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Kaiser Darrin (1954): Die bildschöne Corvette-Alternative - mit Schiebetüren!

Ein zweitüriger US-Klassiker? Da denken die meisten wohl an Chevrolet Corvette oder Ford Thunderbird. Weniger bekannt ist der Kaiser Darrin von 1954

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Kaiser Darrin? Da muss selbst so manche Oldtimer-Koryphäe erst mal grübeln und dann nachgucken. Beim Stichwort "klassischer amerikanischer Zweisitzer" denken die meisten an die schicke Chevrolet Corvette und den legendären Ford Thunderbird. Beide wurden ewig und drei Tage lang produziert und sind dadurch im Gedächtnis jedes Autofans fest verankert. Zu gleichen Zeit gab es noch einen anderen amerikanischen Zweisitzer, der allerdings nur kurz gefertigt wurde: der Kaiser Darrin. Er debütierte bereits im Jahr 1952 und damit sogar ein paar Monate vor der 53er Corvette.

Der Kaiser Darrin -- offiziell der "Kaiser Darrin 161" -- hat seinen Markennamen von Kaiser Motors (auch als Kaiser-Frazer bekannt), eine in Michigan beheimatete Start-up-Firma aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Während die "Großen Drei" der US-Automobilindustrie (Chrysler, Ford und General Motors) 1945 die Produktion ihrer Vorkriegsmodelle wieder aufgenommen hatten, brachte Kaiser neue Modelle mit stilvollem Design heraus und hatte Erfolg damit. In den frühen fünfziger Jahren jedoch kam Kaiser wegen der automobilen Überproduktion und dem Wiedererstarken der Großen Drei in Schwierigkeiten.

Um gegenzusteuern, brachte Kaiser den kalifornischen Designer und Karosseriebauer Howard "Dutch" Darrin dazu, einen zweisitzigen Roadster entwickeln. So entstand der Darrin. Er hatte eine eigenständige Front, elegante Karosserielinien und eine damals hochmoderne Fiberglaskarosserie. Das Highlight aus heutiger Sicht sind jedoch die Schiebetüren: Die so genannten pocket doors wurden zum Öffnen nach vorne geschoben - nicht nach hinten, wie bei heutigen Vans.

Schicksal schon beim Start besiegelt

Die Produktion des Kaiser Darrin begann Ende 1953, noch vor der Corvette. Aber wegen einer Reihe von Problemen im Unternehmen und dem ursprünglichen Preis von 3.655 Dollar verkaufte sich der Darrin nicht gut. Vielleicht lag es aber auch am Antrieb. Obwohl der Fiberglas-Sportwagen nicht mal 1.000 Kilo wog, fehlte es dem Wagen mit dem 90-PS-Willys-Sechszylinder und einer Dreigang-Handschaltung ein wenig an Dynamik.

Zum Vergleich: Die Chevrolet Corvette 1953 hatte 150 PS. So war das Schicksal des Darrin schon beim Start besiegelt. Im Jahr 1954 wurden nur 435 Stück verkauft. Die Pkw-Produktion in den USA endete 1955. Interessanterweise erwarb Howard Darrin, nachdem der Darrin auf Eis gelegt worden war, 50 noch nicht verkaufte Autos. Er verkaufte sie dann über sein eigenes Autohaus in Kalifornien. Viele von diesen Fahrzeugen bekamen einen Kompressor und wurden getunt.

Die kleine Zahl von Fahrzeugen sorgt natürlich dafür, dass der Wagen selten auf dem Gebrauchtmarkt auftaucht, und die Preise sind in letzter Zeit gestiegen. Hagerty Insurance, ein US-amerikanischer Versicherer, der sich auf Oldtimer spezialisiert hat, schätzte den Durchschnittspreis des Kaiser Darrin schon im Jahr 2015 auf 103.000 US-Dollar, also etwa 91.000 Euro.

Mehr rund um die Corvette:
Vergessene Studien: Bertone Ramarro Corvette (1984)
C1 bis C7: Die Geschichte der Chevrolet Corvette im Überblick

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