Kunst-Objekt. Unter der Konstruktion steckt eine Citroen DS, die von Citroën gespendet wurde. Pirelli und der Möbelhersteller Cassina unterstützten den Innenausbau und die Gestaltung der Kissen und Flächen.

Theoretisch hätte das Fahrzeug auch fahren können - aber bis heute ist man sich nicht einig, ob dafür wirklich alles angeschlossen war und ob es jemals zu einer Testfahrt gekommen ist.
Als konzeptionelles Projekt war das Kar-A-Sutra eines der erfolgreichsten Konzeptfahrzeuge überhaupt. Sein Design stellte alle bisherigen Ideen auf den Kopf wie Sitzplätze, Platzbedarf, Außenhaut und die Präsentation. Mit dem Kar-A-Sutra war das Gespräch eröffnet, wie ein Auto der Zukunft aussehen könnte.

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