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Maßnahmen zum VLN-Start (2/5): Fahrerlager-Beschränkungen

Die VLN will am 27. Juni den Rennbetrieb der Nürburgring Langstrecken-Serie wiederaufnehmen, doch wie kann das klappen? - Heutiger Fokus: Das Fahrerlager

(Motorsport-Total.com) - Obwohl es so mancher als Ding der Unmöglichkeit ansieht, will es die VLN wenigstens versuchen: am 27. Juni in die Saison 2020 der Nürburgring Langstrecken-Serie zu starten.

Fahrerlager, Panorama

Strenge Maßnahmen im Fahrerlager sollen einen Rennbetrieb möglich machen Zoom

Die Organisatoren reagieren auf jede Forderung der Bundesregierung und legen beim Hygieneinstitut der Universität Bonn ein Konzept vor. Sollte es für hinreichend befunden werden, kann das Konzept Landesregierung Rheinland-Pfalz vorgelegt werden.

'Motorsport-Total.com' hat mögliche Lösungen recherchiert. Während auf der Strecke selbst kaum ein Infektionsherd besteht, sieht die Situation im Fahrerlager etwas anders aus. Hier treffen bei einem regulären Rennen Tausende von Menschen auf relativ engem Raum zusammen.

Viele Fahrer: Extra-Challenge für die VLN

Die VLN sieht sich aufgrund der schieren Größe des Starterfeldes gegenüber allen anderen Rennserien noch einmal Herausforderungen in einer neuen Dimension gegenüber. Selbst bei einer Reduktion auf das absolute Minimum an Personal sind noch immer Hunderte von Menschen im Paddock.

Um der Gefahr von Infektionen vorzubeugen, orientiert sich die VLN bei ihrem Konzept in erster Linie an den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards der Bundesregierung vom 16. April 2020. Das bedeutet Maskenpflicht für alle Menschen im Fahrerlager. Es werden zusätzliche Sportwarte herangezogen, die die Einhaltung dieser Regeln rigoros überwachen.

Vollgesichtsmaske, Coronavirus

Es muss nicht gleich eine Vollgesichtsmaske sein - der normale Mundschutz tut's auch Zoom

Marco di Martino, Inhaber der Jedi Kunststofftechnik GmbH und Vater von VLN-Pilot Michele di Martino, hat für den Fall einer Wiederaufnahme des Rennbetriebs der Nürburgring Langstrecken-Serie in den sozialen Medien bereits die Lieferung von 500 Vollgesichtsmasken zugesagt.

Ausnahmslos jeder wird erfasst

Damit aber nicht genug: Die VLN wird das Fahrerlager deutlich aufräumen. Sämtliche Menschen, die den Paddock betreten, sollen registriert werden. Das wurde größtenteils schon in der Vergangenheit so gehandhabt, doch es gab Ausnahmen.

Fahrer, Sportwarte, medizinisches Personal, Pressevertreter und Organisationspersonal waren schon immer mit Namen und Adresse erfasst. Lediglich die Teammitglieder fielen bislang durchs Raster, weil diese lediglich "Team"-Karten trugen, die übertragbar waren.

Das ändert sich nun. Eine 100-prozentige Erfassung ist nötig, um im Infektionsfall die Kette nachvollziehen zu können. Außerdem lässt sich so der Strom an Menschen ins Fahrerlager begrenzen.

Umstrukturieren müssten dadurch die Hersteller der Spitzenteams. Manche Hersteller haben ganze Lounges angemietet, aus denen heraus sie Daten auswerten und Feedback an Teams geben. Solche Arbeiten ließen sich nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' auch von der heimischen Basis aus erledigen (oder einer angemieteten Pension in Nürburg). Nur die Kommunikationskanäle mit den Teams müssten auf die neue Situation angepasst werden.

Straffung des Abnahmeprozesses

Bereits vor Ausbruch der Coronakrise hat die VLN den Fahrern und Teams Erleichterungen bei der Dokumentenabnahme zugesagt. Das zahlt sich jetzt aus. Fahrerbesprechungen werden bis auf Weiteres virtuell abgehalten.

Ohnehin ist per Regelung ab diesem Jahr vorgesehen, dass nur noch die Teilnahme an einer Fahrerbesprechung für einen Fahrer verpflichtend ist (sofern Sportleiter Michael Bork keine verpflichtende Besprechung ansetzt).

Fahrerlager, Panorama

Für den gemeinen Fan wird das Fahrerlager vorerst tabu sein Zoom

Auch bei der Papierabnahme wurden bereits im vergangenen Winter neue Maßnahmen beschlossen. So sollten Fahrer nur noch einmal persönlich erscheinen; für alle weiteren Rennen reicht eine Unterschrift aus, die ein Teammitglied für alle seine Fahrer in die Papierabnahme bringt.

Letztere Regelung soll in der Coronasituation nun von Anfang an zur Regel werden. Somit wird der Kontakt in der Dokumentenabnahme auf ein Minimum reduziert. Ein Spuckschutz, also eine Scheibe auf dem Tisch, soll vor Tröpfcheninfektion schützen.

Straffungen gibt es sowohl bei der Dokumenten- als auch der Technischen Abnahme der Fahrzeuge. Jedem Team wird ein festes Zeitfenster zugeteilt, wann es zu erscheinen hat. Auch so wird eine Ansammlung von Menschen verhindert. Zeitfenster gab es bislang lediglich bei der Technischen Abnahme der absoluten Topfahrzeuge aus den Klassen SP9 und SPX.

Ein weiterer Ort, an dem viele Menschen in einem geschlossenen Raum aufeinandertreffen, ist die Rennleitung. Hier hilft, dass der Nürburgring die Race Control komplett renoviert hat. Seit dem Umbau ist sie etwas größer. Die derzeitigen Planungen sehen vor, alle Personen innerhalb des Raums so weit wie möglich auseinanderzusetzen. Die zwei Meter Sicherheitsabstand sollten machbar sein.

Einige dieser Maßnahmen könnten sogar für die Post-Corona-Zeit Schule machen. Im nächsten Artikel wird es um das Thema Zuschauer gehen.

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