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  • 26.11.2022 · 09:40

  • von Roland Hildebrandt

50 Jahre Mazda in Deutschland: Die frühen Modelle bis 1985

Ende 1972 wurde Mazda Deutschland ins Handelsregisister eingetragen: Wir blicken zurück auf die Anfänge und zeigen fast unbekannte Fahrzeuge

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Mazda feiert rundes Jubiläum in Deutschland: Am heutigen 23. November jährt sich der Eintrag der nationalen Vertriebsgesellschaft ins Düsseldorfer Handelsregister zum 50. Mal, die ersten Fahrzeuge rollten ein gutes Vierteljahr später auf die Straßen. Rund drei Millionen Fahrzeuge hat Mazda bis heute in Deutschland verkauft, fast 900.000 davon sind aktuell auf den deutschen Straßen unterwegs.

Mazda 616 Limousine (1975) Zoom

Auch wir gratulieren, wollen aber den Blick auf das Eigenlob der Marke lenken, sondern auf die frühen Modelle von Mazda. Mit 616, 818, 1000/1300 und RX-3 fing alles an. Doch Sie sind Jahrzehnte später vergessen, im Gegensatz zu späteren Erfolgstypen wie 323 oder 626.

Die ersten Modelle zeigte Mazda dem deutschen Publikum bereits 1969 auf der IAA in Frankfurt, bis die Marke dann nach Deutschland kommt, vergehen aber noch drei Jahre. Dennoch gehört das Unternehmen zu den ersten japanischen Automobilherstellern, die den Sprung auf den anspruchsvollen Markt in der Mitte Europas wagen.

Zum Einstieg gab es drei Modellreihen

Sieben Mitarbeiter inklusive Geschäftsführer beziehen im Spätherbst 1972 die erste, 545 Quadratmeter kleine Niederlassung in Hilden bei Düsseldorf; der Umzug in den Leverkusener Stadtteil Hitdorf, in dem Mazda bis heute ansässig ist, erfolgt sechs Jahre später. Zu diesem Zeitpunkt ist die Zahl der Beschäftigten schon auf über einhundert angewachsen. Das straft den Volksmund Lügen, der damals ätzt, Mazda stünde für "Mein Auto zerstört deutsche Arbeitsplätze"


Fotostrecke: 50 Jahre Mazda in Deutschland: Die frühen Modelle bis 1985

Zum Verkaufsstart im Frühjahr 1973 gibt es drei Modellreihen: den Mazda 616 und 818 jeweils als Limousine und Coupé sowie den sportlichen RX-3 mit Kreiskolbenmotor.
Doch es dauert, bis sich die deutschen Kunden für die exotische Marke aus Fernost erwärmen: Die noch kleine Modellpalette, das dünne Händlernetz und die aufziehende Ölkrise sorgen dafür, dass die selbstbewussten Verkaufsziele zunächst verfehlt werden. Anstatt der angepeilten 3.500 Einheiten finden im ersten Jahr nur knapp 500 Exemplare einen Kunden.

Der nur gut vier Meter lange 818 zum Beispiel wird bis 1979 in Deutschland angeboten, es gibt ihn als viertürige Limousine, Kombi und Coupe. Leistung: 60 und 75 PS, Preise anfangs ab rund 9.000 Mark. Doch er leidet wie auch die schon erwähnten RX-3, 616 und 1000/1300 unter einem eher unharmonischen Design im US-Stil mit arg viel Chrom.

Durchbruch kommt mit dem Mazda 323

Der Durchbruch kommt mit sachlicher Optik beim ersten Mazda 323, der auf der IAA 1977 im wichtigen Kompaktsegment Premiere feiert. Zuvor hat er einen sensationellen Trip von der Mazda Heimat Hiroshima nach Frankfurt absolviert. 13 Länder und 15.000 Kilometer in 30 Tagen - ein besseres Zeugnis für die Qualität des Mazda 323 gibt es nicht. Fun Fact: Die Nummer 323 soll ein leitender Mazda-Manager damals seinem Hotelzimmer in Düsseldorf entliehen haben.

Mazda 323

Mazda 323 Zoom

Das Kalkül geht auf: Noch in seinem Premierenjahr stellt der Mazda 323 bereits die Hälfte der deutschen Mazda Zulassungen und avanciert später zum beliebtesten japanischen Auto in Deutschland. Bis heute ist das Kompaktfahrzeug mit mehr als 770.000 Einheiten das meistverkaufte Mazda-Modell in Deutschland.

Jetzt gelingt Mazda praktisch alles: Der kurz danach startende Mazda 626 wiederholt den Erfolg des 323 in der Mittelklasse und wird später zum erfolgreichsten Importmodell in Deutschland überhaupt. Der zweisitzige Mazda RX-7 bereichert ab 1979 das Modellprogramm und verhilft dem Wankelmotor zum Comeback. In drei Generationen wird er zum meistverkauften Fahrzeug mit Kreiskolbenmotor der Japaner.

Bis Ende der 1980er-Jahre steigert die gerade noch so exotische Marke ihren Fahrzeugabsatz in Deutschland auf rund 90.000 Einheiten, erzielt einen Marktanteil von 3,2 Prozent und wird erfolgreichster japanischer Automobilhersteller - das alles nur gut 15 Jahre nach dem Start. Gekrönt wurde das Jahrzehnt im Jahr 1989 durch die Vorstellung des ikonischen Mazda MX-5.

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Und wie sieht die Zukunft aus? Jüngste Neuerscheinung ist der CX-60 mit Plug-in-Hybrid und Sechszylinder, bald folgt hier ein Diesel. Anfang 2023 stellt Mazda den MX-30 R-EV mit Wankelmotor als Reichweitenverlängerer vor. Und zur Zukunft des MX-5 gibt es neben einem ersten Erlkönig auch eine interessante Studie. Um die Wartezeit zu verkürzen, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unsere umfangreiche Bildergalerie mit den frühen Modellen. Dort finden Sie auch alte Werbungen aus den 1970er-Jahren.

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